10. Januar 2014

Entwicklungsvorstand Thomas Weber Daimler: Autonome Fahrfunktionen bereits vor 2020

Eine Mercedes S-Klasse legte 100 Kilometer autonom zurück.
Eine Mercedes S-Klasse legte 100 Kilometer autonom zurück. © Daimler

Daimler geht schneller als gedacht davon aus, ein in bestimmten Situationen autonom fahrendes Auto auf den Markt zu bringen. Wie Entwicklungsvorstand Thomas Weber der Autogazette sagte, werde dies schon vor 2020 möglich sein.




Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber sieht den Stuttgarter Autobauer im Wettrennen der Hersteller auf dem Weg zum autonomen Fahren in der Führungsrolle. «Es steht für mich außer Frage, dass Mercedes der Hersteller sein wird, der das erste in bestimmten Situationen autonom fahrende Fahrzeug auf den Markt bringt», sagte Weber der Autogazette auf der CES in Las Vegas.


«Wir machen große Fortschritte»

Nachdem Daimler bisher gesagt hatte, dass man erst ab dem Jahr 2020 das erste autonom fahrende Auto auf den Markt bringen werde, geht Weber nun von einem früheren Zeitpunkt aus. «Wir machen große Fortschritte. Nachdem wir bei der Bertha-Benz-Demonstrations-Fahrt von Mannheim nach Pforzheim im vergangenen Jahr 100 Kilometer mit der Mercedes S-Klasse autonom zurückgelegt haben, kann ich mir vorstellen, dass wir bereits in fünf Jahren oder noch früher die ersten autonomen Fahrfunktionen unseren Kunden anbieten können.» Man werde nun Schritt für Schritt weitere Funktionen in seine Modelle integrieren.

Dabei denkt Weber beispielsweise an das autonome Einparken in Parkhäusern oder auf Parkplätzen. Technisch sei dies bereits heute möglich. Verhindert werde dies vor allem von den fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Nun gelte es, diese Fragen zu klären.

Blackbox erforderlich

Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber
Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber © Daimler

Zugleich wies Weber darauf hin, dass ein autonom fahrendes Fahrzeug mit einer Blackbox ausgerüstet sein müsste, die die Fahrdaten kurz vor einem eventuellen Vorfall aufzeichnet. «Wenn von einem anderen Verkehrsteilnehmer ein Unfall verursacht werden sollte, müssen wir die entstandene Situation nachvollziehen können. Es muss für alle Beteiligten ein rechtlich transparenter Rahmen geschaffen werden.»

Weber warnte in der Diskussion um autonomes Fahren davor, dass nicht alles, was technisch möglich ist auch sinnvoll sei. «Sicherheit steht bei uns immer an erster Stelle. Deshalb werden wir diese Technologie mit größter Sorgfalt entwickeln und auf den Markt bringen. Wenn der Kunde das Vertrauen in die Technik aus irgendwelchem Grund verliert, dann würde uns das um Jahre zurückwerfen.»

Bereits heute können Fahrer einer Mercedes E- und S-Klasse und bald der C-Klasse auf teilautomatisierte Funktionen wie einen Stop-and-Go-Piloten zugreifen. In einem Stau ermöglichen die Radarsensoren und die Stereo-Kamera bis zu einem Tempo von 60 km/h, dem vorausfahrenden Fahrzeug zu folgen, zu bremsen und selbständig zu lenken. «Was wir unseren Kunden in der S-, E- und C-Klasse mit ihren teilautonomen Funktionen bereits heute anbieten können ist ein großer und wichtiger erster Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren.» (AG/FM)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Autonomes Fahren



Mehr zur Marke Daimler

Über 100 Millionen EuroSpediteure fordern Schadensersatz vom Lkw-Kartell

Über 200 Spediteure haben Schadensersatzforderungen in Höhen von rund 100 Millionen Euro von den am Lkw-Kartell beteiligten Herstellern gefordert. Dabei hofft man auf eine außergerichtliche Einigung.


Daimler auf der CESMercedes Vans and Robots: Roboter liefern Pakete aus

Was auf der CES wie Science-Fiction aussieht muss nicht unbedingt Science-Fiction sein. Die Transporter-Sparte von Daimler hat bereits Pakete auf den letzten Metern durch Roboter ausliefern lassen.


Ausweitung der Mobilitätsstrategie Daimler erweitert Beteiligung bei Blacklane

Daimler will das weltweite Geschäft von Blacklane forcieren. Die Stuttgarter weiten ihre Beteiligung am Internet-Limousinenservice um einen zweistelligen Millionenbetrag aus.



Mehr aus dem Ressort

Volvo XC90 Uber autonom neu Aufmacher Volvo
Nach Unfall in ArizonaUber stoppt Tests mit selbstfahrenden Autos

Uber hat nach einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto die Tests gestoppt. Allerdings war der Roboterwagen bei dem Zusammenprall mit einem anderen Fahrzeug wohl schuldlos.


Autonomes Fahren Bosch
Kooperation mit NvidiaBosch steuert autonome Fahrzeuge mit künstlicher Intelligenz

Bosch will autonom agierenden Fahrzeugen das «Gehirn» einpflanzen. Dank künstlicher Intelligenz sollen die Autos selbstständig Verkehrssituationen interpretieren.


1360 PS treiben den Nio Eve an
Auto als NebensacheNio Eve: Lebensraum statt Luxuslimousine

Mit dem Elektro-Supersportwagen Eve will Nio die Welt ein bisschen besser gestalten. Dabei gerät das eigentliche Fahrerlebnis in der Studie des chinesischen Startups in den Hintergrund.