2. Dezember 2009

Fahrbericht Audi Q5 3.0 TDI Abt Das sportlichste Q

Der Audi Q5 Abt
Der Audi Q5 Abt © Foto: press-inform

Wer sich für einen Q5 entscheidet, dem wird vieles geboten. Doch eine Sportversion hält Audi bei dem Mittelklasse-SUV nach wie vor in der Schublade. Haustuner Abt schärft den Q5 optisch und technisch nach. 310 PS und 20-Zöller sind Spaßgaranten.




Von Stefan Grundhoff

176 KW / 240 PS und 500 Nm Drehmoment - an sich ordentliche Rahmenbedingungen für einen dynamischen Vortrieb in dem ausgewogenen Audi Q5. Doch wer die einst rallyegeleiteten Sportgene seiner Marke derart provokant in die weite Automobilwelt hinausträgt, darf sich nicht wundern, wenn ein Teil seiner Q5-Kundschaft mit scharrenden Hufen auf eine Sportversion mit dem S- oder gar RS-Logo im Signet wartet. Schweigen in Ingolstadt - Trompeten im Allgäu. Zum Glück gibt es da noch die Familie Abt aus Kempten. Diese hat sich längst nicht nur durch Rennsporterfolge der Sprösslinge einen wohl klingenden Namen gemacht, sondern darf im Hause Audi auch nach Herzenslust tunen, was das Zeug hält. Beliebtes Opfer ist der immer noch junge Audi Q5. Schon allein deshalb, weil sein Hersteller ihm nach wie vor sportliche Ausführungen verwehrt. Wer somit mehr Pfeffer unter der Haube seines Ingolstädter Fünfers möchte, kommt um einen Q5 Abt nur schwer herum.


Enormer Drehmomentzuwachs

Da sich in der Liga der Mittelklasse-SUV Benzinversionen einer allenfalls fadenscheinigen Nachfrage erfreuen, ist der Audi Q5 3.0 TDI als Basis aller dynamischen Bestrebungen im Modellprospekt aktuell die beste Wahl. Wer sich mit weniger zufrieden geben will, kann auch eine Leistungsspritze für den 170-PS-Diesel mit vier Zylindern bekommen. Doch hier gibt es lediglich einen müden Nachschlag von 20 Pferden. Wer die Dynamik wirklich spüren will, ist mit dem Sechszylinder-Selbstzünder Abt Power S Q5 3.0 TDI, der nach der Leistungskur eindrucksvolle 228 KW / 310 PS leistet, bestens bedient. Neben den 70 PS mehr gibt es durch den vergrößerten Turbolader auch einen Drehmomentzuwachs von 500 auf 600 Nm, die ab 2200 Touren zur Verfügung stehen.

Abgesehen von der nachgeschärften Optik mit bulligen Schürzen, 20-Zöllern, Sportfahrwerk mit Tieferlegung sowie der geänderten Bremsanlage bleibt die die Technik nahezu beim Alten. Statt der üblichen 225 km/h Spitze knackt der Abt Q5 mit einigem Anlauf die 250er-Marke auf dem Tacho. Real sind das 240 km/h Spitze. Beim Kurzstreckenspurt verbessert sich der Allradler von 6,5 auf 5,9 Sekunden. In der Realität nahezu unbeachtlich, aber im Freundeskreis immer ein Zeichen von hinzugewonnener Dynamik. Möglich wird das Leistungsplus nicht allein durch ein geändertes Motormanagement, sondern schlicht durch einen deutlich größeren Turbolader, der mehr Luft in das Triebwerk hineinpresst. Die siebenstufige Doppelkupplung S-Tronic sowie der Allradantrieb bleiben dagegen ebenso wie das Q5-Interieur unverändert.

Echter Hörgenuss

Leicht hungriger Klang
Leicht hungriger Klang © Foto: press-inform

Das Leistungsplus macht sich im normalen Fahrbetrieb abgesehen von dem selbstbewussteren Auftritt nur durch einen leicht hungrigen Klang bemerkbar. Unten herum ändert sich beim Vortrieb allzu wenig und auch der sonst nicht allzu kernige Klang des Commonrail-Diesels wird zu keinem echten Hörgenuss. Geht man mit dem Gaspedal etwas hungriger zur Sache kann man dem Abt Q5 seinen engagierteren Tatendrang faktisch und akustisch jedoch nicht absprechen. Doch um das eigentliche Leistungsplus erlebbar zu machen, muss man seinen Lebensraum wechseln. Von der überfüllten Innenstadt geht es auf die Landstraße und später auf die A7. Die Gänge manuell bedient und sogar ausgedreht, kann man den Leistungszuwachs nicht mehr überspielen. Hier geht der Abtling deutlich kraftvoller zur Sache als sein Serienbruder.

