10. Juni 2015

Erweitertes Städteranking Karlsruhe weiter Carsharing-Hauptstadt

Das Carsharing-Unternehmen teilAuto hat VW Polo im Programm.
Das Carsharing-Unternehmen teilAuto hat VW Polo im Programm. © Daniel Koch/teilAuto - Mobility Center GmbH

Die Carsharing-Versorgung in den meisten Städten hat sich kontinuierlich verbessert. Besonders in süddeutschen Städten wird das mobile Mietangebot wahrgenommen.




Karlsruhe hat seine Führung beim Städteranking des Bundesverbandes CarSharing e.V. (bcs) weiter ausgebaut. Zwei Jahre nach dem letzten Ranking kommen 2015 2,15 Carsharing-Fahrzeuge auf 1000 Einwohner. Karlsruhe führt das Feld vor Stuttgart mit 1,44 Fahrzeugen und Frankfurt/Main mit 1,21 Fahrzeugen überlegen an. Unter den Millionenstädten führt Köln mit 1,15 Fahrzeugen vor München. Betrachtet wurden insgesamt 136 Städte und Gemeinden mit CarSharing-Angeboten, wie der Verband mitteilte.


In 490 Städten ist Carsharing möglich

In diesem Jahr wurde das Ranking erweitert, sodass nicht nur Großstädte ab 200.000 Einwohner, sondern auch Städte ab 50.000 Einwohner in die Bewertung einflossen. Somit zogen auch Heidelberg und Göttingen in die Top Ten ein. Für Willi Loose, Geschäftsführer des bcs, keine Überraschung: „In vielen Groß- und Mittelstädten gibt es seit fünfzehn, zwanzig Jahren wirtschaftlich erfolgreiche und für Kunden attraktive Anbieter. Das ist in den letzten Jahren durch den Markteintritt der Automobilkonzerne, der in den Medien viel Aufmerksamkeit erregt hat, etwas in Vergessenheit geraten. Aber die mittelständischen Pioniere des CarSharing haben in vielen Städten bereits sehr starke Angebote mit hoher Versorgungsleistung für die Kunden etabliert".

Insgesamt stieg die Zahl der Carsharing-Städte auf 490 – 110 mehr als noch im Vorjahr. In insgesamt sieben deutschen Metropolen bestehen zudem Angebote. Der Verband fordert zudem eine flächendeckende Vernetzung der Carsharing-Angebote mit dem Öffentlichen Personen-, sowie Rad- und Fußgängerverkehr.

Forderungen an die Politik

"Die Entwicklung des stationsbasierten CarSharing wäre noch dynamischer, wenn es endlich gelänge, flächendeckend CarSharing-Stationen im öffentlichen Raum einzurichten. Wir erwarten noch für dieses Jahr einen Entwurf der Bundesregierung für eine rechtssichere Regelung. Die verbesserte Sichtbarkeit und die noch größere Nähe zu den Wohnorten der Kunden würden die Attraktivität von CarSharing-Angeboten weiter erhöhen", so Loose weiter.

Die Forderungen werden durch eine Umfrage des Umweltbundesamtes gestützt. Danach wollen 82 Prozent aller Deutschen weniger Autos in ihren Städten, rund 42 Personen teilen sich dabei ein (stationsbasiertes) CarSharing-Auto. Ein CarSharing-Fahrzeug ersetzt so bis zu 10 private Pkw. „Wir müssen insgesamt weg von der Verkehrspolitik, die sich auf Autos konzentriert – und hin zu einer Mobilitätspolitik, die das Auto integriert.", fordert Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB). (AG)



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