27. April 2016

4000 Euro Kaufprämie Daimler-Chef Zetsche begrüßt Förderung der Elektromobilität

Dieter Zetsche begrüßt die Förderung der E-Mobilität.
Dieter Zetsche begrüßt die Förderung der E-Mobilität. © dpa

Es hat lange gedauert, nun ist die lange diskutierte Kaufprämie für Elektroautos da: So erhalten Käufer von reinen E-Autos eine einmalige Prämie von 4000 Euro, die von Plug-in-Hybriden 3000 Euro.




Neben Matthias Müller (VW) und Harald Krüger (BMW) gehörte auch Daimler-Boss Dieter Zetsche zu den Managern, die am Dienstagabend beim Autogipfel im Kanzleramt dabei waren und zugesagt haben, sich an den Kosten von 1,2 Milliarden Euro für die Kaufprämie für Elektro- und Plug-in-Fahrzeuge zu beteiligen. Entsprechend verwundert es nicht, dass Zetsche die an diesem Mittwoch bekannt gegebene Förderung der Elektromobilität positiv bewertet.

„Wir begrüßen die gestern Abend getroffene Vereinbarung zur Förderung der Elektromobilität. Das wird helfen, schneller als bisher Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen“, sagte Zetsche. „Für viele Kunden haben wir bereits heute das passende Angebot. Der Ausbau des Angebots geht konsequent weiter.“


Autobranche beteiligt sich zur Hälfte

Ob der Daimler-Boss indes vollauf zufrieden mit dem nun vorgestellten Förderprogramm für Elektroautos ist, kann bezweifelt werden. Denn erst vor etwas mehr als zwei Wochen hatte Zetsche am Rande der Präsentation des neuen Mercedes S-Klasse Cabrios gesagt, dass er eine Beteiligung der Autohersteller an einer Kaufprämie als nicht besonders sinnig erachtet.

Nun kommt es doch dazu – auf Drängen der Politik, die auf eine Beteiligung der Autoindustrie an der nun ausgelobten Kaufprämie gepocht hat. So hätten die Hersteller auf diese Forderung nicht gerade enthusiastisch reagiert, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch im Beisein von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte.

Die Förderung der Kaufprämie ist befristet bis spätestens 2019. Sollte die Summe von 1,2 Milliarden Euro zuvor ausgeschöpft sein, endet die Prämie. «Wer zuerst kommt, bekommt die Förderung», sagte Schäuble. Der Daimler-Konzern kann seinen Kunden derzeit acht Plug-in-Hybride anbieten (bis 2017 sollen es zehn Modelle sein) und daneben gibt es noch die B-Klasse Electrive Drive, die jedoch unter der Wahrnehmungsschwelle stattfindet. Für Ende des Jahres ist der neue Elektro-Smart angekündigt, erst als Zwei- dann als Viersitzer.

Zufrieden mit der Förderung zeigte sich auch BMW-Chef Krüger. "Die gemeinsame Förderung der Elektromobilität ist ein wichtiger Schritt, um die Mobilität in Deutschland nachhaltiger zu gestalten", sagte der Vorstandschef. Ein Nachfrageschub für E-Fahrzeuge sei nötig, um die CO2-Emissionen der gesamten Autoflotte für den Klimaschutz zu reduzieren, erklärte der Manager in München. Ähnlich äußerte sich auch VW-Chef Müller: «Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Gemeinsam schaffen wir nun die Voraussetzungen, damit diese Zukunft in Deutschland schneller beginnen kann», teilte der Manager am Mittwoch in Wolfsburg mit. (AG/FM)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke Mercedes

Mercedes-Vertriebsvorstand Britta Seeger«Fahrverbote sind aus unserer Sicht nicht zielführend»

Britta Seeger ist seit Jahresanfang Vertriebsvorstand bei Mercedes. Im Interview mit der Autogazette spricht die Managerin über Absatzerwartungen, den Boom bei SUVs und darüber, weshalb sie nichts von Fahrverboten hält.


Auf E-Klasse-BasisMercedes-AMG: Für die schnörkellose Sportwagenfamilie

Mercedes-AMG hat auf dem Autosalon in Genf das GT Concept präsentiert. Die Coupé-Limousine gibt dabei nicht nur einen seriennahen Ausblick auf das neue Mitglied der GT-Familie.


48. Rekordmonat in FolgeMercedes legt weiter zweistellig zu

Mercedes-Benz hat seit mittlerweile vier Jahren Monat für Monat zugelegt. Während die Kernmarke mit einem zweistelligen Wachstum ins neue Jahr gegangen ist, schwächelte Smart im Februar.



Mehr aus dem Ressort

Kurt Michels übernimmt das Compliance-Ressort bei Volkswagen
Michels folgt Werner nachNeuer Compliance-Manager: VW greift wieder bei Daimler zu

Kurt Michels wird ab April das Ressort für die Einhaltung von Integrität und Recht im Volkswagen-Konzern übernehmen. Wie Vorvorgängerin Hohmann-Dennhardt kommt auch der 46-Jährige vom Mitbewerber Daimler.


Ex-VW-Entwicklungschef fordert 1,4 Millionen EuroGütetermin im Bonusstreit bleibt ohne Ergebnis

Der ehemalige VW-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer verlangt von seinem einstigen Arbeitgeber die Nachzahlung eines Bonus. Eine Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Braunchweig brachte vorerst kein Ergebnis


Seat Ateca
Nach Ateca und AronaSeat bringt 2018 drittes SUV-Modell

Seat baut sein Modellangebot aus. Neben dem Ateca und dem noch in diesem Jahr kommenden Arona wird es ab 2018 ein weiteres SUV-Modell geben. Auch wirtschaftlich läuft es rund.