6. Oktober 2011

Fahrbericht Elektro-Zwischenlösung BMW Active E weist dem i3 den Weg

Der BMW Active E ebnet dem i3 den Weg
Der BMW Active E ebnet dem i3 den Weg © BMW

2013 beginnt für BMW das Zeitalter der Elektromobilität. Bis dahin soll mit dem Active E ein weiterer Versuchsträger nach dem Mini E weitere Erkenntnisse für einen problemlosen Start sorgen.




Von Thomas Flehmer

Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatte BMW mit einem umgebauten 1602 bereits ein Elektroauto am Start. "Doch die Zeit war damals noch nicht reif", sagt Chef-Ingenieur Bernhard Hofer. Gut 40 Jahre später ist die Zeit fast reif. 2013 wollen die Münchner die Serienproduktion des elektrisch angetriebenen i3 beginnen. Bis dahin sollen insgesamt 1000 Modelle des Active E genannten Elektroautos weitere Erkenntnisse bringen. Der Active E, so Hofer, der sich für den neuen BMW verantwortlich zeichnet, sei ein weiterer Versuchsträger für den i3.


BMW Active E Brücke zwischen Mini E und i3

Neben den rein motorischen Erkenntnissen sollen Ladekonzepte überprüft werden, sowie die Verhaltensweisen der Nutzer von elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Erste Erkenntnisse sammelten die Entwickler bereits mit dem Testlauf des Mini E, dessen 600 Exponate in den vergangenen Jahren bereits über 15 Millionen Kilometer rund um den Erdball zurücklegten.

Der Active E, der in diesem Jahr auf dem Genfer Autosalon vorgstellt wurde, ist sozusagen die Brücke zwischen dem Mini E und dem in rund zwei Jahren anvisierten Start von BMW in das Elektrozeitalter. Dabei kommt das auf dem 1er Coupé basierende Versuchsfahrzeug technisch dem i3 schon ziemlich nahe. Der 125 kW/170 PS starke Elektromotor nahm den Platz des Sechszylinders ein, die Batterie wurde auf der Hinterachse installiert, um so für ein Gleichgewicht zu sorgen. Wesentlicher Unterschied neben der Karosserieform ist dabei das Gewicht. Während der Active E noch 1850 Kilogramm antrieben muss, werden es beim i3 600 Kilo weniger sein.

Active E erster elektrisch angetriebener Viersitzer bei BMW

Das Cockpit des BMW Active E gleicht fast identisch
Das Cockpit des BMW Active E gleicht fast identisch © BMW

Aufgrund der auf der Hinterachse aufgesetzten Batterie schrumpft das Kofferraumvolumen des Active E auf schlappe 200 Liter, dafür können die beiden Personen im Fond anständig sitzen. Beim Mini E war das noch nicht der Fall, dort nahm die Batterie quasi den Platz auf der Rückbank ein. Der Active E ist als der erste elektrisch angetriebene Viersitzer des Unternehmens.

Und die vier Personen können die Fahrt zumeist genießen. Der Innenraum unterscheidet sich lediglich in den Instrumenten von einem BMW mit Verbrennungsmotor. Hinter dem Lenkrad verdrängt die Ladeanzeige den Drehzahlmesser, auf dem Bordcomputer werden die Funktionen des elektrischen Antriebs gezeigt. Gestartet wird per Startknopf und immer noch ist dann die Stille förmlich zu hören, da man immer noch auf ein Motorgrollen wartet. Doch lediglich der Zeiger im Ladeinstrument verrät, dass das Elektroauto "ready" ist.

Harte Rekuperation beim BMW Active E

Die Rekuperation des BMW Active E benötigt viel Fußspitzengefühl
Die Rekuperation des BMW Active E benötigt viel Fußspitzengefühl © BMW

Dank 250 Newtonmetern, die von Beginn zur Verfügung stehen, schafft der 1,8 Tonner – untermalt von einem Säuseln - den Sprint in neun Sekunden. Bis zu 145 km/h sind drin für den Versuchsträger. Und die Höchstgeschwindigkeit wird auch fix und einfach erreicht und sogar etwas überschritten. Natürlich ist das Fahrzeug dafür nicht vorgesehen, denn die angegebenen 160 Kilometer maximale Reichweite sind dann Makulatur.

Eher wird auch beim emissionsfreien Fahrt die Sparsamkeit gesucht, die dank einer ecopro-Taste noch erhöht werden kann. Dann ist die Klimaanlage mehr oder weniger ausgeschaltet. Gestört wird die auf Sparsamkeit bedachte Fahrweise von dem ziemlich harten Einbremsen des Wagens während der Rekuperation, bei der Energie zurückgewonnen wird. Zwar fällt diese nicht so kräftig aus wie beim Mini E, ist aber trotzdem deutlich spürbar. Hier ist Fußspitzengefühl gefragt. Nicht schnell den Fuß vom Fahrpedal nehmen, sondern langsam das Pedal samt Fuß hochziehen. Elektrisch fahren ist etwas anders als mit einem Verbrenner.

200 BMW Active E in Deutschland unterwegs

Über bis zu 160 Kilometer Reichweite verfügt der BMW Active E
Über bis zu 160 Kilometer Reichweite verfügt der BMW Active E © BMW

Auch beim Betrachten der Umgebung wird deutlich, dass diese Art der Mobilität anders ist. Dank der leisen Fortbewegung fällt besonders im Stadtverkehr auf, wie laut die Verbrennungsmotoren agieren. Wer in den Genuss des BMW Active E kommen möchte, muss sich bewerben, um einen von rund 200 in Deutschland angebotenen Fahrzeugen zu ergattern. Dabei kann das Modell lediglich geleast werden – und zwar für zwei Jahre und 50.000 Kilometern.

Preise haben die Münchner noch nicht bekannt gegeben. In den USA kann ein BMW Active E der dort 700 Einheiten starken Flotte für 499 Dollar pro Monat geleast werden. Ein Angebot, das auch in Deutschland auf fruchtbaren Boden fallen würde – bis dann der i3 als Serienfahrzeug in zwei Jahren kommt.


Zur Bilderschau






Mehr zur Marke BMW

EICMA MailandBMW Motorrad startet mit vier neuen Modellen durch

BMW wird in der Motorradsaison 2018 vier neue Modelle auf den Markt bringen. Darunter ist mit der C 400 X auch ein neuer Mittelklasse-Roller.


Verstöße gegen EmissionsvorschriftenSüdkorea: Millionenstrafen für BMW, Daimler und Porsche

Den deutschen Autoherstellern BMW, Daimler und Porsche drohen in Südkorea Millionenstrafen wegen Verstößen gegen Emissionsvorschriften. Den höchsten Teil soll BMW zahlen.


Nach neun MonatenBMW muss Ziele zurücknehmen

BMW hat sich für dieses Jahr nur noch ein Umsatzplus von bis zu fünf Prozent vorgenommen. Bisher war der Autobauer von bis zu zehn Prozent ausgegangen.



Mehr aus dem Ressort

Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.


Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein
Auf der Plattform des OutlanderMitsubishi Eclipse Cross: Erhellender Lückenfüller zum Jubiläum

Mitsubishi startet ins Segment der SUV-Coupés. Mit dem Eclipse Cross wird zum hundertjährigen Jubiläum der Autosparte auf die Vergangenheit verwiesen und die Zukunft bemüht.