Verhaltene Begeisterung für Elektroprämie

1523 Anträge für 84 förderfähige Modelle

Knapp 25.000 Ladepunkte gibt es in Deutschland
Knapp 25.000 Ladepunkte gibt es in Deutschland © VW

300.000 Fahrzeuge könnten mit der Kaufprämie für Elektroautos bezuschusst werden. Einen Monat nach Beginn der Förderung zeigt sich weiterhin das bereits zuvor erkennbare Desinteresse an Elektrofahrzeugen.

Rund einen Monat nach dem Start der Kaufprämie für Elektroautos sind bei der zuständigen Behörde knapp über 1500 Anträge eingegangen. Wie der «Tagesspiegel» berichtet, erreichten das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bis zum 29. Juli 1523 Anträge für 84 förderfähige Modelle. Allerdings hatten zwei Drittel der Antragsteller bereits eine Woche nach dem Start ihre Anträge beim Bafa eingereicht. Rund zwei Drittel davon hätten sich auf reine Elektrofahrzeuge bezogen, ein Drittel auf Hybride.

Verbraucher können seit dem 2. Juli die Kaufprämien beantragen. Die Förderung gilt rückwirkend für E-Autos, die seit dem 18. Mai gekauft wurden. Für reine Elektrofahrzeuge mit Batterie gibt es 4000 Euro «Umweltbonus», wie die Prämien heißen - davon je 2000 Euro vom Bund und 2000 Euro vom Hersteller. Bei Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3000 Euro (1500 Euro Staat/1500 Euro Hersteller).

Geringer Einfluss auf Schadstoffreduktion

Der Bund rechnet mit etwa 300.000 E-Autos, die dank der Förderung gekauft werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte die Kaufprämie in die Kategorie „Windhundrennen“ eingestuft – wer zuerst kommt, bekommt die Prämie. Schleppt sich die Begeisterung für Elektroautos in diesem Maße weiter, könnten theoretisch knappe 17 Jahre lang Anträge auf den Erhalt der Prämie gestellt werden. Allerdings werden die Fördertöpfe nur bis ins Jahr 2019 offen gehalten.

Der Effekt auf die Umwelt wird sich nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums in Grenzen halten. «Der Absatz von circa 300.000 Elektrofahrzeugen alleine hat auf die Reduktion von Luftschadstoffen einen geringen Einfluss», zitierte die Zeitung aus einer Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin im Ministerium, Dorothee Bär (CSU), auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag. (AG/dpa)