VW-Abgasskandal ohne Auswirkungen auf Continental

Zulieferer erhöht Jahresziel

Continental erhöht sein Jahresziel.
Continental erhöht sein Jahresziel. © dpa

Der Abgasskandal bei VW hat bislang keine Auswirkungen auf Continental gehabt. Der Zulieferer legt im dritten Quartal beim Umsatz deutlich zu.

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental rechnet nach einem bisher starken Jahr auch mit Tempo im letzten Quartal. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 11 Prozent auf 9,62 Milliarden Euro, wie der Konzern am Montag mitteilte. Das war allerdings etwas weniger als Analysten erwartet hatten.

Auch der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb leicht unter den Schätzungen der Experten. Im vorbörslichen Handel verloren Continental-Aktien gut ein Prozent und gehörten damit zu den schlechtesten Werten.

Analysten mit höheren Erwartungen

Sowohl im Reifen- und Kunststoffteilegeschäft, als auch in der Zuliefersparte hatten sich Analysten etwas mehr erhofft. Der Abgas-Skandal bei Volkswagen, einem der größten Kunden von Continental, hat noch keine Spuren bei Conti hinterlassen. Die Manipulationen im VW-Konzern waren erst gegen Ende September bekannt geworden. "Wir sehen da keine Veränderung in den letzten acht Wochen", sagte Continental-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer am Montag . "Weder in den USA noch in Europa sehen wir eine Verschiebung von Diesel hin zu Benziner oder einen stärkeren Rückgang im Dieselmarkt." Schäfer betonte: "Ein kurzfristiger Effekt bei den Kunden ist also nicht zu beobachten." Er gab aber gleichzeitig auch zu bedenken, dass es derzeit noch zu früh sei für Aussagen zu mittelfristigen Folgen.

Unter dem Strich verdiente Conti 635,7 Millionen Euro. Das sind zwar 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber deutlich weniger als erwartet. Dennoch konnte Conti die Konjunkturdelle auf dem weltgrößten Automarkt China nach eigenen Angaben ausgleichen.

Zudem spielen dem Unternehmen weiter die ungewohnt niedrigen Preise für die Reifengrundstoffe Öl und Kautschuk in die Karten. Daher setzt Conti seine Prognose für den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) abermals leicht herauf. Die Kennziffer soll nun bis Jahresende bei "mehr als 11 Prozent" vom Umsatz liegen. Zuvor war von "rund 11 Prozent" die Rede gewesen. Händlern zufolge sei mit der Anhebung allerdings gerechnet worden. (dpa)