28. Juni 2011

Fahrbericht Effizienter Kompakt-SUV Audi Q3: Einer für den Boulevard

Der Audi Q3 kommt im vierten Quartal auf den Markt.
Der Audi Q3 kommt im vierten Quartal auf den Markt. © Audi

Audi hat sein Angebot an Geländewagen erweitert. Neben dem Q7, dem Q5 schicken die Ingolstädter nun den Kompakt-SUV auf Kundenfang in einem boomenden Segment. Was das neuste Modell der Ingolstädter kann, zeigt unser Fahrbericht.




Von Frank Mertens

Das Segment der kompakten Geländewagen erlebt einen regelrechten Boom. Nach einer aktuellen Studie entfällt heute jeder siebte Neuwagenkauf auf einen SUV – Tendenz steigend. "Das A-Segment bietet ein enormes Wachstum", stellt dann auch Sandra Göres aus dem Produktmarketing von Audi fest.


In Konkurrenz zum BMW X1

Daran will auch der Ingolstädter Autobauer partizipieren und schickt ab dem vierten Quartal seinen Kompakt-SUV Q3 an den Start. Die Konkurrenz, der sich Audi mit dem im spanischen Seat-Werk in Martorell gefertigten Q3 gegenüber sieht, ist nicht ohne.

Da ist zum einen der Bestseller VW Tiguan, der gerade in einer Neuauflage auf den Markt gekommen ist. Doch den Tiguan der Konzernmutter aus Wolfsburg dürfte Audi indes weniger als Mitbewerber identifizieren, schließlich hat man das Premiumsegment im Blick – und damit eher den X1 des bayerischen Mitbewerbers BMW im Auge. Mit ihm buhlt das neueste Modell von Audi um Kunden.

Die Instrumente im Audi Q3
Die Instrumente im Audi Q3 © Audi

Der Einstieg in die Welt der Kompakt-SUVs beginnt bei Audi mit dem 2.0 TDI mit 140 PS, der mit 29.900 Euro in der Preisliste steht. Damit sich die Kunden für den Q3 entscheiden, er ist neben dem Q5 und dem Q7 der dritte Geländewagen im Modellportfolio, bietet Audi alles auf, was die Ingolstädter derzeit an Innovationen zu bieten haben.

Dazu gehören natürlich auch die optional erhältlichen Fahrassistenzsysteme wie der Spurwechselassistent (Aufpreis 500 Euro), der hinter einem im toten Winkel fahrende Autos erkennt oder der Spurhalteassistent (Aufpreis 600 Euro), der ab Tempo 65 mittels eines korrigierenden Lenkeingriffes ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrbahn verhindert.

Effiziente Motoren

Der TDI-Motor im Audi Q3
Der TDI-Motor im Audi Q3 © Audi

Doch primär sind da zunächst natürlich die effizienten Motoren, die bereits aus anderen Audi-Modellen bekannt sind. Zuvorderst der auch von uns getestete 2.0 TDI-Einstiegsdiesel mit 140 PS, der seinem Fahrer ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern zur Verfügung stellt. Im Durchschnitt soll sich der Vierzylinder-Commonrail-Motor laut Audi mit nur 5,2 Litern auf 100 Kilometern (CO2-Wert 138 g/km) zufrieden geben. Hört sich gut an für ein 1525 Kilogramm schweres Auto, bei dem Audi wieder konsequent auf Leichtbau setzte. So konnte beispielsweise das Gewicht der Motorhaube und der Heckklappe durch die Verwendung von Aluminium um 50 Prozent reduziert werden.

Doch hält der 4,38 Meter lange Q3 auch, was er verspricht? Fast. Bei den ersten Testfahrten in Zürich genehmigte sich der Kompakt-SUV auch dank eines wirklich gut funktionierenden Start-Stopp-Systems (gehört zur Serienausstattung) nur 5,8 Liter – ein wirklich guter Wert für ein Auto dieser Klasse. Wer nicht auf den Spritverbrauch achtet und auch einmal etwas flotter im Q3 unterwegs sein will, kein Problem: In 9,9 Sekunden sprintet das neuste Audi-Modell auf Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 202 km/h erreicht.

Der Innenraum im Audi Q3
Der Innenraum im Audi Q3 © Audi

Unbedingt zu empfehlen ist das Audi Drive Select, mit dem sich vier verschiedene Fahrwerkseinstellungen vornehmen lassen: Comfort, Auto, Dynamik und Efficiency. So lässt sich für jeden Geschmack die richtige Fahrwerkseinstellung unkompliziert einstellen. Der Aufpreis von gerade einmal 200 Euro zahlt sich aus. Wem beispielsweise im Modi Comfort die Lenkung zu weich erscheint, braucht nur auf Dynamik stellen, schon spricht die Lenkung deutlich direkter an.

Das Fahrwerk des Audi Q3 lässt keine Kritik zu. Es hinterlässt ebenso einen souveränen Eindruck wie das manuelle Sechsganggetriebe, das sich knackig schalten lässt. Natürlich kann man mit dem Q3 auch ins Gelände, vor allem mit dem Allradantrieb. Doch dorthin werden sich nur die wenigsten Fahrer verirren. So wird man den Q3 vor allem auf den Boulevards der Großstädte sehen.

Hochwertige Materialien

Die Seitenlinie des Audi Q3
Die Seitenlinie des Audi Q3 © Audi

Mit Blick auf die Anmutung des Innenraums macht den Ingolstädtern so schnell niemand etwas vor. Das unterstreicht auch der Q3. Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fassen sich auch so an. Für die individuelle Gestaltung kann der Kunde nicht nur unter elf Außenfarben wählen, sondern hat im Innenraum auch die Qual der Wahl unter acht verschiedenen Dekors, darunter auch "Aluminiumnetz 3d". Das hört sich zwar etwas komisch an, sieht dafür aber wirklich gut aus.

Und wie schaut es mit dem Raumangebot aus? Es ist gut, sowohl für Fahrer und Beifahrer als auch für die Mitreisenden im Fond. Hier hier finden zwei Erwachsene bequem Platz. Mit Blick auf die Fahrt in den Urlaub, braucht sich der Käufer eines Q3 auch nicht zu beschränken. Im Kofferraum findet sich Platz für 460 Liter, bei umgeklappter Rückraum steigt das Ladevolumen auf 1365 Liter an.

Die Topmotorisierung des Audi Q3 beginnt bei 36.800 Euro
Die Topmotorisierung des Audi Q3 beginnt bei 36.800 Euro © Audi

Zum Start gibt es den Audi Q3 neben dem von uns getesteten 2.0 TDI mit 140 PS auch mit 177 PS (36.800 Euro mit Siebengang-S-Tronic) und als 2.0 TFSI quattro mit 170 PS (31.550 Euro) und in der bisherigen Topmotorisierung 2.0 TFSI quattro mit 211 PS (36.800 Euro mit Siebengang-S-Tronic).

Mit dem Audi Q3 präsentieren die Ingolstädter ohne Frage einen attraktiven Kompakt-SUV, doch die Konkurrenz steht dem jüngsten Modell der VW-Tochter in nichts nach. Entsprechend spannend wird es sein zu beobachten, in welchem Umfang der Audi Q3 der etablierten Konkurrenz Kunden streitig machen kann.

Bilderschau vom Audi Q3






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