Antwort 6 zu den Fragen an den Autopapst im Februar 2011

Autopapst Andreas Kessler
Autopapst Andreas Kessler © autogazette

Susanne vom Scheidt fragt:

Ich habe einen Nissan Micra, K10, Baujahr 1991 mit KAT, der ausgeht, sobald er ca. 20 Minuten gefahren ist und der Motor etwas warm ist. Im September 2010 war er etwas lahm im Anzug und es wurden folgende Teile erneuert, vor allem, um ihn durch den TÜV zu bekommen und um den bereits etwas erhöhten Spritverbrauch wieder zu senken: Antriebsriemen, Anlasser, Luftfilter, Auspuff. Zum Jahresende hin fing dann das Problem mit Ausgehen an und der Spritverbrauch hatte sich auf absurde 11,5 l/100 Km hochgeschraubt. Der KFZ-Meister in der typenoffenen Werkstatt musste lange suchen und sich auch im Internet informieren und meinte, dass das Problem beim elektronisch geregelten Vergaser läge und hat ein Magnetventil erneuert und das Öl ausgetauscht, da Sprit im Öl war. Dann wurde noch ein Dichtsatz, ein Kupferdichtring sowie der Rußlfilter erneuert. Zufällig entdeckte der Meister auch, dass sich ein Unterdruckschlauch gelöst hatte. Er wusste nicht, ob der schon vorher lose war oder sich durch die Reparaturarbeiten gelöst hatte. Auf jeden Fall meinte er, dass der auch nicht mehr der jüngste und auch schon geklebt sei und hat ihn wieder befestigt, aber nicht erneuert. Der ganze Spaß hat mich 400 Euro gekostet und der KFZ-Meister meinte, dass der Wagen jetzt wieder optimale Abgas- und Verbrauchswerte hätte und bei ihm rund liefe. Er meinte dann noch, dass ich mich an eine Nissan-Vertragswerksstatt wenden sollte, falls Problem wieder auftaucht, da er mit seinem Latein am Ende. Nach ca. 3 Tagen bin ich wieder hin, weil der Wagen jetzt ausging, wenn er NOCH NICHT WARM war! Ich bat ihn, das Standgas ein wenig hoch zu drehen, in der Hoffnung, dass ich damit das Problem überrücken könnte, da er ja jetzt nur Probleme machte, wenn er kalt war. Das alte Problem kehrte aber ganz schnell zurück und der Wagen läuft nach wie vor nicht rund und geht aus, sobald der Motor warm ist und ich das Gas wegnehme. Er springt sofort wieder an, geht aber auch sofort wieder aus, sobald ich den Fuß vom Gas nehme, so dass ich gleichzeitig bremsen und Gas geben muss, um mit dem Auto zu fahren. Der Spritverbrauch war in der ersten Woche nach der Reparatur deutlich besser als vor der Reparatur, aber schon beim zweiten Tanken lag ich wieder bei einem Verbrauch von 11,5 l/100 Km. Ich habe zur Zeit kein Geld mehr für weitere Experimente und bin jetzt an dem klassischen Punkt, an dem viele Besitzer von Auto sind, die so alt sind: Sie haben in kurzer Zeit zu viel Geld investiert, um es jetzt abzustoßen, sind aber finanziell am Limit und können nicht hier und da immer wieder ein paar hundert Euros investieren. Wenn ich wüsste, was das Problem ist, könnte ich vielleicht die Teile gebraucht kaufen und selbst einbauen. Mit der entsprechenden Literatur traue ich mir das zu. Mein Problem ist in erster Linie die Fehleranalyse. Für einen Rat wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Susanne, das Problem bei Ihrem Kia ist die Gemischaufbereitung! Der elektronisch gesteuerte Vergsaser ist heute faktisch unwartbar, weil niemand (außer vielleicht der berühmte alte Meister bei einem langjährigen Nissan-Händler) mehr weiß, wie man so ein Ding einstellt bzw. wo die Schwachstellen liegen. Ursächlich sind meistens undichte Unterdruckdosen oder defekte / falsch eingebaute Sensoren. Nach heutigen Maßstäben ist so ein elektronischer Vergaser ein „Roboter“ ohne Bedienungsanleitung. Wenn Sie keinen Kenner dieses Problems finden, wird das nichts. Ich kann Ihnen mangels Erfahrung mit diesem Baumuster leider niemanden empfehlen; versuchen Sie Ihr Glück mal im Nissan-Micra-Forum.

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