Daimler: CO2-Klimaanlagen «Ende 2016, Anfang 2017»

Kältemittelstreit

Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber.
Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber. © Daimler

Daimler plant das Kältemittel CO2 «Ende 2016, Anfang 2017» in seinen Fahrzeugen einzuführen. Dabei setzt der Autobauer zur Senkung der Entwicklungskosten auf einen gemeinsamen Weg mit anderen Herstellern, wie Entwicklungsvorstand Thomas Weber der Autogazette sagte.

Der Autobauer Daimler setzt im Kältemittelstreit mit der EU auf eine schnelle Einführung des klimafreundlichen CO2. Dafür sucht der Premiumhersteller den Schulterschluss mit anderen Herstellern zur Senkung der Entwicklungskosten. «Ich rechne derzeit damit, dass wir die ersten Fahrzeuge mit dem neuen Kältemittel CO2 Ende 2016, Anfang 2017 einführen können. Viel schneller wird das nicht gehen», sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber der Autogazette.

Wie der Manager hinzufügte, müsse die Einführung bis spätestens 2017 erfolgen, denn ab diesem Jahr sei die Verwendung des alten Kältemittels R134a nicht mehr erlaubt. Ab 2017 ständen dann auch die Hersteller unter Handlungsdruck, die bisher aufgrund einer Zertifizierung vor dem 1. Januar 2011 bis dahin noch das alte Kältemittel R134a verwenden können.

Daimler will keinen Alleingang

Nachdem bereits im März auf dem Autosalon Genf über die Einführung von CO2-Klimaanlagen diskutiert wurde, müsse nun der nächste Schritt folgen. «Daimler ist an keinem Alleingang interessiert, wünschenswert wäre natürlich ein möglichst gemeinsamer Weg auch mit anderen Herstellern.» Weber fügte hinzu: «Zur Senkung der immensen Entwicklungskosten mache es Sinn, sich beispielsweise Gedanken über gemeinsam zu verwendende Komponente zu machen und so viel wie möglich zu standardisieren.»

Mit einer großflächigen Einführung von CO2-Klimaanlangen könnte die Autoindustrie «einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten, denn das Erderwärmungspotenzial von CO2 ist geringer als das aller anderen Kältemittel». Wie Weber sagte, könnten die «europäischen Hersteller damit eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen.»

Daimler lehnt den Einsatz des Kältemittels R1234yf aus Sicherheitsgründen ab, weil es bei verschiedenen Tests zu einen Entflammung im Motorraum gekommen war. Stattdessen setzt der Autobauer in seinen Fahrzeugen auf R134a. Deshalb hatte Frankreich für Mercedes-Modelle der A-, B-, SL- und CLA-Klasse einen Zulassungsstopp verhängt, der mittlerweile durch ein Urteil des obersten französischen Verwaltungsgericht (Counseil d´Etat) kassiert wurde. (AG/FM)