10. November 2017

Studie der Agora Verkehrswende und der GIZ G20-Länder weit von Klimazielen entfernt

Vor allem in den reichen Industrieländern steigen die CO2-Emissionen
Vor allem in den reichen Industrieländern steigen die CO2-Emissionen © dpa

Anstatt abzunehmen steigen die CO2-Emissionen in den G20-Ländern an. Eine Studie der Agora Verkehrswende und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zeigt Maßnahmen auf, den Trend umzukehren.




Im Dezember 2015 wurden in Paris die neuen Klimaschutzziele von der Weltgemeinschaft verabschiedet. Knapp zwei Jahre später entfernt sich das Ziel, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen, besonders in den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern, wie aus einem Report des Berliner Thinktank Agora Verkehrswende und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hervorgeht.

Die am Rande der Bonner Klimakonferenz vorgestellte Studie zeichnet Maßnahmen auf, diesen Trend zu stoppen und umzukehren. Da in den G20-Ländern - auch bedingt durch den starken SUV-Trend – CO2-Emissionen im Straßenverkehr ansteigen, setzt die Studie den Hebel dort an.


Transportsektor stößt sieben Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr aus

„Die Dekarbonisierung des Verkehrs muss ein weltweites Projekt werden, sonst sind die Vereinbarungen des Pariser Klimaschutzabkommens nicht zu halten", sagt Christian Hochfeld, Geschäftsführer von Agora Verkehrswende. „Die Erderwärmung wird dann Folgen haben, die für Millionen Menschen nicht mehr beherrschbar sind."

Neben dem privaten Verkehr trägt auch der derzeitige Transportsektor nicht zur Senkung der Emissionen bei. Mit mehr als 7 Milliarden Tonnen CO2 jährlich entfallen 23 Prozent des weltweit energiebedingten Treibhausgasausstoßes auf dieses Segment. Allein 69 Prozent entfallen darauf auf die G20-Länder.

Maßnahmenkatalog zur Senkung von CO2-Ausstoß

Die Studie hat deshalb für jedes einzelne der G20-Länder eine Bestandsaufnahme sowie Maßnahmen zur Zielerfüllung erstellt. Daraus geht hervor, dass die einzelnen Länder nur nach und nach Maßnahmen zur Zielerfüllung ergreifen.

Zugleich wird kritisiert, dass in den meisten Ländern bestimmte fossile Kraftstoffe wie Diesel oder ihre Nutzung für bestimmte Zwecke, zum Beispiel in der Landwirtschaft immer noch subventioniert werden. Die Studie empfiehlt deshalb, den öffentlichen Transport zu stärken und Straßenbenutzungsgebühren einzuführen. Zudem soll der Gütertransport mehr und mehr auf die Schiene verlagert werden oder auf Schiffe. Im öffentlichen Verkehr muss die Ladeinfrastruktur optimiert werden, um die Förderung von Elektroautos zu steigern. Auch die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen senkt die Emissionen.

„Verkehr ist international mittlerweile ein wichtiger Sektor. Mehr als 105 Länder haben in den vor der Pariser Klimakonferenz übermittelten Klimazielen Maßnahmen im Verkehr definiert - leider ist das noch nicht ausreichend", so Hochfeld weiter, „die G20-Länder sollten jetzt vorangehen, weitergehende Maßnahme zu entwickeln und andere Länder
dabei mitnehmen." (AG/TF)



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