Scharfes Comeback im Cadillac CTS-V Coupé

Cadillac CTS-V Coupé

Furioses CTS-V Coupé © Foto: Cadillac

Cadillac bläst beim Comeback in Deutschland kräftig in die Backen. Das CTS-V Coupé vermittelt amerikanische V8-Power in kantigem Design und über 560 Pferden unter der Motorhaube.

Von Silke Koppers

Ohne Dieselmotor in der Angebotspalette will Cadillac in Deutschland neu durchstarten. Mit dem 415 kW/564 PS starken V8-Supercharged-Motor im CTS-V Coupé des Modelljahres 2011 geht das problemlos vonstatten. Allerdings werden für den sportlichen US-Amerikaner 76.990 Euro fällig.

Sensoren statt Türgriffe

Doch dafür erhält man einen flotten Blickfang, der begleitet wird von kleinen Spielereien wie den Türen mit berührungsempfindlichen Sensoren anstelle konventioneller Türgriffe. Der markant gezeichnete Hecktriebler mit stark geneigter Windschutzscheibe fällt durch sein kantiges Design und seine kräftigen Proportionen auf. Die mittig in der Heckschürze positionierten Doppelendrohre sind ein deutlicher Hinweis auf die Leistung des Gefährts.

Die eckigen Scheinwerfer wirken wie Positionslichter für den unter der Motorhaube schlummernden V8, der auch in der Corvette ZR1 arbeitet. Um Platz für den Etan-Kompressor des Aggregats zu schaffen, wurde die Haube in ihrer Mitte erhöht - was die Optik unterstreicht.

Durstiger Sportler

Kantiges Heck Foto: Cadillac

Schon vom Start weg schiebt der Motor mit 735 Nm brachial nach vorn und schafft es damit in knapp vier Sekunden von null auf 100 km/h, begleitet von einem fauchenden Sound. Dafür ist das Triebwerk mit 6,2 Litern Hubraum entsprechend durstig.

Der Normverbrauch wird mit 15,3 Litern Sprit angegeben, was einen CO2-Ausstoß von 365 Gramm pro Kilometer bedeutet. Nicht gerade umweltfreundlich, aber welcher Sportwagen mit Verbrennungsmotor ist das schon.

Gelungenes Fahrwerk

Der Motor liefert jedoch nur einen Teil der Fahrfreude, einen weiteren Batzen leistet das gelungene Fahrwerk namens Magnetic Ride Control. Das System arbeitet mit elektromagnetisch angesteuerten Stossdämpfern anstelle von mechanischen Ventilen. Elektronische Sensoren an allen vier Rädern tasten den Straßenzustand nahezu permanent ab und nehmen entsprechende Anpassungen bei der Dämpfung vor.

Es steckt heftige Lenkbewegungen souverän weg und gleicht Schlaglöcher gekonnt aus. Eine ordentliche Kurvenhatz gehört zur Kür - gänzlich unamerikanisch straff unterstützt das Fahrwerk die sportliche Fahrt.

Schalthebel mit Microfaser

Hochwertige Innenausstattung Foto: Cadillac

Diese kann am besten genossen werden, wenn der Cadillac mit der entsprechend abgestimmten Automatik ausgestattet ist, die sich über an der Rückseite der Lenkradspeichen befindlichen Drucktasten manuell bedienen lässt. Die optional erhältlichen Recaro-Sportsitze sorgen bei sportlicher Fahrt für soliden Halt und gleichzeitig gutem Sitzkomfort, der durch die 14-fache Verstellmöglichkeiten optimal angepasst werden kann.

Zudem ist die Innenausstattung mit den wertigen Materialien ordentlichst verarbeitet. Lenkrad, Sitze und Schalthebel sind mit Mikrofaser überzogen und muten fast wie Wildleder an. Das alles zusammen macht den Cadillac zu einem Handschmeichler mit kraftvollem Motor und schnittigem Design. (mid)

Vorheriger ArtikelUnser Lexikon
Nächster ArtikelAudi-Auftrag für Karmann-Dachsparte
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.