19. April 2012

Manipulation leicht gemacht Sechs Milliarden Euro Schaden durch Tachobetrug

So leicht lässt sich ein Tacho manipulieren.
So leicht lässt sich ein Tacho manipulieren. © ADAC

Durch manipulierte Tachos entsteht der Volkswirtschaft ein jährlicher Schaden von sechs Milliarden Euro. Opfer des Tachobetrugs sind fast ausschließlich Käufer eines Gebrauchtwagens.




Der ADAC hat angesichts eines jährlichen volkswirtschaftlichen Schadens in Höhe von sechs Milliarden Euro die Hersteller aufgefordert, die Autos besser vor einer Tacho-Manipulation durch Betrüger zu schützen. Wie der ADAC am Donnerstag in einer Presseerklärung mitteilte, würde es nach Expertensicht nur wenige Euro kosten, die Autos sicherer zu machen und so die Möglichkeit einer Manipulation geringer werden zu lassen. „Bei rund drei Millionen Neufahrzeugen, die pro Jahr in Deutschland verkauft werden, entspräche dieser Mehraufwand nur einem winzigen Bruchteil des jährlich entstehenden Schadens“, so der Automobilclub.


Härte Strafen gegen Tachofälscher gefordert

Laut dem ADAC entsteht jedem Käufer, der ein Auto mit einem manipulierten Tacho erwirbt, ein Schaden von rund 3000 Euro. Sollte dann beispielsweise auch noch der Zahnriemen wegen der verfälschten Kilometerleistung reißen, weil er zuvor nicht gewechselt wurde, kann schnell ein Schaden von 10.000 Euro entstehen. Der Volkswirtschaft entsteht nach Angaben der Polizei durch manipulierte Tachos ein Verlust von sechs Milliarden Euro pro Jahr.

Die Manipulation eines Tachos könne dabei ohne Schwierigkeiten erfolgen, dazu ist noch nicht einmal der Ausbau des Tachos oder anderer Steuergeräte erforderlich, so der ADAC. „Die Geräte, mit denen Manipulationen durchgeführt werden, sind für Laien leicht zu bedienen. Opfer sind fast ausschließlich Gebrauchtwagenkäufer. Sie können sich nicht zuverlässig vor Tacho-Betrug schützen, denn ein Nachweis ist technisch meist nicht möglich“, stellt der ADAC fest und unterstützt die Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach härteren Strafen für Fälscher.

Um eine Abschreckung zu erzielen, müsste die gesetzliche Höchststrafe für gewerbsmäßige Täter über der heutigen Strafandrohung von bis zu einem Jahr liegen, fordert der Club. (AG/FM)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Ratgeber



Mehr zur Marke ADAC

Prüfbericht wird erwartetADAC-Präsident Meyer tritt zurück

ADAC-Präsident Peter Meyer tritt von seinem Amt zurück. Er wolle nicht länger für die Fehler hauptamtlicher Führungskräfte im Zusammenhang mit den Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ verantwortlich gemacht werden.


Manipulationen beim „Gelben Engel“ADAC soll bei Wahl auch Rangfolge geändert haben

Der Verdacht stand im Raum, nun gibt es erste Hinweise, dass der ADAC auch die Platzierungen bei der Wahl zum „Gelben Engel“ manipuliert hat. Einem Pressebericht zufolge profitierte BMW davon.


Betrug beim Gelben Engel Die Stellungnahme des ADAC

Der ADAC hat Manipulationen bei der Leser-Wahl zum Gelben Engel zugegeben. Die Stellungnahme des Automobilclubs vom Sonntag im Wortlaut.



Mehr aus dem Ressort

Eine Total-Tankstelle in Berlin Spandau
Rohölpreis sinkt um zwei DollarGünstige Kraftstoffe zum Ferienbeginn

Die Autofahrt in die Sommerferien wird günstiger. Zum Ferienbeginn der beiden letzten Bundesländer haben die Preise für Benzin und Diesel noch einmal nachgegeben.


Beim Händler geht der Gebrauchtwagenkauf sicherer über die Bühne
Privat oder Händler?Fünf Tipps zum Fahrzeug-Verkauf

Wer sich einen neuen Pkw anschaffen will, muss sich Gedanken darüber machen, was mit seinem Gebrauchtwagen passieren soll: Wird er privat oder an einen Händler abgegeben? Darauf müssen Sie beim Verkauf achten.


Dachboxen sollten sorgfältig bepackt werden
Veränderter SchwerpunktBei der Dachbox auf den Schwerpunkt achten

Das Beladen der Dachbox erfordert einige Besonderheiten. Wer auf sie achtet, hat weniger Stress auf der Fahrt in den Urlaub – und natürlich auch wieder zurück.