8. Januar 2017

Studie aus Kanada Lebhafter Straßenverkehr erhöht Demenzrisiko

Eine hohe Verkehrsdichte kann Demenz fördern
Eine hohe Verkehrsdichte kann Demenz fördern © dpa

Die Nähe zu stark befahrenen Straßen kann für Bewohner ein höheres Demenzrisiko darstellen. Eine Studie eines Forscherteams der Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario konnte dabei aber die Ursachen für das erhöhte Risiko nicht benennen.




Wer in der Nähe von stark befahrenen Straßen wohnt, setzt sich einem höheren Risiko aus, an Demenz zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommen kanadische Forscher, die untersucht haben, wie sich die Wohnortnähe zu Hauptverkehrsadern auf die Wahrscheinlichkeit auswirkt, an neurodegenerativen Krankheiten zu erkranken.

Neben Demenz wurden auch Multiple Sklerose und Parkinson in die Forschungsarbeit einbezogen.


Auswertung einer 2,2 Millionen Menschen umfassenden Demenzkohorte

Die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie wurde von einem Forscherteam der Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario und dem Institute for Clinical Evaluative Sciences (ICES) durchgeführt. In die gut 2,2 Millionen Personen umfassende Demenzkohorte wurden Menschen aufgenommen, die in Kanada geboren, mindestens fünf Jahre in Ontario lebten sowie zwischen 55 und 85 Jahre alt waren.

Aus dieser Grundgesamtheit wurde fünf Cluster mit unterschiedlicher Wohnortnähe zu Hauptverkehrsadern gebildet. Die Kontrollgruppen lebten weniger als 50, bis 100, bis 200, bis 300 und über 300 Meter von vielbefahrenen Straßen entfernt.

Lärm und Luftverschmutzung als mögliche Ursachen

Die Auswertung ergab: Je näher der Wohnort der Menschen zu vielbefahrenen Straßen, desto höher das Risiko für eine Demenzerkrankung. Die Gruppe mit einem Wohnort näher als 50 Meter hatte demnach ein um sieben Prozent höheres Erkrankungsrisiko als die mit über 300 Meter Abstand. Bei Bewohnern von Großstädten in besonderer Nähe zu stark befahrenen Straßen war das Risiko sogar um 12 Prozent höher. Bei den Krankheiten Parkinson und Multiple Sklerose konnte das kanadische Forscherteam hingegen kein statistisch relevantes Risiko in Abhängigkeit zur Wohnortlage feststellen.

Was allerdings das erhöhte Risiko für Demenzerkrankungen verursacht, kann die Studie nicht klären. Als recht naheliegende Gründe nennen die Forscher des ICES Luftverschmutzung und Lärm. (SP-X)



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