10. Mai 2007

Fahrbericht BMW K 1200 R Sport: Ein gutes Gefühl

BMW K 1200 R Sport
BMW K 1200 R Sport © Foto: Werk

BMW hat dem Naked Bike K 1200 R eine Halbverkleidung spendiert. Ein kleiner Umbau mit großer Wirkung, wie unser Test mit der 163 PS starken Maschine zeigt.




Von Frank Mertens

Sie ist geblieben, was sie bereits vorher war: ein hubraumstarker Allrounder. Doch während die altbekannte BMW K 1200 R den Fahrer bislang jenseits der 150 km/h mangels fehlender Verkleidung heftig durchrüttelte, soll nun alles ganz anders werden. Dazu haben die Bayern ihrem Naked Bike eine Halbverkleidung spendiert und hinter das R in der Modellbezeichnung ein «Sport» gesetzt.


Harmonisches Erscheinungsbild

Während ein nachträglich angebrachtes Kunststoffteil den bis dahin stimmigen Gesamteindruck eines Bikes gelegentlich auch einmal nachhaltig stören kann, ist es bei der K 1200 R Sport ganz anders. Die Halbverkleidung passt sich harmonisch dem Erscheinungsbild dieser Maschine an. Da ist nichts, was das Auge stört - und auch nicht die Knie, die vollkommen unberührt von irgendwelchen unangenehmen Kanten der Verkleidung bleiben. Die Sitzposition auf der BMW gibt keinen Grund zu Beanstandungen - auf ihr können sich selbst größere Fahrer wohl fühlen, selbst auf längeren Autobahn-Etappen.

Während man sich auf der nackten Schwester beim flotten Kilometermachen noch kräftig am Lenker festhalten musste, sorgt die Halbverkleidung für eine merkliche Reduktion des Winddrucks. Auch wenn sich die Scheibe leider nicht in der Höhe verstellen lässt, kann man auch so kurzzeitig das ganze Potenzial aus der K 1200 R Sport herauskitzeln: die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp über 260 km/h.

Mächtig Dampf aus Drehzahlkeller

BMW K 1200 R Sport
BMW K 1200 R Sport © Foto: Werk

Verkleidung hin, Verkleidung her: Spaß macht das Fahren am Limit ohnehin nur begrenzt. Die Stärken entfaltet die K 1200 R Sport eher auf kurvigen Landstraßen. Hier fühlt man sich auf ihr am wohlsten, vor allem dann, wenn es darum geht, mal schnell an langsamer fahrenden Autos vorbeizuziehen. In Situationen wie diesen braucht man auf der Sport nicht erst zurückzuschalten. Es reicht, wenn man locker am Gasgriff dreht und sich anschließend davon beeindrucken lässt, mit welchen Bärenkräften der 120 kW/163 PS starke Viertaktmotor dieses voll getankt 241 Kilogramm schwere Bike in Vortrieb versetzt. Ein maximales Drehmoment von 127 Nm, es liegt bei 8250 U/min an, sind halt eine Ansage.

Doch die Sport kann auch anders, auf ihr lässt es sich ebenso bequem cruisen, da sie sich selbst in einem hohem Gang auch in niedrigen Drehzahlbereichen problemlos bewegen lässt; von Schieberuckeln keine Spur.

In 3,2 Sekunden auf 100 km/h

Die BMW K 1200 R Sport
Die BMW K 1200 R Sport © Foto: Werk

Apropos Beschleunigungswerte: In 3,2 Sekunden katapultiert die Sport sich von 0 auf 100 km/h - und schalten muss man dafür auch nicht. Der erste Gang reicht dafür locker aus. Die Zeiten des geräuschvollen Gangwechsels bei einem Modell der K-Baureihe sind glücklicherweise Vergangenheit. Die sechs Gänge lassen sich neuerdings fast schon geschmeidig einlegen - und das ohne die bisher nervende Geräuschkulisse, die so gar nicht zu einem Motorrad passen wollte, für das der Kunde als Naked Bike mehr als 13.000 Euro auf den Tisch legen musste.

Das Fahrwerk der K 1200 R Sport bietet dem Fahrer ein ausgesprochen gutes Gefühl. Mit ihrem Radstand von 1,58 Metern liegt die BMW (Gesamtlänge: 2,23 Meter) ausgesprochen satt auf der Straße. Ihre Handling-Eigenschaften sind ebenfalls blendend. Linkskurve, Rechtskurve, Linkskurve - souverän macht die K 1200 R Sport Lastwechselreaktionen mit. Bleiben wir noch kurz beim Fahrwerk. Optional wird dieses Bike mit der elektronischen Fahwerkseinstellung ESA (Aufpreis 677 Euro) angeboten. Mittels eines Knopfdrucks lässt sich damit entweder ein Normal- oder eine Sporteinstellung wählen, ferner ist damit auch der Beladungszustand (Einpersonen- bzw. Zweipersonenbetrieb) einzugeben.

Gut regelndes ABS


Angenehm ist auch, dass bei der 14.100 Euro teuren Maschine nicht mehr der Bremskraftverstärker des optionalen ABS mit seinem surrenden Geräusch nervt. Das neue BMW Teilintegral-ABS, es kostet einen Aufpreis von 1080 Euro, ist gut zu dosieren und sorgt mit seinen feinen Regelintervallen für beruhigende Verzögerungswerte. Das Geld für das ABS ist auf jeden Fall gut investiert. Wer einmal mit ABS und einmal ohne ABS gebremst hat, wird diesen elektronischen Helfer nicht mehr missen wollen.

Und wie sieht es mit dem Verbrauch dieses Power-Bikes aus? Bei den Testfahrten schluckte die BMW (Tankvolumen 19 Liter) durchschnittlich 6,3 Liter des teuren SuperPlus-Benzins. Das könnte ruhiger weniger sein. Doch sieht man einmal von ihrem großen Durst ab, ist die K 1200 R Sport ein faszinierendes Motorrad.






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