Grüne kritisieren EU-Vorgaben für CO2-Ausstoß

15 Prozent Reduktion bis 2025

Die EU macht der Branche nur geringe CO2-Vorgaben.
Die EU macht der Branche nur geringe CO2-Vorgaben. © dpa

Die Grünen haben mit Kritik auf die geplanten EU-Vorgaben für den CO2-Ausstoß für Autos und Vans bis 2022 reagiert. Der Vorschlag sei eine Mogelpackung, sagte Fraktionsvize Krischer.

Die Grünen kritisieren die geplanten EU-Vorgaben zur Senkung der Klimagase bei Autos und Vans. «Der Vorschlag der EU-Kommission ist eine Mogelpackung», sagte der Fraktionsvize im Bundestag, Oliver Krischer, am Mittwoch. «Ganz offensichtlich haben die Lobbyverbände der Automobilwirtschaft bei der Kommission mal wieder ganze Arbeit geleistet.»

Auch mit dem neuen Vorschlag für die Jahre 2022 bis 2030, der am Mittwoch in Brüssel vorgestellt werden sollte, werde es weiter «Betrügerei bei Spritverbrauch und CO2-Ausstoß» geben, kritisierte Krischer. «Statt Prozenttricksereien, brauchen wir hier klare Grenzwerte, die die Fahrzeuge auch im Alltagsbetrieb einhalten müssen.» Gebe es zu schwache Vorgaben aus Brüssel, müsse die Bundesregierung auf nationaler Ebene nacharbeiten.

Bonuspunkte im Gespräch

Die EU-Kommission wollte am Vormittag über einen vorab ausgehandelten Kompromiss entscheiden. Bis 2025 sollen demnach Neuwagen 15 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen, bis 2030 dann 30 Prozent weniger. Sonst drohen den Autobauern deftige Strafen. Eine verbindliche Quote für Elektroautos oder andere alternative Antriebe soll es aber nicht geben.

Stattdessen ist ein Anreizsystem geplant: Wenn die Unternehmen ihren Anteil an abgasarmen oder abgasfreien Modellen rasch steigern, sollen sie beim Erreichen der CO2-Ziele Bonuspunkte bekommen. Dies gilt, wenn 2025 mehr als 15 Prozent und 2030 mehr als 30 Prozent ihrer verkauften Flotte emissionsarm sind. (dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).