5. November 2010

Wissenswertes Von AdBlue bis Downsizing

Mercedes B-Klasse F-Cell an einer Wasserstofftankstelle
Mercedes B-Klasse F-Cell an einer Wasserstofftankstelle © Daimler

Sie wollen wissen, was eine Aufladung ist? Sie haben noch nichts von Biomass-to-Liquid gehört? Kein Problem, unser Lexikon gibt die Antworten auf Ihre Fragen. Teil eins, A bis D.




Sie haben Fragen rund um das Thema Alternative Antriebe und die damit verbundenen Fachbegriffe? Dann finden Sie die Antworten hierzu in unserem Lexikon. Teil eins, A bis D.


A - AdBlue

AdBlue ist der Handelsname einer qualitativ hochwertigen, standardisierten und synthetisch hergestellten wässrigen Harnstofflösung. Mit ihr werden bei der BLUETEC-Dieseltechnologie die Stickoxid-Emissionen reduziert. AdBlue ist unschädlich, farb- und geruchlos. In Fachsprache heißt die Technik Selective Catalytic Reaction-Technologie (SCR). (Siehe auch BLUETEC).

A - Aufladung

Ein Verfahren zur Leistungssteigerung des Verbrennungsmotors oder zur Steigerung des Drehmoments. Dabei verdichtet eine zusätzliche Arbeitsmaschine (z. B. Kompressor, Turbolader) die für den Verbrennungsprozess benötigte Luft vor, sodass dem Motor eine größere Luftmasse zugeführt werden kann. Gleichzeitig kann die dem Motor zugeführte Kraftstoffmasse erhöht werden mit dem Ergebnis, dass Drehmoment und Leistung ansteigen. Auf diese Weise können ohne Leistungsverlust im Hubraum kleinere Motoren eingesetzt und so der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden. Dieses sogenannte Downsizing wird derzeit beispielsweise bereits im VW- Konzern (siehe Downsizing), bei Opel oder Fiat genutzt.

A - Autogas

Der alternative Kraftstoff trägt auch den Namen Flüssiggas oder LPG (Liquified Petroleum Gas) und besteht im wesentlichen aus einem Propan-/Butan-Gemisch. Beide Stoffe fallen beim Raffinieren von Erdöl an. Benzinmotoren eignen sich nach einer Umrüstung für den bivalenten Betrieb von A. und Benzin. Der Motor wird zunächst mit Ottokraftstoff gestartet, schaltet aber nach einer kurzen Warmlaufphase automatisch in den Gasbetrieb um. Die Vorteile des Kraftstoffes liegen zum einen in seinem geringen Schadstoffausstoß. So sind die erzeugten CO2-Emissionen um etwa 15 Prozent, die Stickoxidmenge um etwa 20 Prozent geringer als im reinen Benzinbetrieb. Der andere Vorteil ist der günstige Preis an der Tankstelle, da der Kraftstoff in Deutschland noch bis 2018 steuerlich gefördert wird. Wegen der geringeren Energiedichte von A. liegt die Verbrauchsmenge aber um etwa 20 Prozent über der eines Benzinmotors.

B - Biodiesel

Bei der Biodiesel-Herstellung werden Öle zu Kraftstoff umgewandelt. Dazu eignen sich prinzipiell fast alle Pflanzenöle, z.B. aus Raps, Sojabohnen oder Jatropha-Nüssen, sowie tierische Fette und Altspeiseöle. In Europa besteht Biodiesel zumeist aus Rapsölmethylester, der aus Rapsölsamen gewonnen wird. Biodiesel kann entweder in Reinform getankt oder derzeit bis zu fünf Prozent herkömmlichen Kraftstoffen beigemischt werden.

B - Biokraftstoffe I + II

Als Biokraftstoffe werden erneuerbare Energieträger verstanden, die aus der Gesamtheit des in der Natur vorkommenden organischen Materials (Biomasse) hergestellt werden können. Heute gebräuchlich ist die Unterscheidung nach B. der ersten und zweiten Generation.

Als B. der ersten Generation gelten etwa Biodiesel und reines Pflanzenöl sowie Bioethanol, vor allem wenn ihre Herstellung ausschließlich auf Basis der Pflanzenfrucht erfolgte. Dazu zählen die Rapsfrucht, die hauptsächlich in Biodiesel verwandelt wird, aber auch Mais, Weizen, Roggen, Zuckerrüben oder Zuckerrohr, aus denen Bioethanol gewonnen wird. B. der ersten Generation sind wegen ihrer Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stark umstritten. Ihr CO2-Minderungspotential hängt stark von ihrem Herstellungsverfahren und dem Aufwand für die Aufzucht der Pflanzen ab.

