16. Oktober 2015

Fahrbericht Italienerin mit 160 PS Ducati Monster 1200 R: Gleichklang

Die Ducati Monster 1200R hat 160 PS.
Die Ducati Monster 1200R hat 160 PS. © Ducati

BMW und KTM hatten im Rennen der kraftvollen Naked Bikes vmit 160 beziehungsweise 173 PS vorgelegt. Ducati konnte da lange nicht mithalten. Doch jetzt kommt die Monster 1200R




Die Roten aus Bologna waren in den Saisonen 2014 und 2015 arg ins Hintertreffen geraten: Während BMW mit der 160 PS leistenden S 1000 R und KTM mit der 173 PS starken 1290 Super Duke R den Markt der Power Nakedbikes dominierten, mussten sich Ducati-Fans mit der Monster 1200 (135 PS) oder der Monster 1200S (145 PS) begnügen.

Allzu viele von ihnen wollten es sich nicht antun, gegen die deutlich leistungsstärkere Konkurrenz aus München bzw. Mattighofen mit motorisch unterlegenem Material anzutreten und stellten deshalb den Kauf zurück. Die deutsche Zulassungsstatistik dokumentiert das deutlich: Während die BMW und die KTM im Zulassungs-Ranking Ende August die Ränge sieben und elf markieren, rangiert die nicht minder junge Ducati Monster 1200 nicht unter den Top-Fifty. Mit der soeben präsentierten Ducati Monster 1200R sollte das anders werden: Die mit 18.390 Euro freilich nicht ganz billige Top-Monster hat äußerst kräftige Muskeln.


In Szene gesetzt

Auf der fast 5,5 Kilometer langen Privatrennstrecke Ascari nahe des andalusischen Städtchens Ronda vermag sich die neue Monster 1200R ausgesprochen gut in Szene zu setzen. Der nunmehr 118 kW/160 PS leistende V2 gibt sich zugleich bärenstark im mittleren wie auch oberen Drehzahlbereich als auch kultiviert genug, um auch beim Fahren mit niedrigen und mittleren Drehzahlen Spaß zu machen.

Wer den extrem kurvigen Rundkurs beherrscht, schafft es auf der längsten „Geraden“ für wenige Sekunden immerhin bis in den sechsten Gang und 250 km/h und freut sich, dass die Monster 1200R ihre Kraft aus dem Vollen schöpfen kann. Der flüssigkeitsgekühlte Testastretta-Motor mit 11 Grad Ventilüberschneidung dreht an die 10.000 Umdrehungen – für die beiden Kolben mit jeweils 106 Millimetern Durchmesser und knapp 68 Millimeter Hub eine hervorragende Leistung.
Möglich wird sie nicht zuletzt durch die auf 13:1 angehobene Verdichtung und die elliptischen Drosselklappen mit 56 Millimetern Querschnitt, sondern auch eine neue Auspuffanlage mit auf 58 Millimeter vergrößerten Krümmerrohren und zwei Aluminium-Schalldämpfern.

Leiser geworden

Naked Bike mit 160 PS
Naked Bike mit 160 PS © Ducati

Die Leistung von 160 PS muss man zudem vor dem Hintergrund der für die Monster 1200R geltenden neuen Abgas- und Geräuschnorm Euro 4 sehen: Die Anforderungen sind erheblich höher als bei der jetzt auslaufenden Euro 3-Norm. Die Ducati-Entwickler haben aber ganze Arbeit geleistet: Selbst eine voll beschleunigende Monster 1200R ist nicht mehr unzumutbar laut, sondern wird auch subjektiv als deutlich leiser als frühere Modelle empfunden.

Nicht gespart hat Ducati auch beim Fahrwerk: Die hochwertigen Öhlins-Federelemente an der Front wie am Heck sind in allen Parametern einstellbar, zusätzlich gibt es einen Lenkungsdämpfer vom selben Hersteller; letzteren braucht die böseste aller Monster allerdings auch, denn die ab etwa 6.000 Umdrehungen enorm steigende Motorleistung stellte das Fahrwerk auf eine harte Probe. Sie wird freilich bestens bestanden.

Dabei hilft auch das dreistufig einstellbare ABS: Wer nicht von einem beim harten Anbremsen eventuell aufsteigenden Hinterrad überrascht werden will, kann auch dieses elektronisch sicherstellen. Die Brembo-Bremsanlage selbst mit 330 Millimeter großen Scheiben und radial angelenkten Monoblock-Bremssätteln ist eine Macht: Perfekt dosierbar sowie mit nur zwei Fingern bedienbar, erfüllt sie höchste Standards.

Hohe Schräglagenfreiheit

Gute Schräglagen-Eigenschaften
Gute Schräglagen-Eigenschaften © Ducati

Um die hohe Schräglagenfreiheit von 50 Grad zu erreichen, musste das Motorrad höher gelegt werden, was eine Sitzhöhe von nunmehr 83 Zentimeter zur Folge hat; die Monster 1200 weist eine verstellbare Sitzhöhe von lediglich 78,5 cm bis 81 cm auf. Der Fahrdynamik wie auch dem nochmals verbesserten Handling dienen die geschmiedeten Räder; vor allem ihnen ist das um zwei Kilogramm niedrigere Gewicht zu verdanken. Die Karbonfasern des Front-Kotflügels sind eher der wertigeren Anmutung geschuldet als der Gewichtsreduktion.

Auffällig an der R-Version ist die völlig neue Gestaltung des Hecks: Es ist schmäler geworden, zudem wird das Kennzeichen nunmehr an einem Ausleger befestigt, der direkt am Heckrahmen befestigt ist. Die Monster 1200R wird im eher aggressiv wirkenden Ducati-Rot wie auch in einem dezenteren, fast schon elegant wirkenden Schwarzton geliefert, für den die markante Bezeichnung „Thrilling Black“ entwickelt worden ist; dabei ist der ansonsten in Rot lackierte Rahmen in „Dark Chrome“ lackiert.

Man darf gespannt sein, ob die sehr schön anzuschauende Ducati Monster 1200R der preislich deutlich günstigeren und technisch teilweise noch stärker auftrumpfenden BMW S 1000 R wie auch der nominell noch stärkeren KTM 1290 Super Duke R künftig Paroli bieten kann – geht es um die optische Wirkung, liegt die Duc in den Augen vieler Betrachter schon mal vorne. (SP-X)






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