25. Oktober 2013

Aerodynamisch optimiert Corvette Stingray: Kampf dem Auftrieb

Die Corvette Stingray wurde aerodynamisch optimiert. Fotos ▶
Die Corvette Stingray wurde aerodynamisch optimiert. © Chevrolet

Die neue Corvette Stingray kommt Ende des Jahres auf den Markt. Dann wird der US-Sportwagen nicht nur mit mehr PS aufwarten, sondern auch mit einer Vielzahl aerodynamischer Maßnahmen, die die Fahrdynamik verbessert haben.




Von Frank Mertens

Das Warten hat ein Ende. Die Fans der neuen Corvette Stingray können den Hightechsportler in Deutschland bereits zu einem Preis von 69.900 Euro für das Coupé und 72.990 Euro für das ab Frühjahr des kommenden Jahres auf den Markt kommende Cabrio bestellen. Die Nachfrage nach dem Hightechsportler des US-Autobauers ist vielversprechend. Bereits auf der internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/Main im September sind die ersten Bestellungen für das Coupé eingegangen, das Ende des Jahres ausgeliefert wird.

Die Nachfrage nach der Stingray verwundert nicht: So wartet das US-Muscle-Car mit einem 6,2 Liter großen V8-Motor mit einer Spitzenleistung von 466 PS und einem maximalen Drehmoment von 630 Nm bei 4600 Touren auf. So motorisiert beschleunigt die Corvette Stingray in gerade einmal 4,2 Sekunden auf Tempo 100 und kommt auf eine Querbeschleunigung von einem "G". Damit ist die neue Stingray zugleich die stärkste Serien-Corvette aller Zeiten.


Stingray mit Vielzahl an Highlights

Die Entwickler haben der Stingray dann auch alles mitgegeben, was man von einem Sportwagen in dieser Klasse erwarten kann: dazu zählen nicht nur die innovative Stoßdämpferregelung "Magnetic Ride Control Suspension", sondern auch ein neues Siebengang-Schaltgetriebe, eine Zylinderabschaltung (statt mit acht läuft die Corvette dann nur noch mit vier Zylindern) sowie einem "Drive Mode Selector", mit dem sich gleich elf Fahrzeugparameter einstellen lassen.

Die Stingray weist aber auch Verbesserungen am Gewicht auf: so trägt die neue Aluminium-Rahmenstruktur nicht nur dazu bei, dass die Steifigkeit um 57 Prozent erhöht werden konnte, sondern auch das Gewicht um 45 Kilogramm reduziert wurde. Zugleich legten die Entwickler bei der neuen Corvette Stingray ein großes Augenmerk auf die Aerodynamik, also auf die Verbesserung des Luftwiderstands. Hier liegen zwar noch nicht die finalen Messungen vor, aber nach dem derzeitigen Stand der Dinge dürfte sich der Cw-Wert beim Basismodell bei 0,29 bewegen.

Verbesserung der Fahrdynamik

Luftaustrittsdüsen an der Seite der Kotflügel
Luftaustrittsdüsen an der Seite der Kotflügel © Chevrolet

Doch bei den aerodynamischen Maßnahmen ging es nicht primär darum, den Cw-Wert etwas nach unten zu bringen, sondern den Auftrieb der Stingray zu minimieren, wie Patrick Hermann von Chevrolet Europe der Autogazette sagte. Noch während der IAA war Hermann mit einem Team aus Fahrwerks- und Motorenspezialisten damit beschäftigt, die Stingray auf dem Nürburgring auf die besonderen Bedürfnisse der Kunden und Straßen in Europa abzustimmen. Diese Arbeit ist zur Zufriedenheit der Entwickler mittlerweile abgeschlossen worden.

"Bei der Entwicklung der neuen Corvette Stingray war die Aerodynamik ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Es ging uns dabei nicht nur darum, den Windwiderstand zu reduzieren, sondern auch mit dem aerodynamischen Maßnahmenpaket dazu beizutragen, dass die Corvette noch fahrdynamischer, noch sicher wird", berichtet Hermann.

Dass bei der Stingray die Luft in idealer Weise strömen soll, sieht man bereits an der langgezogenen Motorhaube, auf der sich Luftaustritts-Öffnungen befinden. Hier wird die Warmluft des V8-Motors abgeleitet. Das geschieht im Zusammenspiel mit den Lufteintrittsöffnungen am Kühlergrill. Sie sorgen nicht nur für eine Verringerung des Luftwiderstands im vorderen Bereich der Stingray, sondern tragen entscheidend auch zur Kühlung des Motorraumes bei. "Warme Luft sorgt für Auftrieb, entsprechend ist es für eine gute Bodenhaftung an der Vorderachse wichtig, sie zielgerichtet abzuleiten", erklärt Hermann.

Verwirbelungen reduzieren

Doch damit allein ist es nicht getan. Im Vorderbereich wurde auch Wert darauf gelegt, die Verwirbelungen im Bereich der Radhäuser zu reduzieren. Dafür sorgen unter anderem die Luftschlitze hinter den Vorderrädern, "die den Luftstrom aus den Radhäusern in optimaler Form ableiten", so Hermann. Das sorgt zugleich auch für eine Reduktion der Windgeräusche, fügt der Technik-Experte hinzu.

Auch am Heck hat sich natürlich einiges getan. Dort finden sich neben einem dezenten Spoiler auch Lufteintrittsöffnungen am linken und rechten hinteren Kotflügel. Sie kanalisieren die Luft und sorgen damit nicht nur für weniger Luftwiderstand und entsprechend weniger Verwirbelungen, sondern kühlen zudem das Öl des Getriebes und des Hinterachsdifferential. Direkt neben den Rückleuchten finden sich zu guter Letzt wie auch im unteren Bereich der Heckschürze auch noch Luftaustrittsöffnungen. In der Summe aller Maßnahmen wird der Durchschnittsverbrauch der neuen Corvette dadurch mit 12,8 Liter (zuvor lag der Verbrauch bei 13,6 Liter) angegeben.

Effiziente Verbrauchswerte

Luftstrommessungen bei der Corvette
Luftstrommessungen bei der Corvette © Chevrolet

Doch es geht letztlich auch effizienter, wie Hermann berichtet. So stand nach einer Fahrt über die Schweizer Autobahnen, auf denen bekanntlich nicht schneller als 120 km/ gefahren werden darf, mit Zylinderabschaltung ein Verbrauch von 6,8 Litern auf dem Bordcomputer. Man sieht, die Stingray vermag nicht nur durch ihr Design und ihre unbändige Kraft zu überzeugen, sondern auch durch eine beeindruckende Effizienz, wenn es denn nicht anders geht. Die Stingray zeigt, dass sich Sportlichkeit und Effizienz nicht ausschließen müssen.

Natürlich muss der Fahrer sich dann auch im Zaum halten, um solche Werte zu erreichen. Denn wer es mit ihr so richtigen krachen lässt, kratzt dann auch mal locker an der 17 Liter-Marke. Aber wer sich einen Sportwagen kauft, wird darüber letztlich auch nicht wirklich verwundert sein.



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