23. April 2007

Fahrbericht Audi A5 3.0 TDI: Bella Macchina

Der Audi A5 3.0 TDI quattro
Der Audi A5 3.0 TDI quattro © Foto: AG/Mertens

Der Ingolstädter Autobauer Audi hat nach elf Jahren wieder ein großes Coupé im Angebot. Der A5 sieht nicht nur ausgesprochen gut aus, sondern bietet auch glänzende Fahrleistungen, wie unser Test mit dem 3.0 TDI zeigt.




[i]Von Frank Mertens[/i]


Gutes braucht manchmal halt ein wenig länger, um das Licht der Welt zu erblicken. Das trifft auch auf den A5 zu, den neusten Audi. Elf Jahre nachdem die Ingolstädter ihr letztes viersitziges Coupé herausgebracht haben, kommt im Juni nun der A5 auf den Markt. Wer derzeit über den Kauf eines Coupés nachdenkt, sollte sich auf jeden Fall noch etwas gedulden. Denn der A5 ist das Schönste, was man derzeit im Produktportfolio von Audi finden kann. Bereits vor dem Marktstart in knapp zwei Monaten steht fest: der A5 wird im Coupé-Segment für gehörig Unruhe sorgen.

Mehr als Schönheit

Augenweide auf Rädern
Augenweide auf Rädern © Foto: AG/Mertens

«Dieses Auto sollte nicht nur schön sein, es sollte überwältigend sein», sagt dann auch Walter de Silva, der Chefdesigner des VW-Konzerns. Bei diesem Anspruch überrascht es nicht, dass der A5 für de´Silva das «schönste Auto ist, das ich je entworfen habe».

Die Begeisterung, die der Italiener für dieses klassische Sportcoupé offenbart, ist verständlich. Denn wenn man den zweitürigen A5 betrachtet, dann ist dieses Auto eine Augenweide; es ist ein Statement auf Rädern.

Führungsanspruch untermauert

Der Audi S5 (l.) udn der A5
Der Audi S5 (l.) udn der A5 © Foto: AG/Mertens

Und ein solches Statement ist auch nötig. Schließlich hat sich Audi viel vorgenommen. Bis zum Jahr 2015 wollen die Ingolstädter 1,5 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Die Parole von Audi-Chef Rupert Stadler ist eindeutig. Er will Audi zum weltweit führenden Premiumhersteller machen.

Dem A5 kommt auf dem Weg dahin eine wichtige Rolle zu. Schließlich will man von ihm pro Jahr um die 30.000 Stück verkaufen, was eher zurückhaltend sein dürfte. Doch die Absatzzahlen sind das eine, die Modellstrategie von Audi das andere. Hier dürfte der A5 mit seinem Design Vorreiter für kommende Modelle sein, beispielsweise einen A7.

Schönheit allein reicht nicht

Der V6-Motor im Audi A5 3.0 TDI
Der V6-Motor im Audi A5 3.0 TDI © Foto: Werk

Doch Schönheit allein reicht nicht, um Erfolg zu haben. Auch die Fahrdynamik muss stimmen, wenn man es mit der Konkurrenz aufnehmen will. Natürlich verfügt auch das neue Audi-Coupé - vor allem als S-Line und insbesondere als S5 - über genügend sportliche Gene. Doch damit haben es die Fahrwerksspezialisten von Audi unter der Leitung von Horst Glaser nicht übertrieben. «Bei allem Hang zur Sportlichkeit sollte der A5 über ausreichend Komfort verfügen», sagt Glaser.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat Glaser mit seinem Team für den A5 ein neues Fahrwerk konzipiert. Unter anderem wurde die Vorderachse für die Längsmotorbauweise sehr weit vorne platziert. Dadurch konnte bei dem 4,63 Meter langen A5 ein Radstand von 2,75 Meter realisiert werden. Die Fünflenker-Vorderachse wurde mit Aluminiumlenkern in Leichtbauweise konstruiert. «Das reduziert die ungefederten Massen und sorgt entsprechend für mehr Fahrkomfort», erklärt Glaser. Hinten kommt eine Trapezlenker-Hinterachse mit neuer Kinematik zum Einsatz.

