18. Juli 2011

Standort Sindelfingen Daimler mit neuem Klima-Windkanal

Dieter Zetsche, Winfried Kretschmann und Thomas Weber (v.l.) eröffnen den Windkanal.
Dieter Zetsche, Winfried Kretschmann und Thomas Weber (v.l.) eröffnen den Windkanal. © dpa

Der Autobauer Daimler kann seine Prototypen zukünftig auf alle Wetterextreme in einem neuen Windkanal testen. Eröffnet wurde er im Beisein von Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann.




Beim Testen seiner Prototypen kann der Autobauer Daimler künftig beliebige Wetterextreme bequem daheim am Standort Sindelfingen simulieren. Konzernchef Dieter Zetsche und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) setzten am Montag zwei neue Klima-Kanäle in Betrieb. Die 50 Millionen Euro teure Anlage im Mercedes-Benz-Technologie-Zentrum liefert den Ingenieuren Temperaturen von minus 40 bis plus 60 Grad Celsius sowie Wettereinflüsse von orkanartigem Sturm über sintflutartige Regengüsse und arktische Schneestürme bis hin zu wüstenähnlicher Trockenheit.


Effizienteres Testverfahren

Der Autobauer will die Entwicklung seiner Fahrzeuge mit der Neuerung deutlich effizienter gestalten. So sollen Zeit und Kosten gespart und die Umwelt geschont werden. Reale Tests etwa in den Wüsten der USA oder dem eiskalten Nordschweden entfallen zwar nicht komplett. Die Entwickler benötigten aber weniger Zeit an den extremen Orten, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber. Der Großteil der Testarbeiten werde nun in den 18 Meter hohen Kanälen erledigt.

In der neuen Anlage der Mercedes-Benz-Forschung will Daimler gerade auch seine Elektroautos voranbringen. Die neue Technik stellt für die Entwickler nämlich vieles auf den Kopf: So hilft etwa bisher die Abwärme der Verbrennungsmotoren beim Heizen des Innenraums. Bei den E-Motoren muss ein anderer Weg her - innovative Isolierung etwa. (dpa)



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