3. März 2016

V8 TDI-Motor mit 435 PS Audi SQ7 TDI: Neue Sportlichkeit für Premium-SUV

Der Audi SQ7 kommt im Frühjahr auf den Markt.
Der Audi SQ7 kommt im Frühjahr auf den Markt. © AG/Mertens

Erstmals bietet Audi in der Q7-Baureihe auch ein S-Modell an. Mit seinem 435 PS starken V8 TDI-Motor ist das neuste Modell der Ingolstädter damit der stärkste Diesel-SUV auf dem Markt.




Von Frank Mertens

Audi bringt in seiner Q7-Baureihe erstmals ein S-Modell auf den Markt. Die VW-Tochter enthüllte am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz den neuen SQ7 TDI. Der neue Motor bringt es mit seinem V8 TDI-Motor auf eine Leistung von 435 PS, wie Entwicklungsvorstand Stefan Knirsch bei der Vorstellung des neuen Modells sagte.

„Nach der Einführung des erfolgreich SQ5 übertragen wir das Konzept eines S-Modells mit Dieselmotor auch auf die Q7-Baureihe“, sagte Knirsch. Trotz seines Achtzylinders soll der SQ7 über die Verbrauchswerte eines Sechszylinders verfügen, wie der Entwicklungsvorstand hinzufügte. Nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) soll sich der Verbrauch auf 7,4 Liter (CO2-Ausstoß 194 g/km) auf 100 Kilometer belaufen – und das bei ausgesprochen flotten Fahrleistungen. Der 435 PS von Grund auf neu entwickelte starke V8-Motor bringt es auf ein maximales Drehmoment von 900 Nm, die zwischen 1000 und 3250 Umdrehungen anliegen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 4,8 Sekunden - das sind echte Sportwagen-Werte. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei elektronisch abgeregelten 250 km/h.


Elektrisch angetriebener Verdichter

Eines der technischen Highlights des Motors ist der elektrisch angetriebene Verdichter (EAV), der erstmals in einem Serienfahrzeug zum Einsatz kommt. Der EAV sorgt beim Anfahren und Beschleunigen für eine Unterstützung aus niedriger Teillast, was für eine Dynamik ohne Turboloch sorgen soll. Der Verdichter ist dabei hinter dem Ladeluftkühler platziert. Da er für den Ladedruckaufbau keine Abgasenergie benötigt, steht er jederzeit zum Einsatz bereit. Diese Technik soll die Schwächen der klassischen Abgasturbolader beheben. "Ein Turboloch gehört damit der Vergangenheit an", sagte Projektleiter Klaus Bugelnick. In gerade einmal einer viertel Sekunde wird der benötigte Ladedruck zur Verfügung gestellt.

Unterwegs ist der neue SQ7 neben dem standardmäßigen 12 Volt Bordnetz mit einem 48 Volt starken Teilbordnetz. Dessen Lithium-Ionen-Batterien sind im Heck des Fahrzeuges verbaut und bringen es auf ein Gewicht von rund zehn Kilogramm. Insgesamt ist der neue SQ7 2270 Kilogramm schwer. Wie Bugelnick sagte, diene dieses 48 Volt-Netz auch für den späteren Einsatz von weiteren Systemen für das pilotierte Fahren wie beispielsweise den Staupiloten, der im kommenden A8 zum Einsatz kommen wird. Im neuen Modell versorgt er beispielsweise dem EAV mit Energie.

Audi SQ7 TDI ab knapp 90.000 Euro

Der Audi SQ7 TDI ist auch teilautonom unterwegs
Der Audi SQ7 TDI ist auch teilautonom unterwegs © AG/Mertens

Ausgestattet ist das Premium-SUV mit allem, was der Konzern an technischen Schmankerln zu bieten hat. Dazu gehört neben einer Achtstufen-Tiptronic auch eine Wankstabilisierung (auch dafür wird das 48 Volt-Netz benötigt), die den Fahrkomfort deutlich steigern und für ein sportlich straffes Handling sorgen soll. Die Tendenz zum Untersteuern geht zurück. Für weitere Fahrdynamik und ein Mehr an Sicherheit sorgt der Quattro-Antrieb mit Sportdifferenzial.

