23. Februar 2012

Fahrbericht Beeindruckendes Facelift Audi RS5: Heiße Hatz durch die Wüste

Audi hat den RS5 überarbeitet
Audi hat den RS5 überarbeitet © Audi

Der überarbeitete Audi RS5 bietet atemberaubende Eigenschaften und Leistungen. Trotz einer Verbrauchsreduktion fallen die angebenen Verbrauchsangaben der kontinuierlich aufkeimenden Fahrfreude zum Opfer.




Von Fabian Hoberg

Wenige Autos faszinieren so wie Sportcoupés. Sie bieten nicht nur Leistung, sondern auch Platz für die Kleinfamilie – zumindest theoretisch und eingeschränkt. Tatsächlich spielen beim Kauf etwa des 77.700 Euro teuren Audi RS5 solche Erwägungen natürlich nur eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr um Leistung, Fahrspaß und Optik. Letztere steht beim Facelift des Ingolstädters im Mittelpunkt.


Audi RS5 mit 450 PS bestückt

Der Asphalt der Wüstenstadt flimmert noch, als die Tachonadel kurz nach Zündung des V8 kurz wild ausschlägt – fast so ungezügelt wie das Leben auf dem Strip von Las Vegas. Der neue Audi RS5 passt in die Spieler- und Partystadt wie Cowboy-Hut und Steak nach Nevada: bulliger 4,2-Liter-V8 mit 331 kW/450 PS mit einem noch bulligeren Sound, Kraft und Potenz im Überfluss.

Dem Fahrer des Pick-Ups fällt die Kinnlade runter, als das Gaspedal des Audis das Bodenblech berührt und der V8 die Luft zum Zittern bringt. Die Reifen beißen in den Asphalt wie ein hungriger Cowboy in seinen saftigen Burger. Maximal wirken dank des Kronenrad-Mittendifferenzials 85 Prozent der Leistung auf die Hinterachse und maximal 70 Prozent auf die Vorderräder. Der Standard liegt bei 40:60 zu Gunsten der Hinterräder.

Audi RS5 in 4,6 Sekunden auf 100 km/h

Bis zu 280 km/h schnell wird der Audi RS5
Bis zu 280 km/h schnell wird der Audi RS5 © Audi

Auch ohne der Katapultstart-Hilfe "Launch Control" liegt nach nur 4,6 Sekunden Tempo 100 an – und danach garantiert eine Nacht in der Polizeizelle von Las Vegas. Wenn es raus in die Wüste gehen würde, hätten die Cops aber keine Chance: Der RS5 regelt serienmäßig bei 250 km/h ab, da hält kein Ford Crown Victoria der Ordnungshüter mit. Für einen Aufpreis von 1500 Euro bleibt die Tachonadel sogar erst bei 280 km/h stehen.

So oder so wird der Durchschnittsverbrauch von 10,8 Liter auf 100 Kilometer bei solcher Fahrweise klar verpasst und die typischen Alu-Gehäuse der Außenspiegel werden ganz ganz heiß. Bei Beschleunigungsorgien drückt es die beiden Frontpassagiere in die eng geschnittenen aber bequemen Sportsitze. Für Racer bietet Audi optional Schalensitze an, für die Gemütlichen unter den Sportfahrern Klimakomfortsitze.

Feinfühlige Lenkung im Audi RS5

Sportlich geht es auch im Cockpit des Audi RS5 zu
Sportlich geht es auch im Cockpit des Audi RS5 zu © Audi

Wie beim Vorgänger gibt es den RS5 lediglich mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic, das die Gänge so schnell durch die Gassen zieht wie Lucky Luke seinen Colt. Um noch schneller durch die Gegend zu schießen, bietet Audi ein sperrbares Sportdifferential, Dynamiklenkung und adaptives Sportfahrwerk mit variabler Dämpfererkennung an.

Neu an Bord des Coupés ist die auch im Standard-A5 eingeführte elektromechanische Lenkung, die noch feinfühliger und direkter arbeitet, ohne dabei so synthetisch zu wirken wie die Hotels am Las Vegas Strip. Das Multifunktionslenkrad hat neue Bedientasten bekommen ebenso wie das Infotainment-System MMI, das jetzt schneller reagiert und mehr Funktionen bietet. Und auch die Sicherheitssysteme wie Tempomat mit Abstandswarner und Stop-and-Go-Funktion sowie der Spurhalte-Assistent stammen vom zwei Zentimeter höheren A5.

Harte Konkurrenz für Audi RS5

Optional gibt es Keramikbremsen für den Audi RS5
Optional gibt es Keramikbremsen für den Audi RS5 © Audi

Die Auffrischung wurde nicht nur wegen der optischen Anpassung an die Modellfamilie nötig. Denn die Konkurrenz drängelt längst auf der linken Spur. Der BMW M3 mit 309 kW/420 PS kostet 68.750 Euro, der Mercedes C63 AMG mit 400 kW/544 PS ab 72.590 Euro und für den ganz neuen Porsche 911 Carrera mit 294 kW/400 PS müssen mindestens 88.037 Euro bezahlt werden.

Die Ingolstädter haben bei Motor und Fahrwerk des RS5 aber lediglich Feinheiten geändert, etwa härtere Gummilager verwendet. Einen großen Unterschied zum Vorgänger kann man dabei nicht erkennen. Und das ist gut so, denn nicht nur die lange Strecke beherrscht der RS5, sondern ebenso Kurvenkombinationen. Weitgehend neutral hält er seine Spur, schnüffelt tief am Asphalt wie ein Coyote an seiner Fährte und lässt sich trotz der neuen serienmäßigen 19-Zoll-Räder mit 265/35er Breitreifen durch keiner Spurrille aus der Ruhe bringen. Optional bietet Audi eine Keramikbremsanlage mit Sechs-Kolben-Festsätteln.

Bissigerer Auftritt des Audi RS5

Den Audi RS5 wird man meist von hinten betrachten
Den Audi RS5 wird man meist von hinten betrachten © Audi

Optisch ist der neue RS5 von seinem nur ein Jahr gebauten Vorgänger schnell zu unterscheiden: Neu gestaltet zeigen sich die Konturen der Scheinwerfer mit ihrem prägnanten LED-Tagfahrlichtband, der längere silberfarbene Kühlergrill mit den oben abgeschrägten Ecken und die größeren Lufteinlässe. Schon im Stand wirkt das Coupé damit kräftiger und bissiger.

Am Heck ist es vor allem an den neu gezeichneten LED-Rückleuchten zu erkennen. Die werden sich die meisten Autofahrer einprägen müssen. Denn von vorne werden sie den schnellen Ingolstädter eher selten zu Gesicht bekommen. (SP-X)






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