5. September 2013

Autobauer investiert 230 Millionen Euro Daimler weiht neuen Aeroakustik-Windkanal ein

Mercedes entfacht neuen Wind im Aeroakustik-Windkanal. Fotos ▶
Mercedes entfacht neuen Wind im Aeroakustik-Windkanal. © dpa

Daimler setzt bei der Aerodynamik ein ums andere Mal Benchmarks. Damit das so bleibt, weihte der Stuttgarter Autobauer nun den neuen Aeroakustik-Windkanal in Sindelfingen ein.




Stillstand bedeutet Rückschritt. Das sagt sich auch der Autobauer Daimler und forciert seine Anstrengungen bei der Aerodynamik. Mit der Einweihung eines neuen Aeroakustik-Windkanals an diesem Donnerstag in Sindelfingen will der Premiumhersteller seine Spitzenposition bei der Aerodynamik ausbauen und sich im Konkurrenzkampf mit Audi und BMW Wettbewerbsvorteile schaffen.

Insgesamt investierte der Autobauer in den zurückliegenden fünf Jahren mehr als 230 Millionen Euro in den Ausbau seines Technologie-Zentrums mit Klimawindkanälen, Fahrsimulator und nun dem neuen Aeroakustik-Windkanal. Mit ihm können Messungen bis zu einer Windgeschwindigkeit von 265 km/h durchgeführt werden. "Die Einweihung unseres neuen Aeroakustik-Windkanals zeigt einmal mehr: In Sindelfingen schlägt das Herz der Automobilindustrie", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche im Beisein von EU-Kommissar Günther Oettinger. Zusammen mit ihm und Entwicklungsvorstand Thomas Weber drückte Zetsche um 10.50 Uhr den roten Knopf, mit dem der neue Aeroakustik-WIndkanal in Betrieb genommen wurde.


Mercedes stellt Aerodynamik-Weltmeister

Wie Weber sagte, seien die Mercedes-Modelle aktuell "in nahezu allen Fahrzeugsegmenten aerodynamisch und aeroakustisch Weltmeister. Und Weltmeister brauchen auch das weltbeste Trainingszentrum." So kommt beispielsweise der auf der Internationalen Automobilausstellung in der kommenden Woche vorgestellte Kompakt-SUV GLA auf einen Cw-Wert von 0,29, Benchmark im Segment. Der CLA komme sogar auf einen Cw-Wert von 0,22. "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit diesem neuen Windkanal auch Impulsgeber für andere Hersteller sind", zeigte sich Weber überzeugt.

Ein Wert, der den Kunden auf den ersten Blick egal sein dürfte. Doch beim zweiten Blick erschließt sich die Relevanz. Denn ein niedriger Cw-Wert hat relevante Auswirkungen auf den Verbrauch, die Fahrdynamik und natürlich die Geräuschentwicklung. "Allessamt Aspekte, denen bei Premium-Modellen eine besondere Bedeutung zukommt. Damit wir diese Führungsposition halten können, realisieren wir hier am Standort Sindelfingen diesen neuen innovativen Hightech-Aeroakustik-Windkanal", sagte Weber.

Messstand im neuen Windkanal
Messstand im neuen Windkanal © Daimler

Die neue Anlage in Sindelfingen zählt aufgrund der guten Strömungsqualität, den geringen Hintergrundgeräuschen und der unterschiedlichen Fahrbahnsimulationen zu den leistungsfähigsten Anlagen der Welt, wie der Hersteller sagte. Im neuen Aeroakustik-Windkanal in Sindelfingen wird die Luft am Ende der Messstrecke zurück zum Gebläse geleitet und dort erneut auf eine Geschwindigkeit von 265 km/h beschleunigt. Ermöglicht wird dies durch eine 28 Quadratmeter große Düse, die diese maximale Windgeschwindigkeit ermöglicht – kein anderer Windkanal für Autos kann da mithalten. Aufgrund umfangreicher Geräuschdämm-Maßnahmen strömt die Luft selbst bei Tempo 140 km/h fast lautlos über die Messstrecke.(AG/FM)



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