Audi erwirbt Brennstoffzellen-Patente von Ballard

Technologie für gesamten VW-Konzern

Audi hat von Ballard Patente für die Brennstoffzellentechnik erworben.
Audi hat von Ballard Patente für die Brennstoffzellentechnik erworben. © Audi

Audi hat vom kanadischen Unternehmen Ballard ein Paket von Patenten für die Brennstoffzellen-Technologie übernommen. Die Ingolstädter stellt dieses Know-how dem gesamten VW-Konzern zur Verfügung.

Die VW-Tochter Audi hat vom kanadischen Unternehmen Ballard Power Systems Inc. für 50 Millionen US-Dollar eine Vielzahl von Patenten für die Brennstoffzellentechnologie übernommen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Ingolstadt mitteilte. Wie Audi zugleich mitteilte, hätte der VW-Konzern seine bestehende Zusammenarbeit mit den Kanadiern bis Ende 2019 verlängert.

Audi verspricht sich durch den Erwerb der Patente für die Entwicklung des Brennstoffzellen-Antriebs neue Impulse. „Audi erwirbt diese strategisch wichtigen Patente für den gesamten Konzern und stellt sie allen Marken zur Verfügung. Damit sichern wir uns entscheidendes Know how, das neue Impulse für die weitere Entwicklung dieser Technologie geben wird“, sagte Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg, der auch die Entwicklung des VW-Konzerns verantwortet.

Audi denkt vorerst nicht an Serienfertigung

Das im kanadischen Burnaby beheimatete Unternehmen Ballard bietet Produkte zur umweltfreundlichen Energiezeugung an und kooperiert bei der Entwicklung mit anderen Unternehmen. Audi hatte im vergangenen Jahr auf der Los Angeles Autoshow einen A7 Sportback h-tron präsentiert.

Das Brennstoffzellenfahrzeug bringt es auf eine Reichweite von über 500 Kilometer. Einen schnellen Serienstart des A7 h-tron schließt Audi angesichts der unzureichenden Infrastruktur aus. „Unsere Technologie ist so weit, dass wir in einer Zeitspanne von zwei bis drei Jahren auf veränderte Marktbedingungen reagieren können. Die Architektur unserer Baukästen und Fabriken lässt es jederzeit zu, einen Brennstoffzellenantrieb in unsere Fahrzeuge zu integrieren“, hatte Hackenberg unlängst im Interview mit der Autogazette gesagt.

Im Gegensatz zu Audi oder auch den anderen deutschen Premiumherstellern wie BMW und Mercedes hat der japanische Autobauer Toyota indes sein Brennstoffzellenfahrzeug bereits auf den Markt gebracht – und musste aufgrund der hohen Nachfrage die Produktion erhöhen. Ursprünglich hatte Toyota für den Mirai für das Jahr 2015 mit einem Absatz von 400 Einheiten gerechnet. Mitte Januar lagen indes schon 1500 Bestellungen für den Toyota Mirai vor. (AG/FM)