Audi sieht sich in Führungsrolle beim pilotierten Fahren

Staupilot im nächsten Q7

Audi testet das pilotierte Fahren.
Audi testet das pilotierte Fahren. © Audi

Audi sieht sich beim autonomen Fahren in der Führungsrolle. In zwei Jahren wird die VW-Tochter einen Staupiloten auf den Markt bringen, der bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h funktioniert, kündigte Audi-Chef Rupert Stadler im Gespräch mit der Autogazette an.

Die deutschen Premiumhersteller Mercedes und Audi streiten sich um die Führungsrolle beim autonomen Fahren. Nachdem Daimler-Chef Dieter Zetsche erst kürzlich im Interview mit der Autogazette reklamierte, «beim autonomen Fahren unter allem mobilen Wettbewerbern die ganz klare Nummer eins» zu sein, zieht Audi-Chef Rupert Stadler nun nach. «Audi erhebt klar den Führungsanspruch beim pilotierten Fahren. Wir waren bereits 2010 in den USA mit einem Audi TT autonom unterwegs und haben die Technologie seither systematisch weiterentwickelt», sagte Stadler der Autogazette.

Nächster Audi Q7 mit Staupilot

Dass Mercedes im vergangenen Jahr in einem Mercedes S 500 Intelligent Drive eine Strecke von über 100 Kilometer autonom zurückgelegt hat und noch in diesem Jahrzehnt das automatische Einparken und das Fahren auf der Autobahn angekündigt hat, beeindruckt Stadler nicht. «Worüber reden wir denn? Ist es schon pilotiertes Fahren, wenn der Fahrer für drei Sekunden die Hände vom Lenkrad nimmt? Pilotiertes Fahren heißt für mich, dass der Fahrer dem Auto sagt, dass er sich beispielsweise für 20 Minuten entspannen will und das Auto übernimmt.»

Stadler kündigte an, dass Audi in zwei Jahren seinen Kunden im nächsten Q7 einen Staupiloten anbieten werde. Damit haben wir dann «pilotiertes Fahren bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h in der Serie im Angebot», betonte Stadler. «Damit unterstreichen wir dann unseren Führungsanspruch beim pilotierten Fahren.» Mercedes setzt einen Staupiloten bereits in der S-Klasse ein, hier funktioniert das System ebenso bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h.

Unbeeindruckt von Google

Von dem unlängst von Google vorgestellten autonom fahrenden Fahrzeug zeigt sich der Audi-Chef wenig beeindruckt. «Hier gibt es nichts, was wir nicht können.» Das im März modifizierte Wiener Abkommen für den Straßenverkehr stellt für Stadler einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren dar. «Denn die Technik und Gesetzeslage müssen im Einklang sein, sonst macht das keinen Sinn.»

Nun sei es wichtig, dass die Neuregelungen des Wiener Abkommens auch in die nationale Gesetzgebung einfließe, sagte Stadler. Wie der Audi-Chef hinzufügte, werde man «das pilotierte Fahren dort zuerst bringen, wo es die Gesetzeslage als Erstes zulässt.» (AG/FM)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete zehn Jahre in einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin. Nebenbei arbeitete er in die Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. In dieser Zeit berichtete er über die Fußball-Nationalelf und war u.a. Berichterstatter von den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City,, ehe er ins Autoressort der Autogazette wechselte. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist tätig.