13. April 2016

161 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium Regierung fördert Brennstoffzellen-Technologie

Eine B-Klasse von Mercedes mit Brennstoffzellenantrieb.
Eine B-Klasse von Mercedes mit Brennstoffzellenantrieb. © dpa

Die Elektromobilität kommt nicht in Gang – das liegt auch an der fehlenden staatlichen Förderung. Nun investiert das Bundesverkehrsministerium 161 Millionen Euro in die Forschung zur Brennstofftzellen-Technologie.




Bundesregierung und Industrie wollen alternative Auto-Antriebe mit Brennstoffzellen schneller voranbringen. Zur Forschungsförderung stellt das Bundesverkehrsministerium weitere 161 Millionen Euro bis 2018 bereit, wie Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag sagte.

Brennstoffzellen mit Wasserstoff hätten einen hohen Wirkungsgrad und sollten als zweite Säule der Elektromobilität neben Batterie-Antrieben ausgebaut werden. Dazu will Deutschland auch den Erfahrungsaustausch mit China vertiefen, wie Dobrindt mit Technologieminister Wan Gang in Berlin vereinbarte.


Daimler kommt ab 2017 mit Brennstoffzelennfahrzeug

Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber hob große Reichweiten und minutenschnelle Ladezeiten von Brennstoffzellen-Fahrzeugen hervor. Die Technologie sei kompakter und kostengünstiger geworden und biete auch für Busse im Stadtverkehr große Chancen. Die Marktreife stehe außer Frage. Daimler wolle ab 2017 ein neues Modell des Geländewagens GLC mit Brennstoffzellen-Antrieb auf den Markt bringen. Bis 2023 soll zudem ein Netz von 400Wasserstoff-Tankstellen aufgebaut werden, wie Linde-Vorstand Bernd Eulitz bekräftigte. Der Gasehersteller ist einer der Beteiligten an einem dafür gegründeten Gemeinschaftsunternehmen. Zuletzt gab es bundesweit 19 Wasserstoff-Stationen. Hersteller wie Toyota haben mit dem Mirai oder Hyundai mit dem ix35 Fuel Cell haben bereits Brennstoffzellenfahrzeuge im Einsatz. Linde und Hyundai haben gerade ein gemeinsames Carsharingprojekt mit dem ix35 Fuel Cell auf den Weg gebracht.

Chinas Industrieminister Wan Gang, Alexander Dobrindt und Thomas Weber (v.l.)
Chinas Industrieminister Wan Gang, Alexander Dobrindt und Thomas Weber (v.l.) © dpa

Mit Blick auf neue Impulse für E-Autos, über die derzeit die große Koalition berät, nannte Dobrindt einen Ausbau des Strom-Ladenetzes als ein zentrales Element. Gesprochen werde außerdem über Anreize, um Fahrzeuge für die Kunden attraktiver zu machen. «Ich gehe davon aus, dass wir uns in der Koalition relativ bald verständigen», sagte der Minister. SPD und CSU machen sich für Kaufprämien stark, für die 5000 Euro pro Auto im Gespräch sind. Dobrindt bekräftigte, dass insgesamt eine finanzielle Beteiligung der Autoindustrie erwartet werde.

Auch SPD-Fraktionsvize Sören Bartol betonte, bei der weiteren Markteinführung würden die Hersteller nicht aus der Verantwortung gelassen. Sie müssten sich an der Finanzierung einer Kaufprämie und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur beteiligen. «Klug wäre, bei einer Kaufprämie eine Differenzierung zwischen vollelektrischen und Hybridfahrzeugen», sagte Bartol. (AG/dpa)



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