16. März 2009

Fahrbericht Buell 1125 R Amerikanischer Donnerhall

Die Buell 1125 R ist eine Herausforderung auf zwei Rädern
Die Buell 1125 R ist eine Herausforderung auf zwei Rädern © Foto: Buell

Motorräder aus dem Hause Buell sind schon immer einer ganz eigenen und kompromisslosen Design-Philosophie gefolgt. Der schließt sich auch die Sportlerin 1125 R an.


Buell feiert Premiere. Die Amerikaner bringen mit der 1125 R das erste Sportbike der Marke. Ausgestattet mit einem passenden V2-Motor geht die 109 kW/148 PS starke 1125 R für 12.499 Euro an den Start. Seine Arbeit verrichtet der Antrieb hinter einer wuchtigen Fassade. Mit Mainstream hat sie wenig zu tun: Breit ausladend wölbt sich die schwarze Hülle dem Auge des Betrachters entgegen, die Blinker in die hoch aufragenden Rückspiegel integriert und das Heck knackig-rundlich geformt.

Bäriger Antrieb

Beim Antrieb wird weiterhin auf die schmale V2-Bauweise gesetzt - nun jedoch mit Wasserkühlung. Das hat es bei Buell zumindest in einem Serienmotorrad noch nie gegeben. Der gemeinsam mit BRP-Rotax in Österreich entwickelte Hochleistungs-V2 hat einen Zylinderwinkel von 72 Grad, und liefert 109 kW/148 PS bei 10.000 U/min sowie 111 Newtonmeter bei 8000 Touren. Zahlen, die vermuten lassen, mit welcher Vehemenz der in Österreich ausschließlich für Buell gefertigte Antrieb zur Sache kommt: Ab 4000 Umdrehungen schiebt er kräftig voran, und bleibt auch in höheren Regionen immer druckvoll. Flott rennt der bärige Antrieb in den bei 10.500 Umdrehungen beginnenden roten Bereich.

Allerdings sollte man sich keine Nachlässigkeit im Umgang mit der heftig antretenden 1125 R geben, die gerne dazu verleitet, das Gas aus Kurven heraus ein wenig zu schnell aufzudrehen. Zwangsläufig verhält sich die Front dann unruhig. Ein Lenkungsdämpfer könnte hier wahrscheinlich Abhilfe schaffen.

Herausforderung auf zwei Rädern

Echtes Sportgerät
Echtes Sportgerät © Foto: Buell

Der tragend verbaute Motor sitzt im bislang torsionssteifsten Buell-Fahrwerk überhaupt, das auf einem Leichtmetallrahmen basiert. Dieser dient gleichzeitig als Kraftstoffreservoir. Um eine direktere Verbindung zwischen dem Hinterrad, dem Rahmen und dem Vorderrad herzustellen, ist die Achse der neuen Schwinge aus Leichtmetallguss im Motorgehäuse gelagert. Zudem verfügt das Bike über ein voll einstellbares Hinterrad-Federbein sowie eine ebenfalls voll einstellbare Showa Upside-Down-Vorderradgabel mit 47 Millimetern Standrohrdurchmesser. Die kompakten Abmessungen der Buell erfordern jedoch zumindest am Anfang eine gewisse Eingewöhnungszeit. Einfach draufsetzen und los düsen - das gelingt auf der 1125 R nur schwer.

Die Amerikanerin ist eben ein echtes Sportgerät ist, eine Herausforderung auf zwei Rädern. Dennoch bietet sie einen hervorragenden Windschutz hinter der breiten Verkleidung. Leider wirkt sich die gute Aerodynamik nicht spürbar auf den Verbrauch aus, der selbst bei zurückhaltender Fahrweise bei 7,4 Litern Superbenzin auf 100 Kilometern liegt. In Kombination mit dem 21 Liter fassenden Tank sind deshalb Reichweiten von kaum 280 Kilometern möglich. Allerdings bekommt die 1125 R für das neue Modelljahr die Motorabstimmung der kürzlich vorgestellten Streetfighter-Variante mit Namen 1125CR. Der Verbrauch dürfte dann moderater ausfallen.

Wuchtiges Donnern

Ab in die Kurve
Ab in die Kurve © Foto: Buell

Mit der 1125 R gelang Buell ein Motorrad für ebenso ambitionierte wie erfahrene Biker, die ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen. Denn mit ihr gestattet sich die Marke aus Wisconsin kein zaghaftes Anklopfen an der Tür zur Welt des Motorrad-Sports, sondern ein wuchtiges Donnern, das gut zum sonoren Beat der Sport-Buell passt. (mid)