24. Februar 2010

Fahrbericht Audi A6 3.0 TFSI Quattro Oberklasse in der Mittelklasse

Der A6 bietet Oberklasse in der Mittelklasse
Der A6 bietet Oberklasse in der Mittelklasse © Foto: Audi

Autofahren als Genuss ist im Audi A6 jederzeit möglich. Doch der Genuss hat aufgrund der wundervollen Ausstattungsfeatures seinen teuren Preis.




Von Silke Koppers

Gediegen und noch nicht so groß wie eine Oberklasselimousine, stattlich und zugleich sportlich - einen solchen Kompromiss bietet der Audi A6 Quattro mit dem 213 kW/290 PS starken 3,0-Liter-TFSI-Benzinmotor und kompletter Zusatzausstattung. Dementsprechend hat die Mittelklasselimousine mit der Oberklasse-Ausrüstung auch ihren Preis: Auf 76.494,94 Euro kommt insgesamt das Rundum-Sorglos-Paket, und ist damit weit entfernt vom Einstiegspreis von den 40.252,10 Euro, die der A6 mit dem gleichen Motor in der Basisausstattung kostet.


Reichliche Entlohnung

Doch für die hohen Anschaffungskosten wird der Käufer auch reichlich entlohnt: Die feudale Ausstattung des Ingolstädter umfasst das S line-Exterieur- sowie Sport-Paket mit unter anderem Chromeinfassungen der runden Nebelscheinwerfer, Heckspoiler, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Sport-Ledersitzen sowie einem elektrisch verstellbaren Sport-Lederlenkrad mit Schaltwippen. Das bei Audi MMI genannte Multimediasystem ermöglicht neben der Wegbeschreibung per Navigationsgerät auch den Empfang verschiedener Radio- und Fernsehsender samt Videotext. Die Bildqualität auf dem sieben Zoll großen Bildschirm ist erstaunlich gut. Die Klimaanlage und das Bluetooth-Autotelefon sind angesichts der übrigen Features daher selbstverständlich. Ein Bose-Sound-System rundet die umfassende Komfortausstattung ab.

All das ist eingebettet in eine elegant-klare Linienführung, hochwertige Materialien und mit einem großzügigen Raumangebot für vier Personen kombiniert. Lange Fahrten werden in den bequemen und zugleich Halt gebenden Sitzen zum Reisevergnügen. Lediglich der Mittelplatz im Fond ist schmalen Menschen vorbehalten. Dafür passt in den Kofferraum die Ski-Ausrüstung für vier Insassen. Alternativ findet auch der Familieneinkauf in dem 565 Liter großen Gepäckraum mit niedriger Ladekante Platz.

Komfort durch Sicherheit

Für Komfort sorgt auch die Sicherheitsausstattung, die unter anderem eine akustische und optische Einparkhilfe samt Rückfahrkamera umfasst. Hinzu kommt der Spurwechselassistent mit der Überwachung der toten Winkel und der Warnfunktion sowie die automatische Distanzregelung, die auf den optimalen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug aufmerksam macht. Ebenso zur Sicherheitsausstattung gehört ein von der Reifenwahl unabhängiges Reifendruckkontrollsystem, das den Druck regelmäßig kontrolliert und sich bei Druckverlust sofort meldet. Gleichermaßen Komfort als auch Sicherheit bietet der Fernlichtassistent, der bei Gegenverkehr das eingeschaltete Fernlicht automatisch abstellt, und erst wieder einschaltet, wenn niemand geblendet werden kann.

Trotz all dieser elektronischen Helferlein kommen in dem 4,93 Meter langen Gefährt die hervorragenden Fahreigenschaften nicht zu kurz: Es ist schon ein Genuss, ihn zu fahren. Ohne bedeutende Verzögerung treibt der V6-Kompressormotor mit seinen 213 kW/290 PS aus jeder Drehzahllage die Limousine voran, so dass innerorts, aber auch auf freier Bahn, unmerklich schnell das Tempolimit erreicht wird. Bei jeder Beschleunigung wird der Fahrer sanft in die Sportsitze gedrückt.

