4. Juni 2007

Fahrbericht BMW M5 Touring: Kraftvoller Edellaster

BMW M5 Touring
BMW M5 Touring © Foto: Press-Inform

Für viele Beobachter sieht die Touring-Ausgabe des M5 deutlich besser aus als der Viertürer. In jedem Fall lässt der Kastenwagen dank seiner brachialen Motorleistungen Männerherzen rasen.




Von Stefan Grundhoff

Einen Kombi mit 373 kW / 507 PS, einem rennstreckentauglichen Fahrwerk und sequentiellem Getriebe braucht nun wirklich niemand - die Kritiker tönen, stimmen das Lied vom CO2-Ausstoß und dem drohenden Tempolimit an und rümpfen befremdet die Nase. Nachvollziehbar - fest steht aber, dass Kombis seit vielen Jahren dem schnöden Familienalltag entschwunden sind und gerade als Sportversionen weltweit boomen. Ein Ausflug auf die deutschen Straßen zeigt, dass jeder in einem Kombi sitzen kann.

Singles, Paare oder angehende Großfamilien können sich trotz steigender SUV- und Van-Zahlen nach wie vor für kraftvoll-elegant Lastwagen begeistern. Wenn praktische Modelle mit Huckepack-Hinterteil in der Käufergunst leiden, dann sind es die Normalo-Kombis vom Schlage eines BMW 3er Touring, Opel Vectra Caravan oder VW Golf Variant. Diejenigen, die gerne etwas mehr wollten, konnten sich in den letzten Jahren mit vielen ins Bett legen. Modelle wie Volvo V70 R, Audi S6 Avant oder Mercedes E 63 AMG lockten die finanzstarke Kundschaft, die sich für den etwas anderen Sportwagen begeistern wollte. Wolf im Schafspelz und dezentes Understatement waren gestern - heute zeigt man gerne, was man hat.

Es richtig krachen lassen

Bestes Beispiel ist der noch junge BMW M5 Touring. Nur Dilettanten und Frevler würden die Rennmaschine im drahtigen Dress mit einem Standard-5er verwechseln. 525d oder 530i reichen fraglos aus, um gleichermaßen sportlich und standesgemäß von A nach B zu kommen und noch den Frühstückskorb für die Großmutter unbeschadet und pünktlich ans Ziel zu bringen. Wer sich für einen M5 Touring entscheidet, der will fraglos mehr - viel mehr. Der will es auf der Autobahn auch einmal krachen lassen und zeigen, dass es für ihn eben nicht auch ein 535d oder ein 550i tut, mit dem sich Geschäftsleute und Familien aus Blankenese oder Grünwald gerne schmücken, wenn es eben ein Kombi sein soll.

Mächtig Eindruck schinden

Leistung ohne Ende
Leistung ohne Ende © Foto: Press-Inform

Die vergangene 5er Generation mit der Bezeichnung E 39 verzichtete auf eine imageträchtige Sportversion im Kombigewand. Die hatte es - zugegeben - recht zaghaft bereits als E 34 gegeben. 340 PS stark fräste der M5 Touring der ersten Generation jeden Vergleichskastenwagen in Grund und Boden. Die Nachfrage war gering und so haderten die Münchner beim Nachfolger zu lange und schließlich war es zu spät.

Auch beim aktuellen Modell mit der internen Bezeichnung E 60 machte es man sich intern nicht leicht. Doch längst wusste man, dass Audi wenn auch sehr spät den RS6 im Gewand des aktuellen Modells auflegen würde. Die Anpassungen an den normalen 5er Touring waren gewaltig. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Man erkennt die Potenz, man erkennt den unbändigen Willen des M5 Touring, Eindruck zu schinden und dem schönen Schein auf dem Fuß Taten folgen zu lassen. Eine Pferdestärke muss gerade einmal 3,7 Kilogramm bewegen.

Uferlos hohe Drehzahlen

Der M5 Touring lässt sich auch als Familienkutsche nutzen
Der M5 Touring lässt sich auch als Familienkutsche nutzen © Foto: Press-Inform

Zehn Zylinder, 507 PS, 520 Nm, uferlos hohe Drehzahlen und brüllende Leistungsschübe - das ist der M5 - eben auch als Touring. 0 auf 100 km/h in kaum fassbaren 4,8 Sekunden und die 250er-Abriegelung interessieren weit mehr als der in dieser Liga wenig berücksichtigenswerte Durchschnittsverbrauch von 15 Litern SuperPlus auf 100 Kilometern.

Man vermisst auch bei ihm die grandiose Handschaltung des Vorgängers. Das supersportliche Getriebe namens SMG mit sieben Stufen ist auf der Rennstrecke eine tolle Sache - im Alltagsbetrieb gibt es deutlich bessere Varianten. Sechs der elf SMG-Programme lassen sich innerhalb der manuellen Schaltfunktion vorwählen. Dabei schaltet der Fahrer von Hand. Einzige Ausnahme: die Funktion «Launch Control», die maximale Beschleunigung aus dem Stand heraus ermöglicht. Die dafür nötigen Schaltmanöver vollzieht das Getriebe selbsttätig jeweils zum idealen Schaltzeitpunkt und mit optimal geregeltem Schlupf. Ergänzend stehen im D-Modus fünf automatisierte Fahrprogramme zur Auswahl. Hier geben sich Limousine und Kombi nichts.

Dass das seinen Preis hat, ist ohne Frage und für die Kundschaft nahezu ohne Bedeutung. 94.100 Euro sind eine Menge Geld für eine grandiose Menge Fahrspaß und mit 1650 Litern Stauraum einen vernünftigen Alltagsnutzen, den beim M5 Touring wohl kaum jemand ernsthaft nutzt. Vielmehr ist der Edellaster BMW M5 Touring ein Imageträger und sieht für viele besser aus als der Viertürer.







Mehr zur Marke BMW

Premiere in FrankfurtFingerzeige für den neuen BMW 7er

BMW schickt die 7er-Baureihe in eine neue Generation. Das Flaggschiff der Münchner kann selbstständig einparken und erhält erstmals auch einen Plugin-Hybriden.


Absatzplus von 9,2 ProzentBMW Motorrad mit Rekordquartal

Die Motorradsparte von BMW befindet sich unverändert auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal des Jahres konnten die Münchner weltweit 31.370 Motorräder und Roller absetzen – ein neuer Rekord.


Händler fordern höhere RabatteBMW spürt Gegenwind in China

BMW bekommt den Nachfragerückgang auf dem chinesischen Markt zu spüren. So passen die Münchner ihre Absatzplanung für das zweite Quartal an, heißt es aus dem Unternehmen.



Mehr aus dem Ressort

Ford Gran C-Max
Neue Optik und neue MotorenFord C-Max: Kompakter Spaßmacher

Ford hat den C-Max und den Grand C-Max überarbeitet. Dazu gehören nicht nur eine frischere Optik sondern auch neue Motoren, die etwas effizienter als die Vorgänger sein sollen.


VW Golf R Variant neu VW
Kombi mit 300 PSVW Golf R Variant: Alltagssportler

Braucht man das? Einen Kombi mit 300 PS? Nein, braucht man natürlich nicht, aber der neue VW Golf R Variant sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch für hervorragende Fahrleistungen.


Der Audi RS3 Sportback betört nicht nur durch sein kehliges Röcheln.
Sieben PS mehr als Mercedes A45 AMGAudi RS3 Sportback: Stärkster Kompakt-Sportler

Äußerlich betrachtet kann man die 367 PS des Audi RS3 Sportback kaum erkennen. Doch schon mit dem ersten Gasstoß tritt die Gänsehaut hervor.