Olympia-Bobs erhalten Feinschliff im Windkanal

Kooperation mit BMW

Der Olympia-Bob im Windkanal
Der Zweierbob bei Tests im Windkanal © BMW

Die Aerodynamik ist nicht nur bei Autos wichtig. Sie spielt auch bei Sportgeräten eine entscheidende Rolle. So erhielt der neue Zweierbob des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland seinen Feinschliff im BMW-Windkanal.

Die Aerodynamik wird bei der Entwicklung neuer Autos immer wichtiger. Schließlich sorgt ein guter Cw-Wert für bessere Verbrauchswerte. Ein Aspekt, der angesichts immer schärfer werdender CO2-Werte immer wichtiger wird. Doch nicht nur im Automobilbau kommt der Aerodynamik eine besondere Bedeutung zu. Auch im Sport spielt die Windschnittigkeit eine besondere Rolle. Insbesondere trifft dies auf Sportarten zu, wo Tausendstel Sekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden wie beispielsweise im Bobsport.

So verwundert es nicht, dass die Verantwortlichen des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland (BSD) den in Zusammenarbeit mit der Forschungseinrichtung zur Entwicklung von Sportgeräten (FES) entwickelten neuen Zweierbob im Windkanal von BMW den aerodynamischen Feinschliff verpasst haben. Bei den Tests im Aerodynamischen Versuchszentrum (AVZ) von BMW wurde dabei deutlich, dass es eine Vielzahl von Parallelen zwischen der Bob- und der Automobilentwicklung gibt.



Die Zusammenarbeit zwischen BMW und BSD ist dabei nicht neu, sie läuft bereits seit Ende 1980. Und das ausgesprochen erfolgreich, denn die BSD-Athleten gehören seit Jahren zu den erfolgreichsten Wintersportlern. „Mit diesem Bob werden wir technisch und sportlich weit vorn sein“, sagt Bundestrainer Christoph Langen. Zum Einsatz kommen wird der Bob in den anstehenden Weltcups und im kommenden Jahr bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Windschnittig durch den Eiskanal

Bei den Tests im Windkanal können die BSD-Sportler Erkenntnisse sammeln, die sich im anschließenden Training im Eiskanal umsetzen lassen. Zum Einsatz bei den Tests kommen dabei auch sogenannte CFD-Berechnungen (Computational Fluid Dynamics), mit denen die aerodynamischen Eigenschaften eines virtuellen 3-D-Modells ermittelt werden können. Damit lassen sich Fahrzeugbereich erkennen, an denen unerwünschte Verwirbelungen, Luftstromabrisse oder Druckverluste entstehen und damit letztlich den Luftwiderstand erhöhen. Dieses Verfahren wurde auch für die Entwicklung des Olympia-Bobs genutzt. „Impulse kommen auch von den Entwicklern aus Berlin und werden mit dem BMW Supercomputer“ nachgerechnet, „erst danach gehen wir zum Feintuning in den Windkanal“, sagte BMW-Aerodynamikexperte Norbert Grün.

Bobsportler bei der Auswertung der Ergebnisse im Windkanal.
Auswertung der Ergebnisse am Computer BMW

Die Computersimulation und die Arbeit im Windkanal habe beim neuen Zweierbob dazu beigetragen, „die Luftführung in kleinsten Details zu optimieren“ Der neue Olympia-Bob weise daher eine Vielzahl von Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger auf, betont Grün, die „aber mit bloßem Auge werden Sie das kaum erkennen“ seien. Wie beim Auto gilt auch beim Bobsport: Je schneller man unterwegs ist, desto mehr spart man ein. Während es beim Auto der Verbrauch ist, sind es bei den Kufenflitzern Tausendstel Sekunden.

Für den Eiskanal in Königssee hat Grün errechnet, dass eine Reduzierung des Luftwiderstands um zehn Prozent den Zweierbob um 0,25 Sekunden schneller machen könnte. "Das wäre der UNterschied zwischen Gold und Blech", so Grün. Man kann also gespannt sein, wie sich die deutschen Bobsportler mit ihrem neuen windoptimierten Arbeitsgerät im anstehenden Weltcup und dann beim Saisonhöhepunkt, den Olymischen Winterspielen in Sotschi, schlagen werden. (AG)