12. August 2010

Fahrbericht Dacia Sandero 1.4 MPI LPG eco2 Doppelter Spareffekt im Sandero

Günstige Alternative mit Autogas
Günstige Alternative mit Autogas © Foto: Dacia

Der Spareffekt beim Dacia Sandero beginnt beim Kauf des Kleinwagens. Mit der attraktiven Flüssiggas-Variante lässt sich zudem noch der ansonsten eher durstige Benziner auch bezähmen.




Von Thomas Flehmer

Sparen ist auch nach der Krise angesagt. Zwar wird die Wirtschaft langsam wieder angekurbelt, doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Nach einer Umfrage der Deutschen Bank sparen junge Menschen fleißiger als die deutschen Durchschnittshaushalte, um sich später konkrete Konsumwünsche zu erfüllen. Ob der Sandero nun ein konkreter Konsumwunsch ist oder aufgrund seines günstigen Einstiegspreises dazu führt, sich auf weitere konkrete Konsumwünsche stürzen zu können, sei dahingestellt.


Durstige Motoren

Mit dem Sandero steht ein qualitativ gutes und günstiges Auto zur Verfügung, das aufgrund seiner Formen im Straßenbild nicht unangenehm auffällt, und bis zu fünf Personen von einem Punkt zum anderen bringen kann. Auf jeglichen Schnickschnack wird verzichtet, optional können aber Klimaanlage im Paket mit CD MP3-Radio für 900 Euro und ein Elektropaket mit Fensterhebern vorn und Zentralverriegelung für 300 Euro hinzu geordert werden, ohne dass das mühsam Ersparte auf einem Schlag dahinschmilzt wie die Butter in Sonne.

Der einzige Haken der Modelle aus Rumänien hing zusammen mit dem Durst der Motoren von Konzernmutter Renault. Beim Tanken wurde das ansonsten gute Bild des Personentransporters doch etwas getrübt. Zu viel genehmigen sich die Aggregate aus Frankreich für solch einen Kleinwagen. Der Spareffekt wurde geringer.

Günstige Alternative

Als Alternative bietet sich der mindestens 9900 Euro teure 1.4 MPI LPG an, der mit Flüssiggas, aber auch mit Super betankt werden kann und die Sparschweine wieder anwachsen lässt, auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt.

Denn die an sich schon eher mageren 53 kW / 72 PS werden im Betrieb mit dem Autogas noch etwas geschmälert. Man ist nicht lahm unterwegs, doch schon im Benzinbetrieb ist der Sandero nicht unbedingt ein sportliches Auto. Mit Autogas vergehen 13 Sekunden beim Sprint aus dem Stand in Richtung 100 km/h, bei 161 Stundenkilometern geht dem Sandero die Puste aus. Aber sportlich soll der Kleinwagen auch gar nicht sein und so fallen die wenigen in den Rohren der Autogasanlage verloren gegangenen Pferdestärken auch nicht weiter ins Gewicht.

Keine Angst beim Tanken

Viel wichtiger ist der Spareffekt und der ist tatsächlich gegeben. Sind die 23, 24, 25 Liter Autogas im Tank untergebracht, so zahlt man an der Kasse lediglich um die 16 Euro bei einem Preis von 64 Cent pro Liter. Und das Betanken bereitet den Wenigsten nur beim ersten Schwierigkeiten. Danach gelingt das Aufdrehen der Zapfpistole ebenso gut wie man weiß, welche Größe der jeweilige Adapter für die Betankung haben muss.

Ein wenig Zeit muss eingeplant, da während des gesamten Tankvorganges ein Knopf gedrückt gehalten werden muss. Aber wofür hat man Mitfahrer? Und keine Angst, es kann nichts passieren, nicht fliegt beim Tanken in die Luft und das Auto brennt auch nicht aus.

Zehn Liter auf 100 Kilometern

Nicht erschreckt sollte man über den Verbrauch von Autogas sein, das nicht über eine solche Effizienz verfügt wie Benzin oder gar Diesel. Rund zehn Liter verbrauchte der Sandero für die 440 Kilometer lange Testfahrt von Berlin bis Paderborn. Nach 250 Kilometern leuchtete zum ersten Mal die rote LED der auf der Mittelkonsole befestigten Autogastankanzeige auf.

Lange Strecken sind mit dem Tank nicht zurückzulegen, aber nach zwei Stunden sollte eigentlich jeder Autofahrer eine Pause einlegen. Wer jetzt befürchtet, dass nun die Suche nach einem geeigneten Zapfhahn losgeht, sieht sich getäuscht. Anders als beim effizienteren Erdgas führt fast jeder an der Autobahn gelegene Autohof das flüssige Gas im Angebot. Unterm Strich kostete die Tour insgesamt 28 Euro an Kraftstoff. Man fährt allein von den Kraftstoffkosten betrachtet einen Benziner zum Preis eines Diesels. Das freut die Sparfüchse - selbst nach der Krise.






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