14. Februar 2012

Fahrbericht Kompakt-SUV unter 20.000 Euro Dacia Duster: Lernfähiges Statussysmbol

Der Dacia Duster hat den Staub der Vorgänger abgelegt
Der Dacia Duster hat den Staub der Vorgänger abgelegt © Dacia

Mit dem Duster hat Dacia das vorherige und nicht besonders erfrischende Design des Logan ad acta gelegt. Im nächsten Schritt solten die Stellschrauben beim Verbrauch angesetzt werden.




Von Elfriede Munsch

Kompakt-SUV gibt es viele. Sucht man aber ein Neufahrzeug unter 20.000 Euro – mit Diesel und Allrad, versteht sich – wird die Auswahl geringer. Einer, der bereits in der offiziellen Preisliste unter der 20.000 Euro-Marke bleibt, ist der Dacia Duster. Das SUV kostet in der gewünschten Konfiguration ab 17.690 Euro. Für das Topmodell, das uns während des 14-tätigen Alltagstests zur Verfügung stand, verlangt der Dacia-Händler mindestens 18.790 Euro.


Dacia Duster hebt sich vom Design her ab

Bei dem Preis ist man zunächst skeptisch. Dacia, das ist doch die Billigmarke von Renault mit dem altbackenen Design. Stimmt - und stimmt doch nicht. In Punkto Preisgestaltung gehört das zum französischen Renault-Konzern gehörende Unternehmen zu den günstigsten Anbietern auf dem deutschen Markt. In Punkto Design hat sich der Automobilhersteller jedoch gemausert. Erweckte die hübsch-hässliche (mit der Betonung auf dem zweiten Adjektiv) Kompaktlimousine Logan noch den Eindruck, der Designer muss noch üben, stellten die Kreativen in den folgenden Jahren zunehmend ihre Lernfähigkeit unter Beweis.

Schickster Ausdruck dieses Bemühens ist der Duster. Die bullige Front, die kurzen vorderen und hinteren Überhänge, der sichtbare Unterfahrschutz, die großen Radhäuser – in denen Reifen in 16 Zoll-Größe montiert sind -, die markante Dachreling: Kurzum: das SUV sieht gefällig aus, zumal wenn er auf der Außenhaut eine Metallic-Lackierung trägt (Aufpreis 400 Euro).

ESP kostet für Dacia Duster 300 Euro extra

Aufgeräumter Innenraum im Dacia Duster
Aufgeräumter Innenraum im Dacia Duster © Dacia

Und auch bei der Gestaltung des Innenraums gibt es Fortschritte im Vergleich zu den anderen Modellen zu vermelden. Das Cockpit des Duster wirkt aufgeräumt, der haptische Eindruck geht für das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung. Das Topmodell bietet praktisch alles, was die Ausstattungsübersicht hergibt. Dazu gehören u.a. Ledersitze, Klimaanlage, CD-Radio und elektrische vordere Fensterheber sowie eine Sonnenblende auf der Beifahrerseite. Elektrische Fensterheber für hinten kosten 150 Euro. Das Platzangebot ist gut und auch beim Thema Kofferraum-Nutzwert (443 bis 1604 Liter) gibt es nichts zu meckern. Dank der leicht umklappbaren Rückbanklehne lassen sich auch sperrige Möbelpakete einfach verstauen.

Also, alles Friede, Freude und so weiter? Nein. Auch wenn Ex- und Interieur besser sind als gedacht: Beim Thema Sicherheit und Motor hört die Zufriedenheit auf. ESP gehört nicht zum Serienumfang. Es kostet 300 Euro Aufpreis. Immerhin sind in den zwei höchsten Ausstattungslinien Seitenairbags sowie Nebelscheinwerfer ab Werk an Bord. Fahrerassistenzsysteme fehlen, diese kann man jedoch bei dem Preis nicht wirklich erwarten.

Dacia Duster mit hohem Verbrauch

Recht vernehmlich agiert der 1.5 dCi im Dacia Duster
Recht vernehmlich agiert der 1.5 dCi im Dacia Duster © Dacia

Unter der Haube werkelt die 1,5-Liter-Diesel-Allzweckwaffe von Renault mit 81 kW/110 PS. Diese fällt zunächst durch ihre Lautstärke auf. Fußgänger in unserer verkehrsberuhigten Straße gingen immer brav zu Seite, wenn sie das Triebwerk schon von weitem hörten. Das Nagelgeräusch macht auch nicht vor den Insassen halt. Aber man kann ja zum Glück das Radio lauter drehen. Die Leistung des Triebwerks reicht für bescheidene Fahransprüche – für mehr aber auch nicht. Also gemächlich beschleunigen, und auf der Autobahn nicht schneller als mit Tempo 130 km/h unterwegs sein.

Dass sich der Verbrauch trotzdem bei 8,5 Litern einspielte und drei Liter über dem angegebenen Durchschnittswert lag, hat uns indes geärgert. Viel zu hoch, zumal der Allradantrieb aufgrund der milden Witterungsverhältnisse nicht gefordert war, und wir überwiegend im Zweirad-Modus unterwegs waren. Fast fiel es im Ärger-Modus kaum noch auf, dass man auch noch Vorglühen musste – das Fahrzeug vor dem Starten, nicht den Fahrer.

Starker Durst des Dacia Duster trübt den guten Eindruck

Schade, dass der Durst des Duster den guten Gesamteindruck trübte. Unterm Strich stellt er aber für 19.430 Euro (inklusive ESP und Metallic-Lack) ein günstiges Angebot dar, einen neuen Kompakt-SUV sein eigen zu nennen. (SP-X)






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