Audi A7: Ein kerniger Typ

Durchzugsstarker 3.0 TDI

Audi räumt Einbau von Schummelsoftware ein. © Audi

Schöne Coupés wie den Audi A7 muss man nicht mögen. Allerdings leicht fällt das nicht. Erst recht, wenn man wie hier im überwältigenden Innenraum dahinschmilzt.

Von Peter Eck

Wer seine Kinder jedoch aus dem Haus hat und ein schickes Fahrzeug auch für die ganz lange Strecke sucht, ist mit dem A7 von Audi gut bedient. Aber warum vier Türen? Natürlich um die Samstags-Einkäufe komfortabel im Fußraum des Fonds unterzubringen. Soviel Luxus muss schon sein, auch wenn der A7 einen riesigen Kofferraum von 535 Litern hat, in dem man die Semmeln womöglich nicht wiederfände.

Kernig und durchzugsstark

Genug Klischees. Unser Testwagen ist ja eigentlich auch ein eher handfester Typ. Der 3,0-Liter-Diesel wirkt kernig und sehr durchzugsstark. Zudem ist der Allradantrieb Quattro mit an Bord. Dieses Coupé gehört nicht in die Warmduscher-Ecke.

Obwohl die Sicht aufs Heck nicht jeden zu überzeugen vermag. Die lange Heckklappe kann serienmäßig immer auf Knopfdruck geschlossen werden, geöffnet sowieso – mündet über die Abrisskante in ein schmales Heck, das dadurch optisch nach unten gedrückt wird und eher schwächlich denn elegant erscheint.

Beeindruckender Innenraum

Schichtholz-Look Audi

Sonst überzeugt dieser Audi aus jeder Perspektive. Selbst der häufig kritisierte sogenannte Single-Frame-Kühlergrill gefällt hier. Der Innenraum des Audi ist eine wahre Pracht. In unserem Testwagen war eine Art Schichtholz im aktuell angesagten „Yacht-Look“ verarbeitet.

Die Bedienung des A7, sein großer Monitor und die logischen Menüführungen mitsamt fast perfekt funktionierender Sprachsteuerung macht eine Navi-Eingabe oder die Suche nach dem richtigen Sender zum Vergnügen.

In Bewegung

Der A7 misst 5,35 Meter Audi

Hat er sich erst einmal in Bewegung gesetzt, fährt sich der A7 derart unspektakulär, dass man angesichts dieser Perfektion vielleicht sogar enttäuscht sein könnte. Es gibt übrigens auch noch stärkere Diesel, aber 204 PS reichen allemal aus, zumal bei einem Testverbrauch von knapp 8,5 Liter. Der Innenraum ist sehr gut gekapselt – die schnöde Außenwelt darf draußen bleiben.

Was für ein Gerät man da bewegt, merkt man allerdings spätestens im engen Parkhaus. Dann piepst es angesichts sich drohend nähernder Hindernisse ununterbrochen. Und der Wendekreis von fast 12 Metern ist auch keine Hilfe. Mit einem reservierten Parkplatz ist man klar im Vorteil.

Raum für Extras

535 Liter Stauraum im Heck Audi

Im Grundpreis von 55.150 Euro sind schon durchaus viele Dinge enthalten – Xenon-Licht etwa oder auch Klimaautomatik, ein relativ einfaches Radio, 18-Zoll-Alus oder die erwähnte elektrische Schließung des Kofferraums -, aber es bleibt natürlich Raum für Extras. Ledersitze (ab 1.930 Euro), Metallic-Lack (ab 950), Navigation (ab 2.380) sind ein Muss für den Wiederverkauf, LED-Scheinwerfer (1.800) dürften ebenfalls positiv wirken. Da ist die 70.000- Euro-Marke in nicht allzu weit. (spx)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).