29. Mai 2012

Fahrbericht V8-Motor mit 560 PS BMW M6 Cabrio: Bayerische Blasmusik

Das BMW M6 Cabrio kostet ab 131.000 Euro. Fotos ▶
Das BMW M6 Cabrio kostet ab 131.000 Euro. © BMW

BMW schickt das M6 Cabrio auf den Markt. Für stolze 131.000 Euro erhält der Kunde einen leistungsstarken V8-Motor mit 560 PS und einem satten Sound.




BMW lässt wieder die Muskeln spielen: Kaum hat sich der neue BMW Sechser so langsam im Straßenbild etabliert, rüsten die Bayern den Schönling zum Sechsprotz auf und reichen die M-Variante nach. Und weil es draußen endlich Sommer ist, startet der M6 für stolze 131.000 Euro zunächst als Cabrio.

Das passt nicht nur zur aktuellen Wetterlage. Sondern im Grunde ist die luftigere auch die lustvollere Variante des M6. Man hört den ohrenbetäubenden Sound der bayerischen Blasmusik noch besser, man fühlt den Wind in den Haaren und die Sonne auf der Haut – und man erlebt viel ausgeprägter die beiden gegensätzlichen Charaktere des M6. Denn mal gibt das Cabrio den feudalen Kreuzfahrtdampfer für den gemütlichen Bummel über den Boulevard, und mal wird es zum rasiermesserscharfen Rennwagen.


BMW M6 mit üppigen Platzverhältnissen

Für Komfort und Luxus stehen vor allem die vergleichsweise üppigen Platzverhältnisse, die zumindest im Notfall auch mal einen flotten Vierer erlauben, das Heer von Assistenzsystemen und elektrischen Helfern sowie jede Menge Lack und Leder, die den M6 zur Luxusoase für die vornehme Sommerfrische machen.

Das Cockpit im BMW M6 Cabrio
Das Cockpit im BMW M6 Cabrio © BMW

Fürs Adrenalin dagegen steht der neue V8, der mit Aufladung und Doppelturbo den bisherigen Zehnzylinder ersetzt. Der Motor klingt nicht nur um Längen besser als der alte V10, weil die M-Ingenieure ihm mit den vier Endrohren einen wundervollen Sound komponiert haben. Er hat auch noch mehr Dampf: 412 kW/560 PS und 680 Nm stehen jetzt im Fahrzeugschein und sorgen für atemberaubende Beschleunigungswerte. Immerhin kommt der M6 in 4,3 Sekunden auf Tempo 100 und bekommt für einen Aufpreis von rund 2 500 Euro mit dem M Driver’s Package Auslauf bis 305 km/h.

Dass der Motor nicht nur stärker ist, sondern auch noch sparsamer, ist in Kreisen der M-Fahrer allenfalls eine Randbemerkung wert. Wen interessieren schon 30 Prozent Effizienzgewinn und ein Verbrauch von 10,3 Litern, wenn der ohnehin nur auf dem Prüfstand zu erzielen ist und man als potenzieller M6-Kunde wahrscheinlich keine monetären Sorgen hat?

Glänzendes Fahrwerk im M6

Luxusdampfer und Rennboot – diesen Widerspruch haben die Bayern nicht nur bei Ambiente und Antritt unter einen Hut gebracht. Auch das Fahrwerk steht diesen Spagat. Natürlich kann der M6 seine zwei Tonnen Leergewicht genauso wenig verhehlen wie sein stattliches Format von fast fünf Metern. Doch es ist beeindruckend, wie scharf und leichtfüßig er sich auch über schmale Landstraßen treiben lässt. Mindestens genauso beeindruckend ist es allerdings, wie gediegen und gelassen der M6 über die Autobahn schwebt, wie wenig er sich von kurzen Querfugen aus der Ruhe bringen lässt und wie ruhig es an Bord plötzlich wird, wenn man das Dach ausnahmsweise mal zu macht.

Das Heck des BMW M6 Cabrio
Das Heck des BMW M6 Cabrio © BMW

Das allerdings ist eine Übung, die sich echte Genießer verkneifen sollten. Nicht genug, dass der eben noch so präsente Motor plötzlich arg in den Hintergrund rückt. Nein, man muss sich für den Striptease auch fast eine halbe Minute Zeit nehmen und vorher auf ein beschauliches Flaniertempo herunter bremsen. Und wo eben noch die Sonne zu sehen war, schaut man jetzt auf die hübsche Verkleidung des künstlichen Himmels. Dann kann man auch gleich noch die paar Wochen bis Ende September waren und das Coupé bestellen – und ganz nebenbei noch gut 6.000 Euro sparen. Als ob das jemand in dieser Preisklasse ernsthaft interessieren würde. (SP-X)






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