1. Dezember 2016

Entwurf sieht Haftaufenthalt vor Härtere Strafen für illegale Autorennen gefordert

Minister fordern härtere Strafe für illegale Autorennen
Minister fordern härtere Strafe für illegale Autorennen © dpa

Teilnehmer illegaler Autorennen sollen künftig härter bestraft werden. Nach der Zunahme von Unfällen bei diesen Rennen sollen neue Entwürfe zügig abgesegnet werden.




Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) wollen mit härteren Strafen gegen Teilnehmer illegaler Autorennen vorgehen. Das geht aus einem Gesetzentwurf vor, der den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Wer sich auf öffentlichen Straßen mit anderen Autofahrern ein Wettrennen liefert, riskiert demnach künftig nicht nur ein Bußgeld, sondern sogar eine Haftstrafe, wie die Zeitungen schreiben. Der Entwurf werde gerade zwischen den Ministerien abgestimmt.


Rasches Handeln erforderlich

«Ich halte diese Raser-Events für ein Hobby von Verrückten», sagte Maas den Zeitungen. «Das sind keine Bagatellen, das muss härter geahndet werden.» Es gebe Gesetzesvorlagen in Nordrhein-Westfalen und auf Bundesebene: «Angesichts der Entwicklung auf unseren Straßen halte ich es für vernünftig, dass wir rasch gesetzlich reagieren.» Endgültig müsse natürlich der Bundestag darüber entscheiden. Es müsse alles getan werden, «um die Menschen vor solchen Verrückten zu schützen».

Dabei verwies Maas auch auf illegale Autorennen, bei denen Unbeteiligte ums Leben kamen. Die Auswirkungen seien katastrophal. Mehrere Städte waren betroffen. Etwa vor rund einem Jahr starb ein 69-Jähriger in Berlin, als sein Wagen vom Teilnehmer eines Rennens gerammt wurde. Im April 2015 kam in Köln eine 19-Jahre alte Radfahrerin ums Leben, weil ein Raser die Kontrolle über sein Auto verloren hatte.

Bislang gelten Autorennen als Ordnungswidrigkeiten

In dem Gesetzentwurf heißt es dem Bericht zufolge, die Abschreckungswirkung der bestehenden Sanktionsmöglichkeiten sei nicht mehr groß genug. Als Grund dafür werde auch genannt, dass Autorennen bislang nicht als Straftaten gelten, sondern lediglich als Ordnungswidrigkeiten.

In Zukunft sollen Freiheitsstrafen zwischen zwei und zehn Jahren möglich sein. Behörden sollen den Führerschein für bis zu fünf Jahre einziehen können. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Politik



Mehr aus dem Ressort

Im April wurden weniger Kreuze am Straßenrand aufgestellt
Zahl der Verletzten nimmt zuVerkehrstote 2016: Historischer Tiefstand

Die Zahl der Verkehrstoten wird nach Berechnungen des ADAC in diesem Jahr einen historischen Tiefstand erreichen. Dafür steigt die Zahl der Verletzten ebenso leicht an wie auch die Zahl der Unfälle an sich.


Fahrverbote Diesel Fahrverbot Aufmacher dpa
Widerstand gegen Vorschlag von HendricksFahrverbote für Diesel «Teilenteignung für viele Autofahrer»

Wie zu erwarten stößt Bundesumweltministerin Hendricks mit ihrem Vorschlag für Fahrverbote auf Widerstand – und der kommt nicht nur aus Bayern. Landesverkehrsminister Herrmann hält ihn für völlig unpraktikabel, wie er sagte.


VW Auspuff Diesel
Gesundheitsschutz der BürgerUmweltministerin Hendricks will Diesel aus Städten verbannen

Das Bundesumweltministerium will Diesel aus den Innenstädten fernhalten. Dazu solle den Städten auf dreierlei Wegen die Möglichkeit eröffnet werden, Fahrverbote auszusprechen. Betroffen sein können auch Benziner.