Merkel sagt Autoindustrie bei CO2-Grenzwerten Hilfe zu

«Supercredits» haben «super Bedeutung»

Daimler-Chef Dieter Zetsche und Angela Merkel.
Daimler-Chef Dieter Zetsche und Angela Merkel. © dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Interessen der deutschen Autobauer bei den CO2-Grenzwerten unterstützen. Greenpeace hatte am Rande der Konferenz zur Elektromobilität gerade diese Haltung angeprangert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Autobranche bei den Verhandlungen über strengere CO2-Grenzwerte in der EU Hilfe zugesagt. Deutschland sei bei ambitionierten Zielen immer mit dabei, sagte Merkel am Montag auf einer Konferenz zur Elektromobilität in Berlin. Sie warnte aber indirekt davor, dass dies zulasten der deutschen Autoindustrie geschehe.

Merkel: «Supercredits» haben «super Bedeutung»

Dabei hätten «Supercredits» eine «super Bedeutung», sagte Merkel. «Supercredits» sind eine Art Bonus für Elektroautos, sie werden auf die gesamte Flotte angerechnet. Dies hilft dann der gesamten CO2-Bilanz. Die deutschen Hersteller wollen mit Blick auf die bisherigen Pläne der EU-Kommission, dass der Faktor der Anrechnung deutlich erhöht wird. Merkel sagte, größere Autos seien der Innovationstreiber bei der Entwicklung in der Autoindustrie. Sie warnte davor, die «Wertschöpfungskette» kaputt zu machen. Die deutschen Hersteller stellen mehr größere Wagen her als zum Beispiel die französische Autoindustrie.

Erst vor kurzem hatte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, Merkel einen Brandbrief geschrieben. Wissmann hatte dabei vor «überzogenen» CO2-Regulierungen und indirekt vor dem Verlust von Jobs gewarnt.

Dagegen protestierte Greenpeace vor der Konferenz gegen eben diese Supercredits, die den CO2-Ausstoß der Flotte jedes Herstellers verwässern würde. «Wenn man Elektromobilität fördern will, darf das nicht auf Kosten der CO2-Reduktion bei herkömmlichen Autos geschehen. Der beste Anreiz für E-Autos ist ein ehrgeiziges CO2-Ziel für 2025.» (AG/dpa)