22. Februar 2016

Ungewisse Zukunft Leipziger Automesse AMI wird abgesagt

In diesem Jahr wird es wohl keine AMI geben.
In diesem Jahr wird es wohl keine AMI geben. © dpa

Die Leipziger Automesse AMI wird in diesem Jahr ausfallen. 13 Autobauer haben ihre Teilnahme abgesagt. Die weitere Zukunft ist ungewiss.




Die Leipziger Messe Auto Mobil International (AMI) wird in diesem Jahr ausfallen. Nach dem Rückzug zahlreicher großer Autohersteller in den vergangenen zwei Wochen habe sich die Messeleitung zur Absage der kompletten Schau entschlossen, sagte Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner am Montag in Leipzig. 13 Autobauer mit 17 Marken hätten ihre Teilnahme kurzfristig zurückgezogen.


Immer weniger Zuschauer

Die AMI findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr sollte sie vom 9. bis zum 17. April ausgerichtet werden. Die sonst übliche Vorab-Pressekonferenz Anfang Februar hatte die Messe bereits abgesagt. Zur letzten AMI 2014 waren rund 242.000 Besucher gekommen, etwa 44.000 weniger als 2012.

Erst am vergangenen Freitag hatten mehrere namhafte Aussteller aus Asien und Frankreich ihre Teilnahme an dem Branchentreffen abgesagt. Darunter befanden sich unter anderem Toyota, Mazda, Honda und Peugeot Citroen.

„Nach meiner Einschätzung hat sich der Flop der AMI schon lange abgezeichnet. Die Messe ist nicht mehr zu retten. Es sei denn, man kommt mit einem völlig neuen Konzept“, urteilt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen. „Bereits bei den zurückliegenden Veranstaltungen hat sich gezeigt, dass Autos, die sowieso schon in den Verkaufsräumen der Händler stehen, nicht auch noch auf einer Messe gezeigt werden müssen. Das ist langweilig - für die Messebesucher und die Aussteller - und lohnt für die Autobauer die Kosten nicht.“

Erschwerend für den VDIK ist die Lage der Messe in Leipzig. Viele Besucher kommen aus dem relativ nahen Ausland, für Marken wie Skoda ist es fast eine Heimmesse. Andererseits sind die Importeure für den Absatz der Fahrzeuge in Deutschland verantwortlich, nicht aber zum Beispiel für den in Tschechien oder Polen. Entsprechend taten sich immer wieder Lücken unter den Ausstellern auf. 2014 verkleinerte die Messe künstlich die Hallen, um den Leerstand zu kaschieren. In diesem Jahr waren bis vergangenen Woche nur noch eineinhalb der eigentlich vier Hallen für Aussteller vorgesehen. Dann zogen sich neben Toyota auch Renault und die Marken des PSA-Konzerns zurück. Zuletzt kündigte auch der Volkswagen-Konzern samt seiner Pkw-Marken die Teilnahme.

Neuvorstellungen werden woanders gezeigt

„Neuvorstellungen werden heute nur noch auf A-Messen, wie in Genf oder Frankfurt gezeigt. Oder die Autobauer stellen ihre Innovationen – so wie Apple und andere – eigenständig bereits vor den A-Messen vor. In Leipzig hat man das leider Gottes alles verpasst“, findet Dudenhöffer. „Die Themen IT, selbstfahrendes Auto oder Elektromobilität hätte Leipzig aufgreifen können. Aber die Mitglieder des VDIK sind Importeure, also Verkäufer, und damit weit weg von den Zukunftsentscheidungen der großen Konzerne.“

Davon abgesehen hätten es die Messe und Stadt Leipzig verpasst, die Vorteile der Region als Messe in ein attraktives Messekonzept umzumünzen, urteilt Dudenhöffer weiter. „Mit dem BMW-Werk und dem BMW i3 hätte sich Leipzig zum Schwerpunkt für Elektromobilität entwickeln können. Dazu müsste die Stadt aber etwas tun und ein richtiges großes Testfeld E-Mobilität aufbauen“.

Das Thema Mobilität will die Messeleitung aber noch nicht ganz abschreiben. Der im Rahmen der AMI geplante Kongress „Alternative Antriebe“ und die Ausstellung zum Thema „Mobilität neu denken“ werden wie geplant stattfinden.(AG/SP-X/dpa)



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