3. Dezember 2015

Möglicher Interessenskonflikt Audi-Chef wird wegen Nähe zu Piech kritisiert

Ferdinand Piech und Rupert Stadler  (v.l.).
Ferdinand Piech und Rupert Stadler (v.l.). © dpa

Audi-Chef Rupert Stadler steht in der Kritik. So kritisieren einzelne VW-Aufsichtsräte die Nebentätigkeit des Managers im Vorstand drei Stiftungen der Familie Piech.




Einzelne VW-Aufsichtsräte kritisieren nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» die Nebentätigkeit von Audi-Chef Rupert Stadler für den VW-Großaktionär Ferdinand Piëch. Stadler sitze im Vorstand dreier Stiftungen der Familie Piëch, die das Privatvermögen mehren und den Einfluss der Familie bei VW sichern sollten.

Einige Kontrolleure befürchteten deshalb Interessenkonflikte. Die Familien Porsche und Piëch halten die auf der Hauptversammlung wichtigen, weil stimmberechtigten Stammaktien der Porsche-Holding. Diese wiederum ist VW-Mehrheitseigner.


Keine Stellungnahme von Audi

Bei einigen VW-Aufsichtsratsmitgliedern sorgte der Bericht am Donnerstag aber für Verwunderung. Stadlers Nähe zur Familie Piëch sei in dem 20-köpfigen Gremium bislang eigentlich kein Thema gewesen, hieß es aus dem Umkreis. Andere sagten, der Vorgang sei kein Drama, solle aber im VW-Aufsichtsrat nächsten Mittwoch besprochen werden, um jeden Anschein von Regelverstößen auszuschließen.

Laut «Süddeutscher Zeitung» hatten Juristen des Konzerns Stadlers Stiftungsmandate geprüft und genehmigt. In den Geschäftsberichten sind sie nicht ausgewiesen. Audi lehnte eine Stellungnahme ab. Am Donnerstagabend tagt der Audi-Aufsichtsrat in Ingolstadt.

Traditionell steht die Planung für das kommende Jahr auf der Tagesordnung. Ein zentrales Thema dürfte aber die Dieselaffäre im Konzern sein. Audi hatte eine Verwicklung zunächst bestritten, musste dann aber doch Abgas-Manipulationen bei seinem Sechszylinder-Turbodiesel einräumen. Betriebsrat und IG Metall hatten verärgert reagiert und von Stadler die lückenlose Aufklärung der Fehler gefordert. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke Audi

Audi-Entwicklungsvorstand Peter Mertens«Was wir ankündigen, setzen wir auch um»

Audi kann seinen Kunden bisher kein Elektroauto anbieten. Entwicklungsvorstand Peter Mertens findet das unproblematisch, wie er der Autogazette sagte.


Auf 999 Exemplare limitiertAudi R8 RWS: Für puristische Allrad-Gegner

Audi bringt eine neue Variante des R8 auf den Markt. Der RWS ist vor allem für diejenigen Anhänger des Purismus gedacht, die einem Allrad-Sportwagen skeptisch gegenüber stehen.


Tadelloser Kleinwagen Audi A1: Unerkannter Musterprofi

Dem Audi A1 war zu Beginn vor rund sieben Jahren kein großer Erfolg beschieden. Dabei schlägt sich Audis Kleiner besonders gut auch als Gebrauchter – und eine tierisch große Fangruppe hatte er leider auch.



Mehr aus dem Ressort

Streit eskaliertHändler fühlen sich von VW im Stich gelassen

Die VW- und Audi-Händler liegen mit dem Autobauer im Streit. Sie fühlen sich wegen der Dieselkrise im Stich gelassen.


Renault-Nissan-Präsident Carlos Ghosn
Neue Strategie «Alliance 2022»Renault-Nissan-Allianz strebt in Richtung weltgrößter Autohersteller

Die Renault-Nissan-Allianz will bis 2022 14 Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Gemeinsam mit Mitsubishi sollen in diesem Zeitraum zehn Milliarden Euro an Synergien pro Jahr eingespart werden.


VW Wolfsburg
Plus acht ProzentVW-Konzern mit starkem Absatzplus im August

Der VW-Konzern konnte im August seinen weltweiten Absatz deutlich steigern können. In Deutschland gab es indes Verluste, trotz Umweltprämie.