Saubere Laufkultur

Das sechsstufige Automatikgetriebe überträgt die Kraft von 420 Nm auf Vorder- und Hinterachse, der Allradantrieb mit leicht heckbetonter Auslegung sorgt für eine souveräne und statte Straßenlage. Die Reifen kleben förmlich am Asphalt. Etwas früher und dadurch sportlicher schaltet das Getriebe im S-Modus. Doch bereits im Normalfahrmodus schafft der Ingolstädter den Sprint von null auf 100 km/h in 5,9 Sekunden. Der Vortrieb endet bei der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Selten bereitet die Kombination aus potentem Motor, Getriebe und Allradantrieb eine solch saubere Laufkultur wie in diesem Fall. Dabei ist der vom Hersteller angegeben Normverbrauch von 9,4 Litern Superbenzin auf 100 Kilometern allerdings kaum zu erreichen. In der Praxis genehmigt sich das stattliche Vehikel mindestens 11,2 Liter Sprit, bei Fahrten mit Sprinteinlagen gern 12,0 Liter aus dem 70 Liter-Tank. Somit sind Reichweiten von rund 583 Kilometer ohne Stopp möglich.

Luftfederung als Sparfaktor

Sparen kann man sich dagegen die 1638,66 Euro teure Luftfederung in der Mittelklassesänfte. Zwar sollen die drei Höhenniveaus für den Normalbetrieb, für die Autobahn und für unebenes Terrain, die insgesamt um drei Zentimeter voneinander differieren, für mehr Fahrstabilität und weniger Kraftstoffverbrauch sorgen. Im Alltag lässt sich davor jedoch kaum etwas spüren - dafür müsste man den 1710 Kilogramm schweren Wagen schon häufig im Grenzbereich bewegen. Für die sportliche Fahrweise eines Normalsterblichen reicht die Stabilität des A6 ohne Luftfederung allemal. Und stattlich wie in einem Oberklassefahrzeug kann nahezu jede Route bewältigt werden. (mid)






Mehr zur Marke Audi

610 PS LeistungAudi R8 Spyder V10: Das Plus macht den Unterschied

Der neue Audi R8 Spyder V10 Plus sorgt für beeindruckende Fahrleistungen. Gerade einmal 3,3 Sekunden vergehen bis Tempo 100. Doch so beeindruckend ist auch der Preis


Schaeffler und Audi verlängern Verträge«Formel E als beste Plattform der Elektromobilität»

Die Elektromobilität steckt in Deutschland immer noch in der Nische. Die Formel E zieht immer mehr Hersteller an und kann einen emotionalen Beitrag für mögliche Antriebe in der Zukunft leisten.


Trotz positiver Signale aus ChinaAudi im Mai mit Absatzeinbußen

Audi musste auch im Mai einen Rückgang bei seinem weltweiten Absatz hinnehmen. Die VW-Tochter konnte 2,8 Prozent weniger Fahrzeuge absetzen als im Vorjahresmonat. In China hofft man wieder auf positive Zahlen.



Mehr aus dem Ressort

Nissan hat dem Qashqai ein neues Aussehen verliehen
Facelift für Crossover-PionierNissan Qashqai: Schönheitskur für den Spitzenplatz

Nissan hat den Qashqai vor allem optisch neuen Glanz verliehen. Technische Neuerungen für den unternehmenseigenen Bestseller sind zwar in der Pipeline, aber noch nicht im Crossover.


Gut 80 Prozent der Insignia-Kunden wählen die Kombivariante
Marktstart des Kombis am 24. JuniOpel Insignia Sports Tourer: Sag beim Abschied glanzvoll Servus

Opel lässt mit dem Insignia Sports Tourer die Zusammenarbeit mit Modellen der bald vergangenen Mutter General Motors auslaufen. Der besonders in Deutschland beliebte Mittelklasse-Kombi legt sich dabei mächtig ins Zeug in Richtung Premium.


Elektrische Reichweite von 155 KilometernSmart Fortwo Cabrio ED: Den Sommer genießen

Nun ist das Angebot komplett. Nach dem elektrisch angetriebenen Zwei- und Viersitzer bietet Smart vom Fortwo auch ein Cabrio an. Bei diesen sommerlichen Temperaturen ist es zweifelsfrei die schönste Art, mit diesem Kleinwagen unterwegs zu sein.