Der SQ7 TDI verfügt ingesamt über 24 Fahrassistenzsysteme wie beispielsweise eine Warn- und Notbremsfunktion, einem Spurwechselassistenten, einem Stauassistenten und einer prädiktiven Adaptive Cruise Controll (ACC). Bestellbar sein wird das neue SUV ab dem Frühjahr zu einem Basispreis von 89.900 Euro. Wie Audi mitteilte, würde dieser Preis bereits eine Mehrausstattung von 10.000 Euro beinhalten. Dazu zählen beispielsweise LED-Leuchten, ein Sportlenkrad mit Schaltwippen und Multifunktionstasten und unter anderem eine adaptive Luftfederung.

Der neuen SQ7 mit seiner modernen Dieseltechnologie dürfte dann auch für die USA interessant sein. Dort hat sich VW in Folge des Absatzskandals zwar einen Verkaufsstopp verhängt, doch Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter sieht für den Selbstzünder dort aufgrund der Kundenresonanz eine Nachfrage. Eine interessante Aussage des Vertriebschefs. Denn im Januar sind die Verkäufe von Dieselfahrzeugen in den USA eingebrochen; der Diesel wurde zum Ladenhüter. So sank bei Mercedes im Januar die Zahl der verkauften Dieselautos um rund 65 Prozent im Jahresvergleich, bei BMW ging der Wert um 62 Prozent zurück. Allerdings ist der Dieselanteil an den US-Verkäufen bei beiden Herstellern allerdings schon vorher sehr gering gewesen.



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Neuwagen



Mehr zur Marke Audi

Massive Belastungen im VW-Abgas-SkandalEntwicklungsvorstand Knirsch verlässt Audi

Nach einem dreiviertel Jahr legt Stefan Knirsch seinen Posten als Audi-Technikvorstand nieder. Die Ermittlungen im Zuge des VW-Abgas-Skandals sollen den 50-Jährigen massiv belasten.


Audi im Abgasskandal unter Druck«Ganz ohne Bescheißen» US-Grenzwerte nicht einzuhalten

Die Rolle von Audi im Abgas-Skandal des Volkswagen-Konzerns wird immer brisanter. Laut Medienberichten soll bereits eine Mail an Manager der VW-Tochter gegangen sein, in der es hieß, dass man es «ganz ohne Bescheißen» nicht schaffen werde.


Nach MedienberichtZeugen sollen Audi-Chef im Abgasskandal belastet haben

Nach einem Medienbericht sollen Zeugen Audi-Chef Rupert Stadler belastet haben. Danach habe der Manager bereits im Jahr 2010 von den Manipulationen gewusst haben. VW-Chef Matthias Müller zeigte sich am Rande der IAA in Hannover verwundert.



Mehr aus dem Ressort

Toyota polarisiert mit dem neuen C-HR
Zweiter Anlauf bei den kleinen SUVToyota preist SUV-Coupé C-HR ein

Toyota wagt einen neuen Anlauf im Segment der kleinen SUV. Nach dem Flop mit dem Urban Cruiser haben die Japaner dem C-HR ein völlig anderes Konzept verpasst.


Kia-COO Michael Cole (im Hintergrund) bei der Premiere des Rio in Frankfurt
Vierte Generation des KleinwagensKia Rio nimmt Anlauf in neue Sphären

Auf dem Autosalon in Paris feiert Kia mit dem Rio Weltpremiere. In der Europazentrale in Frankfurt wurde die vierte Generation des Kleinwagens schon einmal gezeigt.


Mercedes-AMG GT C Roadster
Zwei neue ModelleMercedes-AMG GT Roadster: Stürmische Brise

Mercedes-AMG sorgt in der GT-Baureihe für frischen Wind. Nach der Weltpremiere des GT R folgen nun zwei Roadster-Modelle aus Affalterbach.