Audi-Chef Stadler: Markt in China normalisiert sich

Impulse durch SUVs und Plug-in-Hybride

Audi-Chef Rupert Stadler sieht eine Marktnormalisierung in China. © dpa

China ist für Audi der wichtigste Einzelmarkt. Doch das Wachstum kühlt sich merklich ab. Für Audi-Chef Rupert Stadler ist das kein Problem.

Für Audi-Chef Rupert Stadler sind die Zeiten hoher zweistelliger Wachstumsraten auf dem chinesischen Markt vorbei. „Der Markt in China normalisiert sich. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Marktwachstum von acht Prozent“; sagte Stadler am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Audi Q7 im schweizerischen Verbier.

Für die VW-Tochter ist China der bislang wichtigste Absatzmarkt. Im Vorjahr hatten die Ingolstädter in China fast 579.000 Fahrzeuge abgesetzt und damit im Vergleich zum Jahr 2013 ein Absatzplus von 17,7 Prozent erzielt. Weltweit lag der Absatz von Audi bei 1,74 Millionen Fahrzeuge. Dass sich der Markt in diesem Jahr für Audi signifikant abgekühlt hat, kann man auch an den April-Zahlen ablesen. Mit über 45.000 an Kunden ausgelieferten Fahrzeuge lag das Wachstum im Vormonat bei gerade einmal 0,2 Prozent. Von Januar bis April konnten die erfolgsverwöhnten Ingolstädter fast 179.000 Autos absetzen, ein Plus von 5,2 Prozent.

Keine Auswirkungen auf Langfristziele

Dass die Normalisierung des Wachstums in China Auswirkungen auf das Ziel von Audi nimmt, bis zum Jahr 2020 zum erfolgreichsten Premiumhersteller noch vor BMW und Daimler zu werden, glaubt Stadler nicht. „Wir waren ja nicht so borniert zu glauben, dass es jedes Jahr ein Wachstum von 20 bis 25 Prozent geben wird“, sagte der Manager. Entsprechend sei die Normalisierung des chinesischen Marktes auch in der Strategie der Ingolstädter so berücksichtigt.

Die Gründe für die Marktnormalisierung sieht Stadler unter anderem auch in der Anti-Korruptionskampagne der chinesischen Regierung. Die Zeiten, in denen sich manche Chinesen drei oder vier Autos kaufen, seien mittlerweile vorbei. Dennoch bleibe China für die Marke ein wichtiger Markt. Perspektivisch sieht Stadler dort ein jährliches Volumen von 30 Millionen Fahrzeugen. Davon würden rund neun Prozent auf das Premiumsegment entfallen. Um dem Absatzrückgang entgegen zu wirken, setzt Audi weiter auf seine Händlernetzentwicklung und im Erschließen neuer Absatzmärkte innerhalb Chinas. So plane Audi, noch weiter in den Westen des Landes zu gehen, wo man derzeit noch nicht so gut vertreten sei.

Audi Q7 als Vierzylinder

Deutliches Wachstum erwartet Stadler auch durch die Plug-in-Hybride und die Modelle der Q-Modelle. Da es für Autokäufer in den Millionenstädten des Landes immer schwieriger wird, überhaupt ein Nummernschild zu bekommen, pushe man seine Plug-in-Hybride, die mit einer Reichweite von elektrisch über 30 Kilometer zur Kategorie der Electric Vehicle gehören und damit auch nicht an der Nummernschild-Lotterie teilnehmen müssen. So wird im kommenden Jahr in China der im Land gebaute A6 e-tron auf den Markt kommen.

Daneben verspricht sich Stadler auch von neuen Audi Q7 eine hohe Nachfrage, den man in China auch als Vierzylinder anbieten werde. Damit kommen die Kunden zugleich in den Genuss von einer geringeren Hubraumbesteuerung. „Mit dem Vierzylinder im Q7 haben wir ein wahres Ass im Ärmel.“ Zugleich würden auch die SUVs bei den chinesischen Kunden immer beliebter, wie Stadler betonte. (AG/FM)