Dass man sich unter 70 PS Zuwachs etwas mehr Biss vorgestellt hat, kann man jedoch kaum verhehlen. Aber noch eindrucksvolleres ist angesichts von 1,8 Tonnen Leergewicht und einer entsprechenden SUV-Aerodynamik kaum herauszuholen. Immerhin soll sich der Durchschnittsverbrauch nach der Abt Turbo-S-Behandlung nicht nennenswert in die Höhe geschraubt haben. Abt verspricht 7,5 Liter auf 100 Kilometern - den gleiche Wert wie der Serien-Q5 3.0 TDI. Die Schadstoffklasse Euro5 bleibt obligatorisch.

Runde 70.000 Euro

Nicht ganz billiges Vergnügen
Nicht ganz billiges Vergnügen © Foto: press-inform

Die Leistungssteigerung von 240 auf 310 PS hat einen stolzen Preis. 4770 Euro rufen die Tuning-Experten auf Kempten für den spurtstarken Abt Q5 auf. Ersetzt man die allzu schmächtigen 17-Zöller noch durch einen standesgemäßen 20-Zoll-Radsatz mit 275er Reifen werden nochmals 6140 Euro vom Konto abgebucht.

Um das ganze komplett zu machen, sollte man sich zudem mit der Idee der Tieferlegung von Karosserie und Schwerpunkt beschäftigen. Macht nochmals schmale 400 Euro extra. So liegt ein schmächtig ausgestatteter Abt Audi Q5 3.0 TDI (Basispreis 48.500 Euro) mit entsprechenden Annehmlichkeiten schnell bei rund 70.000 Euro. Individualität hat eben seinen Preis.






Mehr zur Marke Audi

Serienstart des Gran Turismo ab 2019E-Tron Sportback Concept: Audis zweiter Stromer

Audi präsentiert auf der Automesse in Shanghai das zweite reine Elektroauto des Unternehmens. Wie schon beim SUV-Stromer vergeht auch beim Gran Turismo noch einige Zeit bis zur Serienreife.


Chinesischer Markt beeinflusst erstes QuartalAudi fällt im Premium-Dreikampf zurück

Die sinkenden Verkaufszahlen auf dem chinesischen Markt haben Audi die Bilanz des ersten Quartals verhagelt. Neue Modelle sollen in den kommenden Monaten für eine Trendumkehr sorgen.


Auf 200 Einheiten limitiertAudi bringt beim R8 Farbe ins Spiel

Audi trägt den Erfolgen im Kundensport Rechnung. Dem GT3-Modell stellt der sportliche Ableger der Ingolstädter nun auch eine limitierte Serienvariante zur Seite.



Mehr aus dem Ressort

Mercedes GLE Coupe neu Aufmacher AG/Mertens
Kein Auto für die StadtMercedes GLE Coupé: Ein großes Missverständnis

Es gibt Autos, mit denen wird man persönlich nicht warm. Man versucht es, man bemüht sich, doch letztlich scheitert man. Das kommt ziemlich selten vor, doch beim Mercedes GLE Coupé war das der Fall. Warum? Lesen Sie unseren Fahrbericht


Der Opel Ampera-e ist der Reichweiten-Champion der Elektroautos
Geringe Verfügbarkeit des ElektroautosOpel Ampera-e: Dynamischer Reichweiten-Champion

Die Angst vor fehlender Reichweite hat Opel mit dem neuen Ampera-e zu den Akten gelegt. Dafür bauen sich andere Hürden auf, die der Stromer-Champion überwinden muss, damit sich das Straßenbild auch mit dem Fünfsitzer füllt.


Der Vesta soll Lada neuen Schwung bringen
Kompaktklasse aus RusslandLada Vesta: Von der römischen Göttin zum russischen Stufenheck

Mit dem Vesta will Lada das angestaubte Image ablegen. Zwar wird der Kompakte in für hiesige Längengrade zunächst nur in der ungewöhnlichen Stufenheck-Variante angeboten, bietet dabei aber doch einige Farbtupfer.