Souveränes Fahrwerk

Das Heck des Audi A5
Das Heck des Audi A5 © Foto: AG/Mertens

Die Arbeit hat sich gelohnt, wie unsere Testfahrten mit dem 3.0 TDI mit 176 kW/240 PS und quattro-Antrieb rund um Verona zeigten. Auf den kurvenreichen Bergstrecken macht das Fahrwerk des A5 seine Sache ausgesprochen gut: Schlechte Straßenverhältnisse schluckt das Fahrwerk souverän, nichts lenkt den Fahrer vom Cruisen ab. Und was ist mit denen, die es auch mal sportlicher mögen? Kein Problem, auch die kommen auf ihre Kosten.

Selbst bei der Jagd durch die engen Serpentinen lässt sich der A5 nicht aus der Ruhe bringen. Er bleibt sicher in der Spur. Das Heck scherte bei zu schneller Kurvenjagd zwar manchmal leicht aus, doch das steigert nur den Fahrspaß. Denn der A5 befindet sich in solchen Momenten noch längst nicht in Grenzbereichen. Prima ist, dass das ESP in solchen Momenten nicht zu früh eingreift.

Spaß in den Kurven

Eleganz und Sportlichkeit
Eleganz und Sportlichkeit © Foto: AG/Mertens

Der von uns getestete Topdiesel ist ein wahres Kraftpaket. Bereits ab 1500 Umdrehungen stellt er sein maximales Drehmoment von 500 Nm zur Verfügung und hält es bis 3000 U/min.. Mit diesem Motor macht es richtig Spaß, aus den Kurven heraus zu beschleunigen. Von 0 auf 100 km/h sprintet der 1610 Kilo schwere A5 in 5,9 Sekunden. Der S5 mit seinen 354 PS ist gerade einmal 0,8 Sekunden schneller!

Wie alle A5-Modelle liegt die Höchstgeschwindigkeit bei elektronisch abgeregelten 250 km/h. Als Durchschnittsverbrauch gibt Audi 7,2 Liter an. Die CO2-Emission liegt bei 191 g/km. Das Sechsganggetriebe verrichtet eine ebenso gute Arbeit wie die Lenkung, die im A5 aber fast schon ein wenig zu komfortabel abgestimmt ist. Etwas mehr Straffheit täte ihr gut.

Keine offenen Wünsche im Innenraum

Das Cockpit im Audi A5
Das Cockpit im Audi A5 © Foto: Werk

Der Innenraum lässt keine Wünsche offen. Die Instrumente sind auf den Fahrer ausgerichtet, die Sitze bieten glänzenden Seitenhalt und die Wertigkeit ist bestens. Aber das kennt man ja bereits von Audi. Das Platzangebot ist zumindest für Fahrer und Beifahrer glänzend: Sie können bequem unterwegs sein. Zudem können sie viel Gepäck mitnehmen. Denn der A5 bietet Platz für 455 Liter, ein sehr guter Wert. Zudem lassen sich noch die Rücksitzlehnen umklappen.

Auf den hinteren beiden Sitzen sollte man indes nur Personen mitnehmen, die nicht größer als 1,80 Meter sind. Für Großgewachsene ist es aufgrund der geringen Kopffreiheit kein Vergnügen, im A5 längere Zeit im Fond mitfahren zu müssen.

Der Spaß, einen A5 zu fahren, beginnt bei 33.000 Euro für den jedoch erst ab Herbst erhältlichen 1.8 TFSI (125 kW/170 PS) und reicht über den 3.2 TFSI V6 (195 kW/265 PS), den 2.7 TDI (140 kW/190 PS), den 3.0 TDI (176 kW/240 PS) bis zum S5 mit V8-FSI (260 kW/354 PS). Für das Topmodell verlangt Audi 55.900 Euro. Das sind 10.800 Euro mehr als für den von uns getesteten 3.0 TDI.






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