Als B. der zweiten Generation gelten Kraftstoffe, die nicht aus der Pflanzenfrucht, sondern eher aus Pflanzenresten wie Stroh, Holzspänen oder Pflanzen ohne Nahrungsmittelbedeutung hergestellt werden. Sie werden unter anderem auch als SunFuel oder Biomass-To-Liquid (BTL) beschrieben. Ihr Herstellungsprozess kann so beeinflusst werden, dass sie in Verbrennungsmotoren wesentlich rückstandsärmer in Antriebsenergie umgewandelt werden als fossile Kraftstoffe. Ihre Beimengung zu herkömmlichen Kraftstoffen gilt als weniger bedenklich. Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass B. der zweiten Generation einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten können, wenn sie statt im Auto mit höherem Wirkungsgrad in stationären Anlagen in Wärme und Strom umgewandelt würden.

B - Biomass-to-Liquid, (BTL)-Kraftstoffe

BTL-Kraftstoffe werden mittels thermochemischer Umwandlung mit anschließender Synthese (Fischer-Tropsch-Synthese) produziert, weshalb sie auch synthetische Kraftstoffe genannt werden. Sie können grundsätzlich aus jeder Art von Biomasse gewonnen werden. Als eine der ersten industriellen Fertigungsanlagen ist im Frühjahr 2008 im sächsischen Freiberg ein Komplex der Firma Choren in Betrieb gegangen, der eine Jahresproduktion von 15.000 Tonnen Kraftstoff pro Jahr leisten kann. Was etwa dem Jahresbedarf von 15.000 Pkw entspricht.

B - Biomasse

Der Rohstoff für Biokraftstoffe, besteht zum Einen aus organischem Restmaterial aus der Land- und Forstwirtschaft. Zum Anderen kann Biomasse auf Brachflächen mit anspruchslosen, schnell wachsenden Pflanzen angebaut werden. Verwendbare Biomasse sind zum Beispiel Holzschnitzel, Restholz, Altpapier, Pappe, Rindenmulch, Biokompost, Torf, Stroh, Maiskolben, Nussschalen, Olivenkerne, Heu, Chinaschilf, Ziergräser, Laub.

B - BLUETEC

Eine von Mercedes-Benz entwickelte Technologie, die es dem Dieselmotor ermöglich, auch künftig strengste Abgas-Grenzwerte einhalten zu können. Es ist ein modulares Abgas-Reinigungssystem, das die Stickoxide um bis zu 80 Prozent reduziert. Stickoxide sind die einzige Abgas-Komponente, die heute bei Dieselmotoren konzeptbedingt noch über dem Wert von Benzinern liegt. Mercedes bietet die Technologie seit 2005 serienmäßig in Nutzfahrzeugen an. Seit Herbst 2006 gibt es die E-Klasse als BLUETEC-Auto in den USA. Noch in diesem Jahr bringt Mercedes-Benz die Technologie auch nach Europa. Die im Herbst 2006 mit VW und Audi gegründete BLUETEC-Allianz wurde 2007 vom Volkswagen-Konzern wieder aufgekündigt.

C - CO2 (Kohlenstoffdioxid)

Farb- und geruchloses Gas, das neben Wasser als Endprodukt aller Verbrennungsvorgänge entsteht und derzeit als Klimaschädling mächtig in der Diskussion ist. Kohlendioxid ist auch ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Der natürliche Kohlenstoffkreislauf wird durch die Nutzung fossiler Energieträger (Kohle, Öl und Erdgas) gestört. Denn Pflanzen nehmen beim Wachstum CO2 aus der Luft auf. Bei der Verbrennung von Biokraftstoffen gelangt also kein zusätzliches, aus fossilen Erdölquellen stammendes CO2 in die Atmosphäre.

D - DiesOtto

Der DiesOtto (auch Combined Combustion System oder Combined Combustion Engines) ist eine Kombination aus Diesel- und Ottomotor. Der DiesOtto vereint die Vorteile eines Diesels in Punkto Sparsamkeit und Drehmoment mit der Sauberkeit eines Benziners. Der DiesOtto ist zwar noch Zukunftsmusik, liegt aber nicht mehr so fern und hat Chancen zur Realisierung.

D - Direkteinspritzung

Bei der Direkteinspritzung entsteht das Verbrennungsgemisch erst in den Brennräumen eines Diesel- oder Benzinermotors. Der Kraftstoff wird mit Hilfe eines Injektors mit hohem Druck in die Zylinder eingespritzt. Ziel der Direkteinspritzung ist, den Kraftstoffbedarf zu reduzieren.

D - Downsizing

Bezeichnung für den Einsatz kleinerer Motoren, die durch Aufladung eine höhere Verdichtung und ein höheres Leistungsniveau erreichen. (AG)



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