20. Oktober 2017

Weltpremiere in Ingolstadt Audi A7: Anders sein als die Geschwister

Der neue Audi A/ wurde in Ingolstadt präsentiert.
Der neue Audi A/ wurde in Ingolstadt präsentiert. © Audi

Audi hat in Ingolstadt den neuen A7 vorgestellt. Im Gegensatz zu früheren Modellen ist er auch wieder deutlich von anderen Modellen der Marke zu unterscheiden.




Manchmal ist es auch schön, ganz tief unten zu sein: “So niedrig war unser Single-frame-Grill noch nie”, ist Audi-Designchef Marc Lichte sichtlich begeistert. Er steht neben der Neuauflage des Audi A7 . Eng verwandt mit der Luxuslimousine A8, aber deutlich unterscheidbar schon im Rückspiegel. Also eben das, was Audi in den letzten Jahren nicht mehr so gelungen war.

Jetzt klappt es - schon im Stehen. Front und Silhouette der 4,97 Meter langen Coupé-Limousine von Audi sind deutlich flacher und dynamischer gestaltet als beim A8. 1,91 breit, 1,42 Meter flach und dank 2,93 Radstand mit viel Platz auch auf den Rücksitzen vor dem fließenden Heck. Den A7 Sportback mit seinen rahmenlosen Scheiben gibt es als reinen Vier- und Vier-plus-Eins-Sitzer - und mit ordentlichem Laderaumvolumen von 535 bis 1390 Litern. Der Gepäckraumdeckel schwingt in einer Abrisskante aus, unter der sich wie beim Vorgänger ein Spoiler verbirgt, der bei 120 km/h elektrisch ausfährt.


Heck des Audi A7 mit durchgängigem Leuchtband

Vor allem mit den maximal 21 Zoll großen Rädern liegt der A7 satt auf der Straße, Ausbuchtungen über den Radhäusern betonen diesen Eindruck noch. Und die optionalen Matrix-Scheinwerfer blicken bissiger als beim A8 ins Land. Am besten gefällt Lichte aber das Heck mit seinem durchgängigen Leuchtband: “Das wird überall auffallen.” Auf jedem Fall, wenn der Kunde für die Light-Show Extra-Geld investiert: Dann sorgt ein mehrstufiges Start-Spektakel mit Hin und Her der gelben und roten Lampen in 13 Segmenten für Aufmerksamkeit im Straßencafé. Nicht nur Asiaten werden das wohl lieben.

Form und Funktion stimmen also, wenn der Wagen ab Ende Februar 2018 auf den deutschen Markt kommt. Zunächst nur mit dem Dreiliter-Benziner 55 TFSI Quattro S-Tronic für 67.800 Euro. Das 340 PS-Coupé schaltet per Siebengang-Doppelkupplung, Allradantrieb und -lenkung sind an Bord sowie das 48-Volt-Bordnetz, mit dem der A7 zwischen 55 und 160 km/h mit abgeschaltetem Motor segeln und danach blitzschnell neu starten kann. Das soll den Normverbrauch auf 6,8 Liter Superkraftstoff drücken. Natürlich wird daraus nichts, wenn der Fahrer die 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h oder die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h austestet.

Später werden Turbo-Triebwerke mit zwei, drei und vier Litern Hubraum hinzukommen, die vom Vier- bis zum Achtzylinder und zwischen 220 und 650 PS die Klientel vom gelassenen Cruiser bis zum Motorsport-Freund bedienen. Auch eine Plug-In-Hybridversion ist wahrscheinlich.

Deutliche Unterschiede zum A8

Besonders von hinten sieht der A7 ansprechend aus
Besonders von hinten sieht der A7 ansprechend aus © Audi

Innen unterscheidet sich der A7 ebenfalls klar vom Oberklasse-Bruder A8. Das Armaturenbrett ist leicht zum Fahrer geneigt und stärker segmentiert. Außerdem verjüngt sich das tiefschwarze Element mit dem bündig eingelassenen 10,1-Zoll-Display nach rechts. Das betont die Fahrerposition auch optisch. Unter der schönen Gestalt steckt aber das neue Bedienkonzept, das Audi mit dem A8 eingeführt hat: Zwei Touchscreens übereinander ersetzen dabei den bisherigen Drehdrücksteller. Tasten und Schalter sind bis auf Warnblinkanlage und Einparkhilfe ausgemerzt, dafür kann das Display mit klarer Rückmeldung durch Vibration und Ton gedrückt werden.

Auf dem oberen Display (optional bis zu 12,3 Zoll groß) läuft das Infotainment, darunter auf 8,6-Zoll die Klimaanlage, Texteingabe und die Komforteinstellungen. Es reicht aber auch ein gesprochenes “Mir ist kalt”, um die Temperatur langsam anzuheben. Per Head-up-Display lässt sich das Informations-Paket auch auf die Windschutzscheibe bringen.

Klar: Der A7 kann bei Sicherheits- und Komfortassistenten auch alles, was der A8 anbietet - also so ziemlich das Maximum des derzeit Möglichen und Erlaubten. Bis zu fünf Radarsensoren, fünf Kameras, zwölf Ultraschallsensoren und der Laserscanner checken kreuz und quer den Verkehr, warnen oder greifen sanft bis nachdrücklich ein. Alles in Allem 39 Fahrerassistenzsysteme kann der Kunde in Form von drei Paketen erwerben. Autonomes Parken wird im Lauf des Jahres 2018 verfügbar sein, und beim autonomen Fahren auf Level 3 - also ohne Hand am Steuer - muss der Gesetzgeber erst noch mitmachen.

Vielleicht wird’s ja soweit sein, wenn im kommenden Jahr auch das dritte Modell auf dieser Plattform kommt: der neue A6. Genau wie Audis 2018 anlaufendes Elektroauto soll der wichtige Mittelklassewagen rund ums bekannte Kühlergrill-Design ebenfalls ein eigenständigeres Gesicht bekommen, so Lichte. (SP-X)



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