24. März 2017

Zittern vor dem Marktstart Dacia Duster: Vom Appetitanreger zum Aushängeschild

Der Duster mauserte sich zum beliebtesten Dacia-Modell Fotos ▶
Der Duster mauserte sich zum beliebtesten Dacia-Modell © Dacia

Mit dem Duster gelang Dacia im Jahr 2010 der Durchbruch. Das zum Anti-Status-Symbol aufgestiegene SUV entwickelte sich im Laufe der Jahre auch zum Bestseller im eigenen Unternehmen.




Der Appetitanreger fiel sehr futuristisch aus, kündigte aber trotzdem das Potenzial der folgenden an. Als Dacia auf dem Autosalon in Genf 2009 das Tuch vom Duster Concept lüftete, hielten die Beobachter erst einmal den Atem an. Der Anbieter günstiger und praktisch gestalteter Fahrzeuge hatte eine sehr moderne Vorstellung vom ersten SUV der Marke.

Dass aus der futuristischen Studie gut ein Jahr später ein sehr zivil aussehender Geländegänger hervorschlüpfte, der überhaupt keine Ähnlichkeit mit dem Concept Car besaß, machte dem Erfolg nichts aus. Mit dem Duster schien die Renault-Tochter einen Platz im Kreise der etablierten Marken gesichert zu haben, was die Verkaufszahlen knapp sieben Jahre später bestätigen. Von April 2010 bis Ende 2016 wurden weltweit 1,98 Millionen Einheiten verkauft, mit denen der Duster die unternehmenseigene Bestsellerliste anführt. 964.000 fuhren dabei im EU-Raum unter dem Label Dacia, im Rest der Welt fährt der Duster mit der Renault-Rhombe vor.


Warten auf den Skoda Yeti

Allerdings gab es zwischen dem Debüt der Studie und dem Marktstart ein paar Zittermomente für den 4,31 Meter langen und 1,82 Meter breiten Fünfsitzer. Die Philosophie der Marke stand auf der Kippe. "Wir wollen in jedem Segment das günstigste Angebot haben", sagte Achim Schaible, der damalige Chef von Renault Deutschland und auch für Dacia zuständig.

Denn zeitgleich mit der Studie des Duster enthüllte Skoda mit dem ihrem Yeti ebenfalls das erste SUV des Unternehmens. Bis zum Sommer 2009 zog sich die Warterei, ehe die Manager der tschechischen VW-Tochter die Preise nannten. Dabei war das Zittern ganz umsonst, da Skoda den Yeti bei knapp 18.000 Euro einpreiste, während die Preise für den ab dem 17. April 2010 erhältlichen Duster bei 11.900 Euro begannen. Und die Philosophie fand ihre Fortsetzung.

Dacia Duster mit Erfolgen auf Eis und in der Wüste

Das Dacia Duster Concept feierte Premiere in Genf 2009
Das Dacia Duster Concept feierte Premiere in Genf 2009 © Dacia

Dafür stellte das SUV einen Bruch zum Logan und Sandero dar – und zwar völlig positiv. Das Design fiel zwar auch kantig aus, passte mit seiner bulligen Front aber gut zu einem Geländewagen ebenso wie die Dachreling und der optionale Allradantrieb. Auch die Anmutung im Innenraum hob sich ab.

Allerdings machte der Duster auch abseits der Serienproduktion auf sich aufmerksam. Ausgestattet mit Genen und Motoren von Renault Sport startete eine Rennversion des duster bei der Eisrennserie Trophèe Andros im Winter 2009. Der ehemalige Formel 1-Weltmeister Alain Prost belegte mit dem Eisboliden nach 13 Wertungsläufen den zweiten Rang im Gesamtklassement. Im Sommer des Folgejahres triumphierte der Duster bei der Frauen-Rallye Aicha des Gazelles in Marokko. Dort wird der Duster unter anderem auch gefertigt und hat Anteil daran, dass Dacia im Wüstenstaat einen hohen Marktanteil erzielt.

Steigender Komfort im Dacia Duster

Auch der Innenraum des Duster wurde deutlich aufgewertet
Auch der Innenraum des Duster wurde deutlich aufgewertet © Dacia

Auch in Deutschland eroberte sich der Duster einen Platz im Kreise der Etablierten – mit der Betonung auf das Außenseiter-Dasein des Billigheimers inmitten der Reichen und Schönen. Das neue Anti-Status-Symbol wurde besonders seit 2012 durch den ehemaligen Fußball-Nationalspieler und aktuellen ARD-Fußballexperten Mehmet Scholl hoffähig.

Ein Jahr später hielt neuer Komfort Einzug. Mit einem Facelift wertete Dacia den Duster weiter auf und erhielten ein Tom-Tom-Navigationssystem. Zudem wurde der Einstiegspreis auf 10.500 Euro gesenkt und befindet sich auch heute noch mit nunmehr 10.600 Euro in diesem Bereich.

Trotz der Bekanntheit muss sich der Duster in Deutschland mit dem zweiten Platz im unternehmenseigenen Ranking begnügen. Ende 2016 lag der Sandero mit 17.721 neu zugelassenen Einheiten vor dem SUV, das 15.193 neue Abnehmer fand. Als Anti-Status-Symbol ist der Duster aber das Aushängeschild der Marke. So wurde die gerade erfolgte Überarbeitung der Logan- und Sandero-Baureihen am Flaggschiff ausgerichtet. (AG/TF)



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