15. Juli 2008

Rapex warnt vor BMW-Motorrädern Probleme durch Handprotektoren

Handprotektor an einer BMW
Handprotektor an einer BMW © BMW

Das EU-Schnellwarnsystem Rapex weist auf Probleme bei Motorrädern von BMW hin. Schwierigkeiten können verdrehte Handprotektoren bereiten, die unter Umständen zu einem blockierten Vorderrad führen können.




Der bayerische Motorradhersteller BMW hat erneut mit technischen Problemen an seinen Maschinen zu kämpfen. Nachdem BMW erst im April weltweit über 37.000 Maschinen wegen möglicher Probleme an der Bremsanlage in die Werkstätten beordern musste, gibt es nun Schwierigkeiten mit den Handprotektoren an der Geländemaschine R 1200 GS. Darauf weist das Schnellwarnsystem Rapex der Europäischen Union auf ihrer Internetseite hin. Danach soll bereits zu drei Unfällen gekommen sein.


Halter wurden angeschrieben

«Da es sich um eine Sicherheitsbeeinträchtigung handelt, haben wir uns entschlossen, die Halter in Zusammenarbeit mit dem Kraftfahrt-Bundesamt auf mögliche Gefahren durch den Handprotektor schriflich hinzuweisen», sagte BMW-Sprecher Rudolf-Andreas Probst am Montag der Autogazette. Betroffen sind Maschinen, die zwischen März 2004 und Oktober 2007 gebaut wurden. In Deutschland sind laut Probst 26.427 Maschinen betroffen, weltweit beläuft sich die Zahl auf 108.299. An Modellen, die nach Oktober 2007 gebaut wurden, soll das Problem nicht mehr bestehen. «Hier werden andere Handprotektoren verbaut», so Probst.

Die Halter wurden von BMW bereits im Juni darauf hingewiesen, sich vor Fahrtantritt von der Freigängigkeit der Handhebel zu überzeugen. Sollten die Handhebel nicht freigängig sein, was beispielsweise durch einen Sturz verursacht worden sein kann, kann es durch die Berührung mit dem Protektor zu einer Betätigung von Handbrems- beziehungsweise Kupplungshebel kommen. Die leichte Betätigung des Handbremshebels kann dazu führen, dass der Radbremskreis hydraulisch geschlossen wird. «Durch leicht anliegende Bremsbeläge oder mit zunehmender Zahl von Bremsvorgängen erwärmt sich die Bremsanlage bei geschlossenem Bremskreis mit der Folge einer zunehmenden Bremswirkung am Vorderrad», heißt es in dem Schreiben von BMW.

Zusatz zur Bedienungsanleitung

Weiter teilt BMW mit: «Bemerkt der Fahrer diesen unbeabsichtigten Bremsvorgang nicht rechtzeitig, ist im Extremfall ein Selbstverstärkungseffekt bis zur vollen Verzögerung am Vorderrad nicht auszuschließen.» Dadurch kann bei Motorrädern mit ABS eine geregelte Vollbremsung erfolgen. Verfügt das Motorrad indes über kein ABS oder ist es abgeschaltet, ist unter Umständen ein Blockieren des Vorderrades möglich.

Damit der Fahrer zukünftig auf den korrekten Sitz der Handprotektoren achtet, gibt BMW einen Zusatz zu seiner Bedienungsanleitung heraus. Zudem wird ein Aufkleber mitgeliefert, der an den Protektoren anzubringen ist. Er soll die korrekte Position des Handbremshebels anzeigen.

«Ich will dieses Problem mit den Handprotektoren nicht kleinreden, doch es kann auch bei Maschinen von anderen Herstellern auftreten», sagte Ruprecht Müller vom ADAC-Technik-Zentrum in Landsberg. Deshalb begrüßt Müller die Information der Kunden. «Für mich ist das ein Zeichen dafür, wie sensibel BMW mittlerweile mit sicherheitsrelevanten Problemen umgeht», so Müller. Der Motorrad-Experte weist zudem darauf hin, dass man beispielsweise nach einem Sturz ohnehin wichtige Bauteile seines Motorrades auf Beschädigungen überprüfen sollte. (FM/AG)



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