9. Januar 2017

Nach Strafzoll-Androhungen Deutsche Autobauer hoffen auf Freihandel unter Trump

Auch Audi könnte Schwierigkeiten bekommen
Auch Audi könnte Schwierigkeiten bekommen © AG/Flehmer

Die deutschen Autobauer blicken gespannt auf den wirtschaftlichen Kurs, den der neue US-Präsident Donald Trump einschlagen wird. Zuletzt hatte Trump General Motors, Ford und Toyota Strafzölle angedroht.




Die deutsche Autoindustrie setzt auch unter dem kommenden US-Präsidenten Donald Trump auf freien Handel. «Wir gehen davon aus, dass sich die neue Regierung das Ziel setzt, die US-Industrie zu stärken», sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag auf der größten US-Automesse in Detroit. «Zu dieser Industrie gehören auch viele Produktionsstandorte deutscher Hersteller und Zulieferer hier in den Vereinigten Staaten.»

Die deutschen Autobauer seien gespannt, ob Trump das umstrittene US-europäische Freihandelsabkommen TTIP vorantreibe. «Und es wäre sicher auch klug, alles zu tun, den Schwung des Nafta-Raums beizubehalten», meinte Wissmann. Trump hatte sich zuletzt öffentlich äußerst kritisch gegenüber Freihandel und Globalisierung geäußert und die nordamerikanische Freihandelszone Nafta in Frage gestellt.


Audi produziert Q5 in Mexiko

Insbesondere hatte Trump Konzernen, die in Mexiko für den US-Markt produzieren, mit hohen Strafzöllen gedroht. Damit will er mehr Industriejobs in den USA schaffen. Wissmann verwies auf die in den vergangenen Jahren ausgebauten Produktionskapazitäten deutscher Hersteller und Zulieferer in den USA. Allerdings hat Audi erst kürzlich ein Werk in Mexiko errichtet, in dem der auch in den USA sehr beliebte Q5 produziert wird.

Über die Hälfte der in den USA von deutschen Autobauern produzierten Fahrzeuge würden zudem exportiert. Das Freihandelsabkommen TTIP, dessen Verhandlungen ins Stocken geraten sind, bringe auch aus US-Perspektive Vorteile wie gleiche Standards und den Wegfall von Einfuhrzöllen für Pkw in der EU. (AG/dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr aus dem Ressort

Volkswagen muss in den USA knapp 15 Milliarden Dollar zahlen
Im Zuge des Abgas-Skandals in den USAAngeklagter VW-Manager bestreitet Vorwürfe

Der im vergangenen Monat in den USA festgenommene VW-Manager bestreitet die Vorwürfe gegen ihn im Zuge des Abgas-Skandals. Der ehemaligen Führungskraft wird vorgeworfen, die Manipuöatinen vertuscht zu haben.


Tavares versprichtPSA will Opel nicht zu französischem Autobauer machen

Opel soll auch nach einer möglichen Übernahme ein deutsches Unternehmen bleiben. Das versprach PSA-Chef Carlos Tavares bei der Vorlage der Jahreszahlen in Paris. Schließlich würde es Kunden geben, die kein französisches Auto fahren wollten.


Allianz-Präsident Carlos Ghosn
Automanager bleibt aber PräsidentGhosn gibt Vorstandsamt bei Nissan auf

Carlos Ghosn trennt sich von einem seiner vielen Ämtern in der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Trotz des Verzichtes als Co-Vorstandschef bei Nissan bleibt der 62-Jährige weiterhin an der Spitze des zweitgrößten Autoherstellers in Japan.