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Aston Martin Vantage V12:
Streckenposten
20. November 2009, 07:44
 | Es ist nicht so, dass der Aston Martin Vantage mit seinen 420 PS generell über ein auffallend großes Leistungsdefizit verfügen würde. Doch wer einmal hinter dem Steuer der V12-Version gesessen hat, kann über den Achtzylinder nur müde lächeln. |
Aston Martin Vantage V12
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| Foto: Aston Martin |
Von Stefan Grundhoff
Der V12 Vantage gaukelt einem gar nicht erst vor, den stilvollen Power-Cruiser mimen zu wollen; eine Rolle die im Hause Aston Martin sowieso den sportlichen Stilleben DBS und DB9 gewidmet ist. Der V12 Vantage will mehr. Weniger Gewicht, kompaktere Dimensionen und ein Sound, der einen von der Unabwendbarkeit der Götterdämmerung träumen lässt. Die mächtigen Luftauslässe auf der Motorhaube sind nicht schön, erfüllen aber ihren praktischen Nutzen. Schließlich muss das mächtige V12-Triebwerk mit seinen sechs Litern Hubraum und 48 Ventilen irgendwo hin mit der heißen Abluft. Der Leistungssprung zwischen Vantage V12 und der zahmeren V8-Version entspricht ungefähr dem, was den rennstreckenerprobten Piloten erwartet, der von einem Audi R8 auf die Sportversion R8 V10 umsteigt. Der kleinere ist alles andere als schlecht, aber wen interessiert das schon, wenn man die geballte Kraft des Topmodells genießen kann?
Kraftprotz Der Aston Martin V12 Vantage kann vor Kraft kaum laufen. 380 KW / 517 PS und ein wuchtiges Drehmoment von 570 Nm bei 5.750 U/min lassen bereits vermuten, dass man das wirkliche Potenzial des gedopten Briten allenfalls auf einer Rennstrecke ausreizen sollte. Wer gut schaltet, drückt den Hecktriebler in 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Enthusiasmus der Tachonadel im etwas spröden Instrumententräger findet erst bei 306 km/h seine Grenzen. Dass der Vortrieb brachial erscheint, braucht man bei den bekannten Leistungsdaten kaum erwähnen. Oberhalb von 4.500 Touren geht ein Donnerwetter über die Umgebung nieder. Dem einen tränen vor automobiler Ehrfurcht fast die Augen, die anderen halten einen beim Ausdrehen des Briten schlicht für bescheuert. Wieso früh schalten, wenn der eindrucksvollste Tatendrang erst oberhalb von 5.500 Touren von statten geht?
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Der Motor im Vantage von Aston Martin
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| Foto: Aston Martin |
Der 4,38 Meter lange Vantage V12 will es doch nicht anders. Wer sich in einen bereits alles andere als üppig bemessenen V8-Motorraum einen fast 20 Zentimeter längeren Zwölfzylinder hineinpressen lässt, der hat es nicht anders verdient. Tachonadel und Drehzahlmesser sind im allgemeinen Fahrbetrieb kaum mehr als nicht beachtete Nebendarsteller. Man pilotiert den sportlichsten aller Aston Martins am liebsten nach Gehör und Gefühl - Hauptsache die Ordnungsbehörden lassen im Fall der Fälle diese Ausrede gelten. Es ist nicht einmal eine. Aber wen außerhalb dieses Cockpits interessiert das gerade wohl?
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