27. Juli 2007

Fahrbericht BMW Z4 Coupé: Die volle Dröhnung

BMW Z4 Coupé
BMW Z4 Coupé © Foto: BMW

Zwei Türen, vier Räder, sechs Zylinder - es kann so einfach sein, emotionale Autos zu bauen. Beim BMW Z4 Coupé sollte aber auch der Fahrer über sportliche Ambitionen verfügen.




Von Marc Leimann

Nachdem dem Testballon Z3 Coupé mit seiner Einführung 1998 schnell die Luft ausging, war man sich im Hause BMW lange Zeit unsicher, ob mit dem Modellwechsel beim Roadster auch das Coupé eine weiter Chance erhalten sollte. Heute, ein Jahr nach der Einführung des Z4 Coupé, muss man BMW für diesen nicht ganz einfachen Schritt und die Kombination von Sportlichkeit und extravagantem Design danken. Und der Fahrer wird zudem von einer überraschend großen Portion Alltagstauglichkeit überrascht.


Nichts für hüftsteife Fahrer

Um eines vorweg zu nehmen: Sportlichkeit wird beim Z4 3,0si Coupé ganz groß geschrieben. Das beginnt bereits beim nicht ganz einfachen Einstieg. Auch 1,87 Meter Körpergröße müssen wohl dosiert in die perfekt geformten Ledersessel manövriert werden. Beine reinstrecken und irgendwann einfach fallen lassen. Fällt jetzt noch leicht, wird in 20 Jahren sicher anders sein. Armaturenbrett und Mitteltunnel sind alte Bekannte aus der klassischen 3er Baureihe und dem Z4 Roadster. Es gibt keine Überraschungen, puristische Nüchternheit herrscht vor. Dieser Eindruck jedoch verfliegt schnell, wenn man den Startknopf betätigt. Lustvoll brabbelnd erwacht der Reihensechszylinder mit seinen 195 kW/265 PS zum Leben. Schnell noch Sonnenbrille, Geldbörse, Schlüssel und CDs verstauen. Aber wo sind eigentlich die Ablagemöglichkeiten? Auch der Blick ins Handschuhfach hilft nicht wirklich weiter, die Accessoires sollten einfach kleinformatig sein.

Knüppelhartes Fahrwerk

Das Sechsgang-Getriebe lässt sich präzise schalten
Das Sechsgang-Getriebe lässt sich präzise schalten © Foto: BMW

Also blicken wir in die Kategorie Fahrmaschine. Hier hat der Bayer schon nach wenigen Metern einen der vorderen Plätze verdient. Das Coupé hängt sehr gut am Gas, die sechs Gänge rasten präzise mit kurzem Schaltweg ein. Für ordentlichen Schub sorgt der Dreiliter-Benziner mit seinen 315 Newtonmeter Drehmoment. Turbodieseleffekt bei einem Benziner. Die 100 km/h sind in flotten 6,4 Sekunden erreicht und nach 36 Metern Bremsweg steht der Z4 schon wieder in Lauerstellung. Eine beachtliche Leistung, 0,5 bzw. 1 Meter mehr benötigen immerhin der neue TT Roadster von Audi und der Boxster aus dem Hause Porsche. Und auch den Verbrauch haben wir uns schlimmer vorgestellt. Natürlich, die Herstellerangaben von 8,9 Litern auf 100 Kilometer sind nur ein theoretischer Wert. Dennoch sind die 10 bis 11 Liter im Testbetrieb kein schlechter Wert für ein Auto mit diesen Fahrleistungen.

Nicht ganz überzeugen konnte uns das Fahrwerk. Eine extrem harte Federung stellt die Insassen schon bei leichten Unebenheiten auf der Fahrbahn auf eine sprichwörtlich harte Probe. Da kann man sich auf langen Strecken nur wünschen, einen perfekten Asphalt zu erwischen.

Kaum Sicht nach hinten

Die elektrische Einparkhilfe ist unverzichtbar
Die elektrische Einparkhilfe ist unverzichtbar © Foto: dpa

Dass das 4,09 Meter lange Z4 Coupé durchaus Potenzial für mehr als nur den kleinen Wochenendausflug hat, zeigt ein Blick in das Gepäckabteil. Der Kofferraum lässt eine maximale Zuladung von 285 Litern zu. Genug für einen Wochenendtrip zu Zweit. Beim Rangieren sollte man allerdings auf eine ausreichend große Parklücke achten. Denn die Coupétüren sind lang und bieten damit in engen Lücken wenig Platz zum Einstieg. Und die Rundumsicht ist alles andere als erbaulich. Beim Blick aus der Heckscheibe ist man gnadenlos abhängig von der Park Distance Control.

Zubehör treibt Preis in den Höhe

Der Z4 3,0si Coupé kostet stolze 40.200 Euro. Serienmäßig verfügt das Modell dabei über ESP (DSC) und ABS, Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags, Klimaanlage und ein klanglich enttäuschendes Radio mit CD-Player. Den Rest gibt es, wie bei BMW üblich, nur gegen Aufpreis. Unbedingt zu empfehlen sind die elektronische Einparkhilfe hinten (420 Euro), das etwas hakelige Navigationssystem (ab 1750 Euro) und die Bi-Xenonscheinwerfer (870 Euro).

Die 50.000 Euro-Marke ist da schnell deutlich überschritten. Aber leistungsmäßig ebenbürtige Konkurrenten wie der Audi TT Coupé 3,2 Quattro oder der Porsche Cayman sind auch nicht billiger.






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