Erdgasinitiative fordert politische Entscheidungen

Dritter Fortschrittsbericht

Staatssekretär Norbert Barthle (Mitte) erhält den Forschungsbericht.
Staatssekretär Norbert Barthle (Mitte) erhält den Forschungsbericht. © dena

Die Automobilhersteller haben das Angebot an Erdgasfahrzeugen stark ausgeweitet und warten auf die Verlängerung der Steuerbegünstigung. Nach Informationen der Autogazette sollen diese bald folgen.

Mit der Übergabe des dritten Forschungsberichtes an den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Norbert Barthle, hat die Initiative Erdgasmobilität zugleich die zeitnahe Umsetzung der geplanten Steuerbegünstigung für den Kraftstoff Erdgas gefordert. „Ein halbes Jahr vor dem UN-Klimagipfel in Paris muss die Politik Erdgasmobilität entsprechend ihrer Ankündigungen endlich stärken. Andernfalls bleibt der Straßenverkehr auf Dauer eine klimapolitische Hypothek", sagte Ulrich Benterbusch, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Deutliche Steigerung des Erdgas-Angebotes

Der Fortschrittsbericht zeigt die Entwicklung bei den Angeboten auf. So steigerten die Automobilhersteller die Palette von 15 Pkw im Jahr 2011 auf 24 Modelle im vergangenen Jahr, ein Plus über 60 Prozent. Bei den Lastkraftwagen erhöhte sich das Angebot um 50 Prozent, wobei Lkw auf verflüssigtes Erd- und Biogas (LNG) für die Langstrecke zurückgreifen, das in China und den USA schon länger und vor allem sehr erfolgreich eingesetzt wird.

Zudem wurde festgehalten, dass sich der Anteil von klimafreundlichem Biomethan aus Reststoffen im Erdgaskraftstoff seit 2011 auf circa 23 Prozent verfünffacht hat. Biomethan und Methan aus erneuerbaren Stromquellen können zudem in Reinform getankt werden, was annähernd CO2-neutrale Mobilität ermöglicht. „Erdgasfahrzeuge sind noch attraktiver geworden“, sagt Timm Kehler, Geschäftsführer des zur Initiative gehörenden Verbandes erdgas mobil, "neben dem Klimaschutz ist der wirtschaftliche Vorteil das größte Argument für Erdgas als Kraftstoff. Gerade hier besteht dringender Handlungsbedarf."

Stagnierender Absatz von Erdgasfahrzeugen

Allerdings hält der Bericht auch fest, dass trotz des gestiegenen Angebotes der Absatz von Erdgasfahrzeugen stagniert, beziehungsweise in den ersten Monaten des Jahres 2015 sogar rückläufig war. Als Ursachen werden der niedrige Ölpreis sowie die nur schwer vergleichbaren Angaben an den Tankstellen angeführt.

Erdgas wird in Kilogramm ausgeschildert und zeigt nur wenig Differenz zum Dieselpreis. Würde der Kraftstoff in Litern ausgepreist werden, würde sich Erdgas etwas über dem Niveau von Autogas (LPG) einpendeln. Auch hier fordert die Initiative die Umsetzung des so genannten Benzin-Äquivalents.

Verlängerung am Donnerstag möglich

Und natürlich besteht derzeit noch die Unsicherheit, ob die bis 2018 geltende Steuerbegünstigung verlängert wird, obwohl das Bundeskabinett bereits Anfang Dezember 2014 eben diese Begünstigung für Erdgas und Bio-Erdgas angekündigt hatte. Staatssekretär Barthle erklärte seine Unterstützung dabei. „Das Bundesverkehrsministerium setzt sich für die Fortführung der Steuerbegünstigung für Erdgas ein, um den Nutzern und Anbietern dieser Technologie die notwendige Planungssicherheit zu geben. Hierbei sind wir auf gutem Weg."

Nach Informationen der Autogazette soll der Beschluss am Donnerstag in der letzten Sitzung des Bundestages vor der Sommerpause erfolgen. Laut dem Programm steht das Thema aber nicht ganz vorne, sodass die Entscheidung wohl erst in der Nacht zum Freitag fallen wird. (AG/TF)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete zehn Jahre in einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin. Nebenbei arbeitete er in die Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. In dieser Zeit berichtete er über die Fußball-Nationalelf und war u.a. Berichterstatter von den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City,, ehe er ins Autoressort der Autogazette wechselte. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist tätig.