BMW freut sich bereits über 5000 elektrifizierte Autos

Nach sechs Monaten

Der Preis eines BMW i3 sinkt dank Prämien um 6000 Euro. © BMW

BMW hat in den ersten sechs Monaten des Jahres in Deutschland 5000 elektrifizierte Modelle abgesetzt. Die Münchner werten dies als großen Erfolg.

Von Frank Mertens

Die Absatzzahlen bewegen sich auf niedrigem Niveau. In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die BMW Group in Deutschland 5000 elektrifizierte Modelle abgesetzt, wie der Hersteller am Mittwoch mitteilte. Trotz dieser überschaubaren Absatzahlen werten die Münchner dies als Indiz dafür, dass die Elektromobilität in Deutschland immer mehr Fahrt aufnehme.

Zugleich verkündet BMW bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen für den deutschen Markt zufrieden, dass man sich erneut den Spitzenplatz als erfolgreichster Anbieter von Elektromobilität gesichert habe. In Zeiten, in denen selbst eine Kaufprämie die Kunden nicht von der Elektromobilität überzeugt, geben sich die Hersteller offensichtlich schon mit geringen Stückzahlen zufrieden. Mit Blick auf die absoluten Zahlen ändert auch der Zuwachs von 175 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nichts daran, dass die E-Mobilität nach wie vor von den Kunden nicht angenommen wird.

2100 BMW i3 abgesetzt

„Das erste Halbjahr 2017 zeigt klar, dass wir uns auf einem sehr guten Weg befinden. Wir sind zur richtigen Zeit mit den richtigen Produkten zur Stelle. Das kommt bei den Kunden an“, sagte Deutschland-Vertriebschef Peter van Binsbergen.

Unter den angebotenen elektrifizierten Modellen ist der BMW i3 das beliebteste Fahrzeuge bei den Kunden. Für ihn entschieden sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2100 Kunden. Das ist ein Zuwachs von 155 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Seit seiner Markteinführung im Herbst 2013 haben sich seither 10.000 Kunden in Deutschland für den Stromer entschieden. Angeboten wird er als reines E-Auto als auch mit Range Extender. Dank einer neuen Batterie liegt die Reichweite des i3 im Testzyklus bei 300 Kilometer, in der Praxis sind 200 Kilometer realistisch.

Bei den Plug-in-Hybriden kam der BMW 225xe Active Tourer im ersten Halbjahr auf 1624 Neuzulassungen. Das sei im Vergleich zu den ersten sechs Monates des Vorjahres eine Verdreifachung. Im Einzelmonat Juni entschieden sich 338 Kunden für den 225xe Active Tourer. BMW bietet derzeit in Deutschland fünf Plug-in-Hybrid-Modelle mit dem Zusatz iPerformance an. Daneben gibt es mit dem i3 und i8 zwei rein elektrische Modelle. Seit Ende Juni bietet die Kleinwagentochter Mini den Cooper S E Countryman ALL4 an. Es ist der erste Mini mit der Plug-in-Hybrid-Technologie.

Wie zurückhaltend die Kunden auf E-Autos reagieren, zeigt die Nachfrage nach der Kaufprämie. Ein Jahr nach dem Start des so genannten Umweltbonus wurden bis Ende Juni gerade einmal 23.024 Anträge beim dafür zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gestellt. Davon entfielen 13.080 Anträge auf reine Elektroautos, 9937 Kunden stellten einen Förderantrag für Plug-in-Hybride. Käufer eines E-Autos erhalten eine Prämie von 4000 Euro, die eines Plug-in-Hybriden immerhin noch 3000 Euro.